Planungsdokumente: Online-Beteiligung Landesplanung - Teilaufstellung Regionalplan III, Sachthema Windenergie

Gesamträumliches Plankonzept zu dem Entwurf der Teilaufstellung des Regionalplans des Planungsraums III (Sachthema Windenergie)

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3.1. Summarische Darstellung des Abwägungsergebnisses

Die Auswahl der Vorranggebiete Windenergie und der Vorranggebiete Repowering nach den in diesem Plankonzept dargestellten harten und weichen Tabukriterien sowie erfolgter Abwägung im Einzelfall gemäß dem vorgelegten Bewertungsschlüssel führt in den einzelnen Planungsräumen zu folgenden Flächenausweisungen als Vorranggebiet insgesamt:

Planungsraum I:
Anzahl der Vorranggebiete: 118Gesamtfläche Vorranggebiete: 12.137 ha (2,89 % des Planungsraums)
Planungsraum II:
Anzahl der Vorranggebiete: 77Gesamtfläche Vorranggebiete: 5.370 ha (1,55 % des Planungsraums)
Planungsraum III:
Anzahl der Vorranggebiete: 159Gesamtfläche Vorranggebiete: 13.847 ha (1,70 % des Planungsraums)
Gesamt SH:
Anzahl der Vorranggebiete: 354Gesamtfläche Vorranggebiete: 31.353 ha (1,98 % der Landesfläche)

Im Zuge der Abwägungsentscheidungen wurden zunächst die Altbestände innerhalb der Potenzialfläche so weit wie möglich erhalten, dann Flächengewinne nach Möglichkeit über Arrondierungen von bestehenden Eignungsgebieten angestrebt und erst an dritter Stelle völlig neue Flächen ausgewählt. Vielfach konnten damit die alten Windeignungsgebiete bestätigt werden. Trotzdem gibt es einen Entfall von Bestandsanlagen, die in ehemaligen Eignungsgebieten liegen. Um diesen Entfall zu kompensieren und darüber hinaus die energiepolitischen Ziele des Landes zu erreichen, sind in einem nennenswerten Umfang neue Vorranggebiete festgesetzt worden. Dies führt dazu, dass es auch in bereits stark durch WKA beanspruchten Räumen zu einer weiteren Belastung des Landschaftsbildes und der Ortslagen, kommen wird. In einigen Bereichen ist nach einer kürzeren Übergangszeit durch die Nutzung der Vorranggebiete Repowering mit einem Rückgang der Belastung zu rechnen. Daneben wird es auch neue Schwerpunktbereiche für die Windenergienutzung geben.

Hinsichtlich der in den Planungsräumen gelegenen Ober- und Mittelzentren ist allgemein festzustellen, dass diese hochverdichteten und -belasteten städtischen Bereiche durch einen hohen Siedlungsdruck geprägt sind. Sie bilden den Schwerpunkt der wohnbaulichen und gewerblichen Entwicklung und haben dementsprechend Flächen vorzuhalten, auch und gerade im Hinblick auf eine zukünftige Siedlungsentwicklung. Sie sind weiter wachsende Siedlungsschwerpunkte, die auch infrastrukturelle Einrichtungen für die Umlandbereiche bereitzustellen haben. Gleichzeitig müssen diese Räume naturräumlich geprägte Ausgleichsbereiche schaffen, um eine Naherholung zu gewährleisten. Eine raumintensive Inanspruchnahme durch Windenergienutzung läuft den oben beschriebenen Planungsgedanken in diesen Räumen zuwider. Insofern sind vorrangig die Interessen der zentralen Orte berücksichtigt worden. Trotzdem konnten auch in den o. g. Bereichen Flächen identifiziert werden, bei denen eine Vereinbarkeit von Windenergienutzung und den zuvor genannten Planungsgedanken gegeben ist.

Gemäß § 9 Abs. 1 ROG ist im Zuge der Planaufstellung eine Umweltprüfung durchgeführt worden, deren Beschreibung in den Umweltberichten zum LEP sowie zu den Teilaufstellungen der Regionalpläne für die drei Planungsräume erfolgt ist. Die im Rahmen der Umweltprüfung festgestellten Betroffenheiten sind jeweils in den Datenblättern im Rahmen der Einzelabwägung berücksichtigt worden. Insgesamt werden die Belastungen als zumutbar angesehen.

