Planungs­dokumente: Entwurf Landschaftsrahmenplan für den Planungsraum I - Online-Beteiligungsverfahren

Band 2 - Erläuterungen

1.11. Schutzgebiets- und Biotopverbundsystem

In Tabelle 11: Gebiete mit besonderer Eignung zum Aufbau des Schutzgebiets- und Biotopverbundsystems werden Leitbilder und Entwicklungsziele zu den in Kapitel 4.1.1: Gebiete mit besonderer Eignung zum Aufbau eines Schutzgebiets- und Biotopverbundsystems des Hauptteiles des Landschaftsrahmenplanes behandelten Schwerpunktbereichen und zu besonders wichtigen Verbundachsen (Verbundachsen von überregionaler Bedeutung) des Schutzgebiets- und Biotopverbundsystems formuliert. Diese sind bei Planungen und Verfahren, die sich auf die beabsichtigte Funktion des Biotopverbundes auswirken können, zu berücksichtigen. Weitergehende gesetzliche Regelungen wie zum Beispiel bei gesetzlich geschützten Biotopen, NSG oder Natura 2000-Gebieten bleiben hiervon unberührt.

In den Teilbereichen des Biotopverbundsystemes, die von FFH- und Vogelschutzgebieten eingenommen werden, sind hinsichtlich der Bestandsbeschreibungen, Entwicklungsziele und Maßnahmen die aktuellen Standdarddatenbögen und Erhaltungsziele bzw. bereits vorliegende Managementpläne für die Natura 2000-Gebiete maßgeblich. Entsprechendes gilt für Gebiete, die sich gemäß § 12 LNatSchG künftig zu Wildnisgebieten entwickeln sollen.

Bei den formulierten Zielen und Maßnahmen handelt es sich um naturschutzfachliche Zielsetzungen und Vorschläge. Eine Abwägung mit anderen Nutzungsansprüchen hat an dieser Stelle nicht stattgefunden. Diese Abwägung sowie die konkrete Festlegung von Schutz-, Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen ist Aufgabe der sich aus den gesetzlichen Regelungen ergebenden Genehmigungs- und sonstigen Planverfahren oder sie erfolgt im Zuge der Umsetzung konkreter Naturschutzprojekte und Rechtsetzungsverfahren.

Andere Maßnahmen, die Bestandteil entsprechender Programme, wie zum Beispiel des integrierten Fließgewässer- und Seenschutzes sind, bleiben hiervon unberührt.

Die Leitbilder und Entwicklungsziele gründen sich vor allem auf die Auswertung landesweiter Biotopkartierungen sowie auf Erhebungen und Bewertungen, die im Zuge der Biotopverbundplanung durchgeführt wurden. Die Schwerpunktbereiche sind in den Abbildungen 1: Gebiete mit besonderer Eignung zum Aufbau eines Schutzgebiets- und Biotopverbundsystems Kreis Nordfriesland und Abbildung 2: Gebiete mit besonderer Eignung zum Aufbau eines Schutzgebiets- und Biotopverbundsystems Kreis Schleswig-Flensburg und Stadt Flensburg und in der Tabelle 11: Gebiete mit besonderer Eignung zum Aufbau des Schutzgebiets- und Biotopverbundsystems in gleicher Weise durchnummeriert. Die Kurztexte beschreiben für die Schwerpunktbereiche die derzeitige Situation und geben damit auch eine Begründung für die Aufnahme in das System. Sie benennen weiterhin grundsätzliche Entwicklungsziele und vorrangig erforderliche Maßnahmen. Für Verbundachsen werden nur Entwicklungsziele formuliert. Die Darstellungen sind als grobe Leitlinien aufzufassen, die die Gebiete nur in den wesentlichen Teilen beschreiben.

In der Regel liegen weitergehende Informationen zu den Zielen des Biotopverbundes bei der Oberen Naturschutzbehörde vor. Diese sind bei Planungen und Vorhaben, die sich auf die derzeitige oder beabsichtigte Funktion des Biotopverbundes auswirken können, dort einzuholen. Dies gilt insbesondere für die nicht in der Tabelle aufgeführten Gebiete und Verbundachsen.

Die namentlichen Bezeichnungen der einzelnen Landschaftselemente, beispielsweise der Fließgewässer, sind den topographischen Karten (TK 25 und TK 50) entnommen und stimmen gegebenenfalls mit den ortsüblichen Bezeichnungen nicht überein.

Es wird darauf hingewiesen, dass Vorschläge, die bestehende Nutzungen betreffen, nur im Einverständnis mit dem Grundeigentümer umzusetzen sind. Dieses gilt in besonderem Maße für Wiedervernässungen, bei denen auch angrenzende Flächen zu berücksichtigen sind. Die Auswahl der Gebiete beruht auf den Fachbeiträgen der Oberen Naturschutzbehörde.

Tabelle 11: Gebiete mit besonderer Eignung zum Aufbau eines Schutzgebiets- und Biotopverbundsystems

Nordfriesische Geestinseln
Schwerpunktbereiche
Nr. 450 Kampener Geest und Lister Haken
BestandWeitgehend von Küstendünen geprägter Nordteil der Insel Sylt. Im Süden sind als Besonderheiten die Steilküste am „Roten Kliff“, die „Braderuper Heide“ und die Salzwiesen des „Nielönn“, im Norden die „Lister Marsch“ als Gebiet, das die Voraussetzungen für eine Unterschutzstellung als NSG erfüllt, in den Schwerpunktbereich einbezogen.
