Planungsdokumente: Online-Beteiligung Landesplanung - Teilaufstellung Regionalplan III, Sachthema Windenergie

Gesamträumliches Plankonzept zu dem Entwurf der Teilaufstellung des Regionalplans des Planungsraums III (Sachthema Windenergie)

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4.4. Ermittlung des Flächenbedarfes

Die Ermittlung der erforderlichen Fläche für die Vorranggebiete Repowering erfolgt in mehreren Schritten:

Die außerhalb der Vorranggebiete liegenden genehmigten WKA werden zunächst nach ihrem Repowering-Potenzial differenziert. Ein Repowering erfolgt in der Regel erst nach einer bestimmten Laufzeit (durchschnittliche Laufzeit zum Zeitpunkt des Repowering in SH: 17,5 Jahre). Überwiegend wurden in der Vergangenheit WKA bis 1 MW durch WKA mit 1,5 MW oder 2 MW ersetzt. Die gewünschten Folgen des Repowering (eine deutlich höhere Stromleistung mit weniger WKA) zeigen sich dann besonders deutlich. Der größte Teil der heutigen WKA weist eine Leistung in Richtung von 3 MW auf. Ziel der Vorranggebiete Repowering ist auch eine Steigerung der Effektivität. Daher wird für die Ermittlung der Flächengröße davon ausgegangen, dass in den Vorranggebieten Repowering WKA mit 3 MW errichtet werden. Hiervon ausgehend werden in einem ersten Schritt nur WKA berücksichtigt, die bis zur Veröffentlichung der Regionalpläne zu dem Sachthema Windenergie inkl. einem kleinen zeitlichen Puffer mehr als 10 Jahre in Betrieb sind (Stichtag: 01.01.2010) und eine Leistung von 2 MW oder weniger erbringen.

Von den auf diese Weise ermittelten WKA werden diejenigen abgezogen, die in einem Umkreis von 100 m um ein Vorranggebiet Windenergie liegen. Es ist überwiegend davon auszugehen, dass diese WKA Teil eines Windparks mit WKA innerhalb und außerhalb des Vorranggebiets sind. Ein Repowering, welches in der Regel zu einer Reduzierung der Anlagenzahl führt und auch führen soll, ist daher innerhalb eines Vorranggebiets möglich. Aus diesem Grund müssen für ein Repowering dieser WKA keine zusätzlichen Flächen reserviert werden.

Ausgehend von dem Vorgenannten weisen 588 WKA Repowering-Potenzial auf. Es ist davon auszugehen, dass für die übrigen WKA Repowering in der nahen Zukunft nicht zwingend anstehen wird.

Aufgrund der Vorgabe, dass eine Nutzung der Vorranggebiete Repowering nur möglich ist, wenn ein Ersetzen „Eins für Zwei“ erfolgt, sind mithin ausreichend Flächen für 294 WKA auszuweisen.

Es wird angenommen, dass in den Vorranggebieten Repowering WKA mit 3 MW Nennleistung errichtet werden. Ausgehend von Erfahrungen aus Bestandsgebieten lässt sich der Flächenbedarf mit ca. 3,5 ha/MW annehmen, allerdings hängt der genaue Flächenbedarf von den weiteren Vorgaben hinsichtlich der Nutzung der Gebiete ab. Hiervon ausgehend beträgt daher der Flächenbedarf für die Vorranggebiete Repowering 3.087 ha. Dies wird mit der Ausweisung von 3.125 ha erreicht.

Der Anteil von Vorranggebieten Windenergie mit rund 1,8 % der Landesfläche überwiegt demgegenüber deutlich, so dass der Flächenbedarf für die Vorranggebiete Repowering sich in das Gesamtkonzept einfügt. Von den 3.111 genehmigten Anlagen liegen 1.805 WKA (58 %) in der derzeitigen Kulisse der Vorranggebiete. Verschiedene Maßnahmen, um den Anlagenbestand auch unter dem neuen Planungskonzept so weit wie rechtlich vertretbar zu erhalten, haben also zum Erfolg geführt. 712 WKA stehen außerhalb und verfügen nicht über ein Repowering-Potenzial. Diese genießen Bestandsschutz.

Wollte man sämtlichen 1.306 WKA im Bestandsschutz eine Umzugsmöglichkeit nach dem Modell „Eins für Zwei“ ermöglichen, so wären für 653 Ersatz-WKA bei angenommenen 3,5 ha/MW rd. 6.856 ha Vorranggebiete Repowering erforderlich. Das entspräche rd. 0,43 % der Landesfläche. Für dieses Maximal-Szenario des Repowering-Modells wären also insgesamt 2,23 % der Landesfläche (1,8 % Vorranggebiete Windenergie plus 0,43 % Vorranggebiete Repowering) erforderlich.

4.5. Verfahren der Ermittlung der Vorranggebiete für Repowering

Für die Auswahl der Vorranggebiete Repowering gelten die für die Vorranggebiete Windenergie erarbeiteten Auswahlkriterien entsprechend. Ergänzend wurden folgende Kriterien zugrunde gelegt:

Die Flächen sind bisher nicht mit Windkraftanlagen bebaut.

Die Gebiete sind für ein Repowering von Altanlagen und die damit angestrebte Effektivitätssteigerung geeignet. Dies wurde für Gebiete angenommen, für die im Genehmigungsverfahren keine wesentlichen Beschränkungen für die Errichtung von Windkraftanlagen (z. B. Höhenbeschränkungen) zu erwarten sind.

Vorrangig wurden zudem solche Flächen als Vorranggebiet Repowering ausgewählt, in deren Nähe ein größerer Altanlagenbestand vorhanden ist, um eine Standortverlagerung und Entlastung in einem räumlichen Zusammenhang zu ermöglichen.

Im Falle einer zusätzlichen Belastung, die nicht mit der Konzentrationswirkung der Planung zu begründen ist, wurde von einer Auswahl als Vorranggebiet Repowering abgesehen.

Auch für die Vorranggebiete Repowering wurden, wie bei den Vorranggebieten Windenergie, die Umweltauswirkungen gem. § 9 Abs. 1 ROG geprüft und in den Umweltberichten beschrieben.

4.6. Erforderliche Umsetzungsschritte

Bisher beinhalten weder ROG noch LaplaG eine rechtssichere Grundlage dafür, die Nutzung von Vorranggebieten an Bedingungen zu knüpfen. Daher muss im Rahmen einer Änderung des LaplaG eine Regelung aufgenommen werden, die es dem Plangeber ermöglicht, Festlegungen in den Raumordnungsplänen mit Bedingungen und Befristungen zu versehen. Die Raumordnung ist Gegenstand der konkurrierenden Gesetzgebung. Die Länder können von dem ROG abweichende Regelungen treffen.

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