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3.2. Planungsraum I

Im Planungsraum I konnten Vorranggebiete für die Windenergienutzung im Umfang von insgesamt 12.137 ha identifiziert werden. Dies entspricht 2,89 % der Gesamtfläche des Planungsraumes I. Hiervon entfallen 11.000 ha auf die Vorranggebiete Windenergie sowie 1.137 ha auf die Vorranggebiete Repowering (0,27 % der Planungsraumfläche). Hinzu kommen Flächen in einer Größenordnung von rund 230 ha im Wege von Sonderregelungen für die Errichtung von zwei Trainingsanlagen im Bereich Enge-Sande sowie für Bereiche im Umfeld der Verteidigungsanlagen Bramstedtlund 1 und Bramstedtlund 2 der Bundeswehr. In der Summe wird der Umfang der Flächenausweisung von 2012 damit um rd. 1.400 ha übertroffen.

Der Planungsraum I zeichnet sich durch seine überwiegend dünn besiedelte ländliche Struktur aus, zugleich sind aufgrund der naturräumlichen Vielfalt touristisch stark geprägte Teilräume vorhanden, hier insbesondere die Bereiche der Ost- und Nordseeküsten sowie die Schlei. Schwerpunkte der Siedlungstätigkeit bilden das Oberzentrum Flensburg sowie die zwei Mittelzentren Husum und Schleswig mit den dazugehörigen Stadt-Umland-Bereichen.

Im Kreis Nordfriesland werden vier großflächige, einstweilig als LSG sichergestellte Gebiete mit einer Gesamtfläche von 38.620 ha von einer Windenergienutzung freigehalten. Die Bereiche der Geest und Marsch im westlichen Teil des Kreises Schleswig-Flensburg und im Kreis Nordfriesland mit der Ausnahme von Eiderstedt und der zukünftigen Landschaftsschutzgebiete sind bereits durch einen hohen Bestand von WKA geprägt. Ein weiterer Zubau in diesen Bereichen war nur in untergeordnetem Maße raumverträglich möglich.

Der Naturpark Schlei nördlich von Eckernförde ist der einzige Naturpark innerhalb des Planungsraumes. Innerhalb des Naturparks Schlei ist aufgrund der Bedeutung des Gebietes für den Landschaftsschutz sowie die Erholung nur in begrenztem Maße eine Windkraftnutzung denkbar. Dies spiegelt sich auch in der Inanspruchnahme des Naturparks durch Vorranggebiete wieder.

Der östliche Bereich Angelns außerhalb des Naturparks ist bisher wenig von Windkraft geprägt. Aufgrund der kleinteiligen Siedlungsstruktur ergaben sich in der Regel nur Potenzialflächen mit einer geringen Flächengröße. Daher erfolgte hier eine maßvolle Flächenausweisung.

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3.2.1. Planungsraum II

Im Abwägungsdurchgang konnten in der Summe ca. 5.370 ha geeignete Vorranggebiete identifiziert werden, dies entspricht ca. 1,55 % der Gesamtfläche des Planungsraumes II. Für Vorranggebiete Repowering konnten davon im Planungsraum ca. 366 ha gesichert werden. Insgesamt wird der Umfang der Flächenausweisung von 2012 damit übertroffen. Sonderregelungen für die Windkraftnutzung sind, abgesehen von einem Hinweis auf mögliche Höhenbeschränkungen im Genehmigungsverfahren im Bereich der DWD-Wetterradarstation Boostedt, nicht vorgesehen.

Der Planungsraum II zeichnet sich dadurch aus, dass hier zwei Oberzentren (Kiel, Neumünster) mit ihrem Ordnungs-/ Verdichtungsraum bzw. ihrem Stadt-Umland-Bereich sowie zwei Mittelzentren (Eckernförde, Rendsburg) sowie ein Unterzentrum mit Teilfunktion eines Mittelzentrums (Plön) mit dem dazugehörigen Umlandbereich liegen.

Weiterhin beherbergt der Planungsraum fünf von sechs landesweit ausgewiesenen Naturparken gänzlich oder zu sehr großen Anteilen. Die Naturparke zeichnen sich in ihren Kernbereichen durch eine hochwertige und schützenswerte Landschaft aus. Eine Windenergienutzung scheidet vielfach allein aufgrund von Tabukriterien (Landschaftsschutzgebiete, Naturschutzgebiete, Vogelschutzgebiete etc.) aus. In den übrigen Bereichen der Naturparke konnte in randlich betroffenen  Bereichen eine Ausweisung von Vorranggebieten vorgenommen werden.

Im Kreis Plön ist aufgrund der Tabukriterien „Dichtezentrum für Seeadler“ und „Landschaftsschutzgebiet“ der überwiegende Teil des Kreisgebietes von Potenzialflächen ausgeschlossen. Allein durch das Seeadlerdichtezentrum sind ca. 75% der Kreisfläche von einer Windenergienutzung ausgenommen. Darüber hinaus gibt es 19 ausgewiesene LSG sowie weitere Gebiete, die sich in Planung bzw. unmittelbar in der Umsetzung befinden.

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