EntwicklungszielErhaltung der derzeitigen Situation im Bereich der bestehenden Naturschutzgebiete; in der Lister Marsch Wiederherstellung naturnaher und halbnatürlicher Marsch- und Salzwiesenlebensräume gemäß vorliegendem Pflege- und Entwicklungskonzept
MaßnahmenBesucherlenkende Maßnahmen; Verminderung der Nutzungsintensität in der Lister Marsch; Einrichtung einer Pufferzone am Westrand der Braderuper Heide und nachfolgend Entwicklung von Heide- und Magerrasenlebensräumen
Nr. 451 Flughafen Westerland und Jükermarsch
BestandFlughafengelände mit ausgedehnten Magerrasen und Heiden, Hochstaudenfluren und sonstigen Sukzessionsflächen sowie vergleichsweise extensiv genutztem Grünland. In der östlich angrenzenden Jückermarsch finden sich beweidete Salzwiesen, die von einem naturnahen Prielsystem durchzogen sind, sowie trocken-magere Lebensräume in den Randbereichen. Vorkommen einer großen Anzahl gefährdeter Tier- und Pflanzenarten
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines großflächigen naturraumtypischen Landschaftsausschnittes mit ausgedehnten Magerrasen, Heiden und Salzwiesen. Erhaltung des räumlichen Verbundes zwischen den an der Ost- und Westseite der Insel gelegenen Naturschutzgebieten
MaßnahmenPflegemaßnahmen zur Erhaltung der Heiden und Magerrasen; Biotopentwicklungsmaßnahmen im Bereich der derzeit landwirtschaftlich genutzten Flächen
Nr. 452 Archsumer Salzwiesen
BestandGrößte unbedeichte Salzmarsch der Nordfriesischen Inseln zwischen Keitum und Morsum. Eingeschlossen sind fossile Strandwälle und die ehemaligen Kliffs des Archsumer und Morsumer Geestkerns. Naturnahe Salzwiesen finden sich aufgrund von Entwässerung und Beweidung nur in kleinen Teilbereichen
EntwicklungszielWiederherstellung einer der natürlichen Küstendynamik unterliegenden unbeweideten, in Teilbereichen extensiv beweideten Salzmarsch
MaßnahmenVerminderung der landwirtschaftlichen Nutzungsintensität; Einstellen der Binnenentwässerung
Nr. 453 Morsum Kliff und Salzwiesen an der Ostküste
BestandBesonders vielfältiger Landschaftsausschnitt an der Ostküste Sylts mit dem geologisch bedeutsamen Morsumkliff, einem besonders seltenen Hangmoor, Dünen, artenreichen atlantischen Trocken- und Feuchtheiden, Magerrasen sowie ausgedehnten, vielfältigen, zumeist extensiv genutzten Salzwiesen- und Strandwallebensräumen
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines besonders vielfältigen, naturraumtypischen Biotopkomplexes, der vor allem das Morsumkliff, ein besonders seltenes Hangmoor, Dünen, artenreiche Trocken- und Feuchtheiden, Magerrasen sowie ausgedehnte, zumeist extensiv genutzte Salzwiesen und Strandwälle umfasst
MaßnahmenVerminderung der landwirtschaftlichen Nutzungsintensität; besucherlenkende Maßnahmen
Nr. 454 Sylter Marsch zwischen Munkmark und Osterende
BestandNoch weitgehend unverbaute, eingedeichte Marschlandschaft zwischen Osterende und der westlichen Dünenkette bei Süderende. Typische Lebensräume sind die alten Priele und die zahlreichen, vergleichsweise extensiv genutzten Feuchtwiesen. Das gesamte Gebiet ist ein besonders bedeutsamer Lebensraum für Wiesenvögel
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung einer vergleichsweise extensiv genutzten Grünlandmarsch mit den typischen naturnahen Kleinstrukturen; Erhaltung der alten Prielsysteme
MaßnahmenVerminderung der landwirtschaftlichen Nutzungsintensität; Anhebung des Wasserstandes in Teilbereichen
Nr. 455 Rantum Becken
Bestand Eingedeichtes ehemaliges Vorland- und Wattgebiet mit permanenter Wasserfläche sowie ausgedehnten, periodisch überfluteten Schilfröhrichten und Quellerwatten. Im Westteil finden sich auf Flugsandkuppen Krähenbeeren-Kriechweiden-Bestände, die unter dauerndem Grundwassereinfluss Niedermoor- bzw. Dünentalcharakter aufweisen. Seit 1982 über ein Siel einströmendes Salzwasser führt zur Zunahme watttypischer Pflanzen- und Tierarten.
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines von Salzwasser geprägten, sekundären Küstenlebensraumes
MaßnahmenWeiterführung der bisherigen Biotopentwicklungsmaßnahmen
Nr. 456 Rantumer und Hörnumer Dünen
BestandVorwiegend von Küstendünen beherrschter Südteil der Insel Sylt, der als Besonderheit zahlreiche feuchte Dünentäler aufweist. Auf der Wattseite schließt sich ein durchgehendes, zumeist schmales Band von Salzwiesen an die Dünenkette an. Ein größerer Salzwiesenkomplex, der über ein Schöpfwerk entwässert wird, findet sich im Norden vor Rantum
EntwicklungszielErhaltung der derzeitigen Situation im Bereich der bestehenden Naturschutzgebiete; im Bereich der ”Rantumer Salzwiesen” Erhaltung und Entwicklung eines Mosaiks aus unbeeinflussten und extensiv genutzten, halbnatürlichen Inselsalzwiesen
MaßnahmenBesucherlenkende Maßnahmen; im Bereich der Salzwiesen Anhebung des Wasserstandes und Verminderung der landwirtschaftlichen Nutzungsintensität
Nr. 457 Amrum
BestandGeestinsel von vergleichsweise ursprünglichem Charakter mit sehr hohem Anteil typischer naturnaher und halbnatürlicher Lebensräume; vergleichsweise geringe Zersiedlungstendenz und sehr geringer Anteil landwirtschaftlich intensiv genutzter Flächen. Von besonderer Bedeutung für den Naturschutz sind der ausgedehnte Kniepsand und der breite Dünengürtel im Westen, Feucht- und Trockenheiden sowie Magerrasen im mittleren Teil und die Salzwiesen an der Ostseite der Insel.
EntwicklungszielErhaltung der derzeitigen Situation; in derzeit landwirtschaftlich genutzten Teilbereichen Entwicklung von Heiden, Magerrasen und extensiv genutzten und ungenutzten Salzwiesen
MaßnahmenBiotopentwicklungsmaßnahmen in derzeit landwirtschaftlich genutzten Bereichen
Nr. 458 Godelniederung auf Föhr
BestandGeomorphologisch einzigartige, durch Strandwälle von der Nordsee abgeschnittene Küstenniederung mit einem vielfältigen Lebensraummosaik aus beweideten und ungenutzten Salzwiesen, Feuchtgrünland unter Brackwassereinfluss, Fließgewässern sowie Schlickgras- und Schilfbeständen; bedeutendes Vogelbrut- und Rastgebiet
EntwicklungszielWiederherstellung einer der natürlichen Dynamik unterliegenden Küstenniederung (Lagune) mit unterschiedlichen natürlichen bis halbnatürlichen, salz- und süßwasserbeeinflussten Lebensräumen
MaßnahmenWiederherstellung eines weitgehend natürlichen Wasserregimes; Aufgabe intensiver landwirtschaftlicher Nutzungen; soweit erforderlich Pflegemaßnahmen zur Erhaltung der Vogelrast- und Brutplätze; Änderung der Wegeführung im Gebiet
Nr. 459 Toftumer Heide auf Föhr
BestandKleiner Überrest einer ehemals großen Heidefläche der Föhrer Geest; Verbuschung durch Zitterpappel, Grauweiden und Brombeeren; in der Umgebung Acker- und Grünlandnutzung
EntwicklungszielWiederherstellung einer offenen bis halboffenen Heidefläche mit Trocken- und Feuchtheidebeständen; Auflichtung der Gehölzbestände; Neuentwicklung von Heide- und Magerrasenlebensräumen im Bereich derzeit landwirtschaftlich genutzter Randflächen; Einrichtung einer ungedüngten Pufferzone im Westen des Gebietes
MaßnahmenAufgabe intensiver landwirtschaftlicher Nutzungen; Auflichtung des Gehölzaufwuchses; Biotopentwicklungsmaßnahmen im Bereich der landwirtschaftlichen Nutzflächen
Nordfriesische Marschinseln
Schwerpunktbereiche
Nr. 460 Halligen Hooge, Langeneß, Oland, Gröde-Appelland und Nordstrandischmoor
BestandWeitgehend von landwirtschaftlichen Nutzungen geprägte, größere Halligen mit ausgedehnten Salzwiesen unterschiedlicher Nutzungsintensität und typischen Kleinstrukturen wie Prielen, Flutmulden, Kolken, Grüppen und den Kuppelnestern der Gelben Wiesenameise als faunistische Besonderheit; besondere Bedeutung für Brut- und Rastvögel; Nutzungsintensivierung und Beseitigung von Kleinstrukturen haben eine schleichende negative Lebensraumveränderung bewirkt.
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung ausgedehnter, extensiv bis nicht genutzter Salzwiesen und Hallig typischer Kleinstrukturen; im Zusammenhang mit den zum Nationalpark gehörenden Vorlandbereichen und Wattflächen Aufbau naturraumtypischer Biotopkomplexe
MaßnahmenVerminderung der landwirtschaftlichen Nutzungsintensität in Teilbereichen; Maßnahmen zur Erhaltung der typischen Kleinstrukturen; Vermeidung weiterer Maßnahmen, die die Verweildauer des Salzwassers nach Überflutung verringern; Erstellung von Entwicklungskonzepten insbesondere in Zusammenarbeit mit dem Tourismus und der Landwirtschaft
Nr. 461 Waldhusener Tief und Bekstrom auf Pellworm
BestandNatürlich entstandenes, unter dem Meeresspiegel liegendes, salzwasserbeeinflusstes Flutrinnensystem, das über ein Schöpfwerk bei Tammensiel entwässert wird. Die periodisch entstehenden Weichboden- und Schlammfluren sind wichtiger Nahrungsraum für Wat- und Wasservögel. Unmittelbar angrenzend intensive Grünland- und Ackernutzung
EntwicklungszielErhaltung der offenen, periodisch überflutendeten Salzwasserlagunenlandschaft; in den Randbereichen Einrichtung einer ungedüngten und ungenutzten Pufferzone
MaßnahmenVerringerung der landwirtschaftlichen Nutzungsintensität in den Randbereichen
Nordfriesische Marsch nördlich Niebüll
Schwerpunktbereiche
Nr. 462 Rickelsbüller Koog
BestandEhemalige Watt- und Vorlandbereiche, die sich nach der Eindeichung in einen von Süßwasser beeinflussten Lebensraum gewandelt haben. Typische Lebensräume sind ausgedehnte, nach ornithologischen Gesichtspunkten beweidete Bereiche, kleinere unbeweidete Areale und offene Wasserflächen (Süßwasser); bedeutender Brut- und Rastplatz für viele Seevogelarten
EntwicklungszielErhaltung der derzeitigen Situation
MaßnahmenFortführung des Beweidungsmanagements vorwiegend nach ornithologischen Gesichtspunkten
Nr. 463 Gotteskoog
Bestand:Naturnaher Überrest der ehemals ausgedehnten amphibischen Landschaft, die noch Ende des 18. Jahrhunderts mehrere 1000 Hektar Marschland zwischen Aventoft und Niebüll einnahm. Von ehemals mindestens 3000 Hektar offener Wasserfläche sind heute nur noch rund 30 Hektar verblieben. Noch in den sechziger Jahren war der Gotteskoogsee eine weitgehend offene Wasserfläche. Die frühere Seefläche wird heute vorwiegend von brackwasserbeeinflussten Schilfröhrichten geprägt, die von zahlreichen kleineren Weidengebüschen durchsetzt sind. Teile des Gebietes sind mit standortfremden Gehölzen aufgeforstet. Das unter dem Meeresspiegel liegende, eingedeichte Gebiet wird über ein Schöpfwerk bei Neumark in den Ruttebüller See entwässert.
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines im Naturraum selten gewordenen Biotopkomplexes, bestehend aus offenen Wasserflächen, ausgedehnten Schilfröhrichten, Weidengebüschen sowie sehr extensiv genutzten Feuchtwiesen und Seggenrieden in den Randbereichen
MaßnahmenPrüfung weiterer Möglichkeiten zur Anhebung des Wasserstandes; Aufgabe intensiver landwirtschaftlicher Nutzungen in den Randbereichen
Nr. 464 Ruttebüller See
Bestand:Deutscher Teil der überwiegend in Dänemark gelegenen, eingedeichten Wiedauniederung mit dem Ruttebüller See, ausgedehnten Schilfröhrichten und Weidengebüschen. Die Wasserflächen des Ruttebüller Sees sind von einer geschlossenen Röhrichtzone umgeben. Das Gebiet umfasst auch kleinere Feuchtwiesenanteile.
EntwicklungszielErhaltung eines naturraumtypischen Biotopkomplexes aus offenen Wasserflächen, Röhrichten, Weidengebüschen und nassen Grünlandlebensräumen
MaßnahmenVerringerung von Nährstoffeinträgen; Pflegenutzung zur Erhaltung und Entwicklung nasser Grünlandlebensräume
Nr. 465 Ehemaliger Aventofter See und Haasberger See südöstlich Aventoft
Bestand:Weitgehend trockengelegte frühere Seen, die wie der Gotteskoog See ehemals Teil der ausgedehnten amphibischen Landschaft bei Aventoft waren. Der ehemalige Aventofter See ist trockengelegt und weitgehend mit standortfremden Gehölzen aufgeforstet. Im eingedeichten Haasberger See, der als Speicherbecken dient, dominieren Schilfröhrichte, Großseggenriede und feuchtes Grünland. Westlich angrenzend am Dreiharder Gotteskoogstromes finden sich extensiv genutzte und brachliegende nasse Grünlandflächen.
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines im Naturraum selten gewordenen Biotopkomplexes, bestehend aus offenen Wasserflächen, ausgedehnten Röhrichten, Sumpfwäldern sowie sehr extensiv genutzten Feuchtwiesen und Seggenrieden
MaßnahmenPrüfung von Möglichkeiten zur Anhebung des Wasserstandes; Umwandlung der landschafts- und standortfremden Waldbestände; Aufgabe intensiver land- und forstwirtschaftlicher Nutzungen
Verbundachsen von überregionaler Bedeutung
Hülltofter Tief / Schmale
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung von Röhrichten, Weidengebüschen und nassen Grünlandlebensräumen auf nährstoffreichen Marschböden
Schlage / Kahlebüller See
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung von Röhrichten, Weidengebüschen, Sumpf- und Bruchwäldern sowie nassen Grünlandlebensräumen auf Niedermoorböden
Unterlauf der Süderau (Grenzfluss)
EntwicklungszielEntwicklung naturnaher und halbnatürlicher offener Lebensräume südlich des Deiches; Rückverlagerung des Deiches und Renaturierung des Fließgewässers in geeigneten Teilbereichen
Nordfriesische Marsch zwischen Niebüll und Ockholm
Schwerpunktbereiche
Nr. 467 Bottschlotter See
Bestand:Eingedeichter, verlandender See, der in seiner Biotopvielfalt und Biotopqualität für die Nordfriesische Marsch einzigartig ist. Neben offener Wasserfläche mit Schwimmblattvegetation und ausgedehnten Röhrichten finden sich in fließenden Übergängen Großseggenriede, Verlandungsbereiche mit Niedermoorvegetation, Weidengebüsche, Flutrasen, Sumpfdotterblumenwiesen und ein dichtes Grabennetz.
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines naturraumtypischen, heute seltenen Biotopkomplexes; Entwicklung von Nasswiesen und Feuchtgehölzen im Randbereich
MaßnahmenVerminderung der Nutzungsintensität und Anhebung des Wasserstandes zur Entwicklung von nassem Grünland im nordöstlichen Grünlandbereich
Nr. 468 Hauke-Haien-Koog
Bestand:Im Jahre 1959 fertiggestelltes, weitgehend verlandetes Speicherbecken mit offenen Wasserflächen, ausgedehnten Schilfröhrichten und Feuchtgrünlandflächen; Gebiet von besonderer Bedeutung als Brut-, Mauser- und Rastplatz für die Vogelwelt.
EntwicklungszielErhaltung der derzeitigen Situation
MaßnahmenBeweidungsmanagement zur Erhaltung eines Lebensraumes für Wiesenbrüter
Verbundachse von überregionaler Bedeutung
Soholmer Au / Bongsieler Kanal
Entwicklungsziel Binnendeichs Entwicklung naturnaher und halbnatürlicher, überwiegend offener Lebensräume durch Vernässung deichnaher Flächen; zwischen den Deichen möglichst weitgehende Nutzungsextensivierung und Entwicklung naturnaher Uferstrukturen; im Bereich Bargumer Heide Rückbau des südseitigen Deiches und Ausweisung dieses Niederungsbereichs als Überschwemmungsgebiet.
Nordfriesische Marsch zwischen Ockholm und Hattstedt
Schwerpunktbereiche
Nr. 469 Bredstedter Koog
Bestand:Weitgehend als Grünland genutzter Koog, der von vergleichsweise hohem Wasserstand und einem dichten Grabennetz geprägt wird
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung einer kleinstrukturreichen, feuchten bis nassen Grünlandmarsch
MaßnahmenAnhebung des Wasserstandes; Verminderung der landwirtschaftlichen Nutzungsintensität; Umwandlung von Ackerflächen in Grünland
Nr. 470 Beltringharder Koog
Bestand:Eingedeichter ehemaliger Wattenmeer- und Vorlandbereich mit ausgedehnten Salz- und Süßwasserlebensräumen, terrestrischen offenen Sukzessionsflächen und kleineren beweideten Arealen; besondere Bedeutung als Brut- und Rastgebiet für Wat- und Wasservögel.
EntwicklungszielErhaltung der derzeitigen Situation
MaßnahmenFortführung des Flächenmanagements
Nr. 471 Trendermarsch (Nordstrand)
Bestand:Weitgehend als Grünland genutzter Koog, der insbesondere im Westen von vergleichsweise hohem Wasserstand, einem dichten Grabennetz und einer Vielzahl von Tränkekuhlen geprägt wird. In Deichnähe finden sich ausgedehnte Röhrichte.
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung einer kleinstrukturreichen, in Teilbereichen feuchten bis nassen Grünlandmarsch
MaßnahmenAnhebung des Wasserstandes; Verringerung der landwirtschaftlichen Nutzungsintensität; Umwandlung von Ackerflächen in Grünland
Verbundachse von überregionaler Bedeutung
Unterlauf der Arlau und der Ostenau südlich Almdorf
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung einer breiten naturnahen Uferzone
Eiderstedter Marsch westlich Garding
Schwerpunktbereiche
Nr. 472 Küstendünen bei Sankt Peter-Ording
Bestand:Einziges ausgedehntes Festland-Küstendünengebiet der schleswig-holsteinischen Nordseeküste. Typische Lebensräume sind vor allem Dünen aller Entwicklungsstadien von der Vordüne bis zur Braundüne, feuchte Dünentäler und Salzwiesen; Dünen teilweise mit Kiefern, Fichten, Birken und Erlen aufgeforstet. Das Gebiet ist insbesondere im Bereich von Bad Sankt Peter stark anthropogen überformt und durch die Bebauung in Einzelflächen aufgesplittert. Es umfasst auch den 150 Meter breiten Streifen zwischen dem Deich und der Grenze des Nationalparks, der überwiegend von natürlichen Salzwiesen, Brackwasserröhrichten und Feuchtheiden eingenommen wird. Im Südosten bei Eckhof sind binnendeichs gelegene Grünlandmarschen in das Gebiet eingeschlossen.
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung einer für das Festland einmaligen Küstenlandschaft; im Südosten des Gebietes Erhaltung und Entwicklung einer kleinstrukturreichen, feuchten Grünlandmarsch
MaßnahmenErhaltung aller nach § 30 BNatSchG geschützten Lebensräume und möglichst weitgehende Wiederherstellung natürlicher Standortbedingungen; Waldumbau oder -umwandlung im Bereich der aufgeforsteten Dünen und Dünentäler; Lenkung der Erholungsnutzung; im südöstlichen Grünlandbereich Verringerung der landwirtschaftlichen Nutzungsintensität und Anhebung des Wasserstandes.
Nr. 473 Utholm
Bestand:Altes Siedlungsgebiet „Utholm“ im Nordwesten Eiderstedts, das noch weitgehend von traditionell genutztem Marschengrünland geprägt ist. Das Grünland weist in weiten Teilen noch die ursprüngliche Beet-Grüppen-Struktur sowie eine große Zahl von Tränkekuhlen auf. In Deichnähe finden sich einige Kleientnahmestellen mit brackigen Kleingewässern und Röhrichten sowie brachliegende und beweidete Salzwiesen. Große Teile des Gebietes befinden sich im Besitz der Stiftung Naturschutz.
EntwicklungszielErhaltung einer vergleichsweise ursprünglichen extensiv genutzten Grünlandmarsch mit den typischen naturnahen Kleinstrukturen. Die Erhaltungsziele für das Vogelschutzgebiet Eiderstedt sind zu beachten.
MaßnahmenVerringerung der landwirtschaftlichen Nutzungsintensität und Anhebung des Wasserstandes in Teilbereichen
Nr. 474 Köge nördlich Tating
Bestand:Tiefgelegene Köge im Bereich alter Priele, die durchweg von Grünland eingenommen werden; Gebiet mit hoher Kleinstrukturdichte (insbesondere Tränkekuhlen und Gräben)
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung von Marschengrünland bei möglichst hohem Wasserstand sowie Entwicklung von nassen Sukzessionsflächen, Röhrichten und Feuchtgebüschen im Bereich der alten Priele. Im Nordteil sind die Erhaltungsziele für das Vogelschutzgebiet Eiderstedt zu beachten.
MaßnahmenVerringerung der landwirtschaftlichen Nutzungsintensität; Nutzungsaufgabe in Teilbereichen; Anhebung des Wasserstandes
Verbundachse von überregionaler Bedeutung
Gebiet nordöstlich Brösum einschließlich des Gebietes ”Brösumer Spätinge”
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung von Marschengrünland bei möglichst hohem Wasserstand sowie Erhaltung von Röhrichten, naturnahen Gewässern und Salzwiesen im Bereich ”Brösumer Spätinge”
Eiderstedter Marsch zwischen Garding und Witzwort und Eider-Treene-Niederung
Schwerpunktbereiche
Nr. 475 Köge westlich Oldenswort
Bestand:Tiefgelegene Köge mit hohem Anteil an Marschengrünland, das noch von der ursprünglichen Beet-Grüppen-Struktur sowie einer hohen Dichte an Gräben und Tränkekuhlen geprägt ist.
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung von Marschengrünland; an besonders tief gelegenen Stellen Entwicklung von typischen naturnahen Biotopen der Marsch (zum Beispiel Röhrichte, Feuchtgebüsche und flache Gewässer); dabei sind die Erhaltungsziele für das Vogelschutzgebiet Eiderstedt zu beachten.
MaßnahmenAnhebung des Wasserstandes im Grünlandbereich
Verbundachsen von überregionaler Bedeutung
Grünlandmarsch nordwestlich Tetenbüll
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung von Marschengrünland bei möglichst hohem Wasserstand und von typischen naturnahen Biotopen der Marsch an besonders tief gelegenen Stellen
Gebiete im Adenbüller Koog
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung von Marschengrünland bei möglichst hohem Wasserstand und von typischen naturnahen Biotopen der Marsch an besonders tief gelegenen Stellen
Gebiete südwestlich Uelvesbüll einschließlich ”Feuchtwiesen im Osteroffenbüllkoog”
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung von Marschengrünland bei möglichst hohem Wasserstand und von typischen naturnahen Biotopen der Marsch an besonders tief gelegenen Stellen
Eiderstedter Marsch zwischen Witzwort und dem Geestrand
Schwerpunktbereiche
Nr. 476 Obbenskoog nördlich Witzwort
Bestand:Tiefgelegene Teilbereiche des Obbenskooges und des Haimoorkooges im Bereich alter verlandeter Priele mit hohem Anteil an Schilfbeständen und Feuchtgrünlandflächen
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung von Marschengrünland bei möglichst hohem Wasserstand und von typischen naturnahen Biotopen der Marsch an besonders tief gelegenen Stellen
MaßnahmenAnhebung des Wasserstandes im Grünlandbereich
Nr. 477 Porrenkoog bei Husum
Bestand:Durchweg als Grünland genutzter Koog, der von vergleichsweise hohem Wasserstand und einem dichten Grabennetz geprägt wird.
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung einer an naturraumtypischen Kleinstrukturen reichen, nassen Grünlandmarsch
MaßnahmenAnhebung des Wasserstandes; Verminderung der landwirtschaftlichen Nutzungsintensität
Nr. 478 Rüterlandmoor in der Südermarsch südlich Mildstedt
Bestand:Ehemaliges Niedermoorgebiet am Geestrand, das heute weitgehend als Grünland genutzt wird. Im westlichen, intensiver genutzten Teil finden sich ausgedehnte Feuchtwiesen. Im Osten sind bei geringerer Nutzungsintensität neben Feuchtwiesen auch naturnahe Niedermoorreste erhalten.
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines großflächigen naturraumtypischen Biotopkomplexes, bestehend aus ausgedehnten nassen Grünlandlebensräumen und naturnahen, sekundären Niedermoorlebensräumen
MaßnahmenAnhebung des Wasserstandes; Verringerung der landwirtschaftlichen Nutzungsintensität; Erhöhung des Anteils ungenutzter Flächen
Nr. 479 Schwabstedter Westerkoog
Bestand:Im Jahre 1968 eingedeichter Polder am tiefgelegenen vermoorten Geestrand, der von der Oldersbek durchflossen wird; ausgedehntes Sumpfgebiet mit Schilfröhricht, Weidengebüschen und freien Wasserflächen; vergleichsweise extensiv bzw. ungenutzte Randbereiche mit binsen- und Seggen reicher Niedermoorvegetation und hoher Kleinstrukturdichte (Gehölze, naturnahe Gräben, Weidengebüsche); im Norden außendeichs Schwarzerlen-Weiden-Röhricht-Komplex
EntwicklungszielErhaltung eines naturnahen, von hohem Wasserstand geprägten Polders; in den Randbereichen Erhaltung und Entwicklung extensiv genutzter nasser Grünlandlebensräume
MaßnahmenAnhebung des Wasserstandes in den Randbereichen; Verringerung der Nutzungsintensität in derzeit intensiv genutzten Bereichen, Wiederaufnahme einer Pflegenutzung in einigen brachgefallenen Bereichen
Nr. Nr. 480 Eider zwischen Nordfeld und Eidersperrwerk (kreisübergreifendes Gebiet)
BestandEingedeichter Unterlauf der Eider, der von ausgedehnten Flusswatten, nassen Grünlandlebensräumen (vor allem im Bereich der bestehenden NSG) und von Flussröhrichten geprägt wird. Von besonderer Bedeutung ist der Übergang von süßwasser- zu salzwasserbeeinflussten Lebensräumen. Durch das Eidersperrwerk sind Flusslauf und Uferbereiche der natürlichen Dynamik weitgehend entzogen. Die Regulierung der Eider, die mit dem Bau des Eidersperrwerkes schließlich zur weitgehenden Abschottung des Flusses vom Einfluss der Nordsee führte, erfolgte über mehrere Jahrhunderte. Trotz der Regulierungsmaßnahmen ist der Flusslauf noch relativ mäanderreich. Uferbegleitend kommen unter anderem mehr oder weniger breite Schilfstreifen vor. Im Mündungsgebiet weitet sich die Eider stark auf. Hier treten unter anderem Tideröhrichte und Sukzessionsgebiete mit Weiden- und Erlen-Beständen (in Nordfriesland) hinzu. Von besonderer Bedeutung ist der Salzgradient entlang der Eider, der die Voraussetzung für das Vorkommen zahlreicher spezialisierter Tier- und Pflanzenarten schafft. Im Mündungsbereich der Eider liegen mit der „Grünen Insel” und dem „Oldensworter Vorland” im Kreis Nordfriesland sowie dem „Dithmarscher Eidervorland mit Watt” auf Dithmarscher Seite drei großflächige Naturschutzgebiete, in denen die angestrebte Entwicklung zu naturnahen Lebensräumen bereits weitgehend fortgeschritten ist. Gebiet von herausragender ornithologischer Bedeutung.
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung naturbetonter flussufer- und niederungstypischer Lebensräume im Deichvorland der Eider soweit dies mit der Funktion der Eider als Bundeswasserstraße vereinbar ist; Erhaltung der salzwasserbeeinflussten Flusswatten
MaßnahmenUmsetzung des vorliegenden Entwicklungskonzeptes
Verbundachsen von überregionaler Bedeutung
Adolfskoog südlich Simonsberg mit Naturschutzgebiet ”Wester-Spätinge”
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung einer kleinstrukturreichen Grünlandmarsch bei möglichst hohem Wasserstand sowie Entwicklung von nassen Sukzessionsflächen mit Röhrichten und Feuchtgebüschen in den tief gelegenen Bereichen
Rosenburger Deep
EntwicklungszielEntwicklung von feuchten bis nassen Grünlandlebensräumen sowie von nassen Sukzessionsflächen mit Röhrichten und Feuchtgebüschen in den tief gelegenen Bereichen
Unterlauf der Treene
EntwicklungszielEntwicklung einer möglichst breiten naturnahen Uferzone
Lecker Geest
Schwerpunktbereiche
Nr. 481 Süderlügumer und Westrefelder Geest
Bestand:Ausgedehntes, standörtlich vielfältiges Binnendünen- und Moorgebiet im Bereich der Hohen Geest mit zahlreichen schutzwürdigen naturnahen Lebensräumen. Ein Großteil der ehemaligen Moor- und Heidestandorte wird von naturfernen, älteren Nadelwaldbeständen eingenommen. Hohes Entwicklungspotenzial im derzeit forstwirtschaftlich genutzten Bereich aufgrund der besonderen Nährstoffarmut und Standortvielfalt
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines naturraumtypischen Biotopkomplexes mit kleinräumigem Wechsel von offenen und halboffenen Magerrasen und Heiden auf Binnendünen und Flugsand, Mooren, Heide- und Moorgewässern sowie möglichst lichten Waldbeständen (Heidewald) mit hohem Laubgehölzanteil
MaßnahmenWaldumbau; Freistellen von Sonderstandorten; Wiederherstellung eines weitgehend natürlichen Wasserregimes
Nr. 483 Leckfeld nördlich Leck
Bestand:Überwiegend von Flugsand geprägtes Gebiet am Nordrand des Flugplatzes mit ausgedehnten Magerrasen, Trocken- und Feuchtheidebeständen und Gebüschen.
EntwicklungszielErhaltung des Biotopbestandes
MaßnahmenBiotoppflegemaßnahmen zur Erhaltung der Heiden und Magerrasen
Nr. 484 Altmoränenkuppe zwischen Brebek und Lecker Au bei Kalfslund
Bestand:Sanft ansteigende Altmoränenkuppe zwischen Lecker Au und Brebek; ehemalige Heide-Moor-Landschaft. Die trockenen bis nassen nährstoffarmen Standorte werden heute überwiegend von Grünland, Äckern und kleineren Nadelgehölzen eingenommen. Einige kleine, weitgehend abgetorfte Hochmoorreste befinden sich im Pfeifengras- und Birkenstadium oder sind mit Fichten aufgeforstet. An den Wegrändern finden sich Arten der ursprünglichen Lebensräume.
EntwicklungszielEntwicklung einer vielfältigen halboffenen Weidelandschaft mit eingelagerten regenerierenden Hochmoorresten und kleineren lichten Laubwaldständen auf nassen bis trockenen, nährstoffarmen Standorten
MaßnahmenWiedervernässung der Hochmoorreste; Waldumbau; Extensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung.
Nr. 485 Moore im Klintumfeld
Bestand:Das Gebiet umfasst zwei Moorreste am südlichen Ortsrand von Leck mit Niedermoor-, Zwischenmoor- und Feuchtheidebeständen sowie dazwischenliegende Grünlandflächen. Das westliche Teilgebiet weist eine hohe Anzahl seltener und gefährdeter Pflanzenarten auf.
EntwicklungszielWiederherstellung eines Biotopkomplexes aus Moor, Feuchtheide und nassen Grünlandlebensräumen
MaßnahmenTeils Extensivierung, teils Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung
Nr. 486 Klintumer-Stadumer Geest (Rantzauhöhe / Klintumer Berg)
Bestand:Hoch aufragende, weitgehend bewaldete Altmoränenkuppe zwischen Leck, Enge-Sande und Stadum, die aufgrund der überdeckenden Binnendünen und Flugsande von besonderer Nährstoffarmut geprägt ist; vorwiegend forstwirtschaftlich, am Südrand bei hoher Dichte an naturnahen Kleinstrukturen teils militärisch und teils landwirtschaftlich genutzt. In den Waldbeständen überwiegen Nadelgehölze. In Teilbereichen, zum Beispiel am historischen Ochsenweg, sind naturnahe Trockenlebensräume erhalten oder offene Dünen, Moorsenken und Kleingewässer wurden durch Freistellung wiederhergestellt; hohe Anzahl besonders schutzwürdiger Einzelobjekte
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines naturraumtypischen Biotopkomplexes, bestehend aus möglichst lichten ”Heidewäldern” im Norden, offenen bis halboffenen, trocken-mageren Heide- und Magerrasenlebensräumen im Süden des Gebietes und im Kontakt zum Ochsenweg sowie mehreren nährstoffarmen Kleingewässern und Kleinstmooren
MaßnahmenUmbau naturferner Nadelwaldbestände in möglichst lichte Waldbestände mit hohem Laubgehölzanteil; Aufgabe der forstwirtschaftlichen Nutzung in Teilbereichen; Freistellen weiterer Sonderstandorte (zum Beispiel Randbereiche des Ochsenweges, Dünen und feuchte Senken); besonders geeignet als Naturerlebnisraum
Verbundachsen von überregionaler Bedeutung
Karlumberg (ehemals Schwerpunktbereich Nr. 482)
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung möglichst lichter, naturnaher Waldbestände (Heidewald) mit hohem Anteil an Laubgehölzen auf trocken-mageren Standorten; Waldumbau in Teilbereichen
Ehemaliges Heidegebiet Karlumfeld
EntwicklungszielEntwicklung von offenen bis halboffenen Heide- und Magerrasenlebensräumen; an der Karlumau Entwicklung nasser Grünland- und Niedermoorlebensräume; Fließgewässerrenaturierung
Niederung der Lecker Au und Randbereiche zwischen Sprakebüll und Leck
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung von Nasswiesen, Bruch- und Auwald im Niederungsbereich; im Klintumfeld und im Achtrupfeld Übergang zu trocken-mageren Lebensräumen; in den Laubwaldbeständen am nördlichen Talrand Entwicklung von Naturwald
Talraum der Lecker Mühlenau
EntwicklungszielEntwicklung einer weitgehend offenen Grünlandniederung mit nassen Grünlandlebensräumen sowie einzelnen Gehölzgruppen und Sukzessionsbereichen auf Niedermoorboden
Ehemaliges Heidegebiet südöstlich Tinningstedt
EntwicklungszielEntwicklung von feuchten bis trockenen, offenen bis bewaldeten Heide- und Magerrasenlebensräumen auf besonders nährstoffarmen Standorten
Alte Ochsenwegtrasse bei Schardebüll
EntwicklungszielWiederherstellung des historischen Ochsenweges mit trocken-mageren Lebensräumen in den Randbereichen
Heide und Magerrasen am Ochsenweg und im Soholmfeld
EntwicklungszielWiederherstellung des historischen Ochsenweges mit trocken-mageren Lebensräumen in den Randbereichen. Im Soholmfeld Entwicklung eines vielfältigen naturraumtypischen Biotopkomplexes, bestehend aus offenen bis halboffenen, nassen bis trockenen Heide-, Moor- und Grünlandlebensräumen auf besonders nährstoffarmen Standorten; Entwicklung eines lichten ”Heidewaldes” auf der Binnendüne bei Soholmfeld
Nördliche Bredtstedt-Husumer Geest einschließlich Arlau und Imme
Schwerpunktbereiche
Nr. 487 Bordelumer Heide / Stollberg
Bestand:Geomorphologisch markantes Altmoränengebiet mit dem 44 Meter hohen Stollberg. Auf dem nährstoffarmen Grundmoränenmaterial und auf Sandern der Saaleeiszeit finden sich bei kleinräumig wechselnden Standortverhältnissen ausgedehnte, von Nadelgehölzen dominierte Wälder, trockene Sandheiden, Feuchtheiden, kleinere Birkenwälder sowie zahlreiche natürliche und künstlich entstandene Heidegewässer. Im Süden überwiegen landwirtschaftlich genutzte Bereiche mit hoher Dichte an naturnahen Kleinstrukturen. Eine Besonderheit sind auch die Raseneisenerzvorkommen bei Büttjebüllund.
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines besonders vielfältigen naturraumtypischen Biotopkomplexes, der im Norden naturnahe und natürliche Wälder auf nährstoffarmen Standorten, Heidegewässer, offene und halboffene, trockene und feuchte Heiden auf Flugsand und im Süden ausgedehnte halboffene Magerrasen umfassen soll
MaßnahmenUmbau der Nadelwaldbestände in möglichst lichte ”Heidewälder”; Verringerung der landwirtschaftlichen Nutzungsintensität im Südteil des Gebiets; Pflegemaßnahmen zur Erhaltung der offenen Heideflächen; Fortführung der extensiven Teichwirtschaft
Nr. 488 Löwenstedter Sandberge / Wälder südlich Joldelund
Bestand:Nährstoffarmes Flugsand- und Sandergebiet zwischen Löwenstedt und Joldelund, das mit dem Naturschutzgebiet „Löwenstedter Sandberge“ noch einen kleinen Überrest der ehemals ausgedehnten Heidelandschaft aufweist. Die Dünen bei Joldelund werden vorwiegend von Nadelgehölzen eingenommen. Die landwirtschaftlich genutzten Bereiche (Grünland und Maisanbau) sind kleinräumig durch Knicks und kleinere Fichtengehölze gegliedert. Im Südwesten an der Neuen Au und nördlich Feddersburg sind feucht-nährstoffarme, derzeit als Grünland genutzte Standorte in das Gebiet einbezogen. Besonders hohes Entwicklungspotenzial der landwirtschaftlich genutzten Flächen aufgrund der Nährstoffarmut und des Vorkommens von Heide-Arten auch an Wegrändern und Knicks.
EntwicklungszielWiederherstellung eines Ausschnitts der ursprünglich vielfältigen Heidelandschaft mit offenen bis licht bewaldeten Lebensräumen auf den derzeit ungenutzten oder forstwirtschaftlich genutzten Binnendünen sowie Magerrasen und nährstoffarmen nassen Grünlandlebensräumen in den landwirtschaftlich genutzten Bereichen
MaßnahmenUmbau der Nadelwaldbestände in möglichst lichte Bestände; Aushagerung der landwirtschaftlich genutzten Flächen; Anhebung des Wasserstandes nördlich Feddersburg und an der Neuen Au
Nr. 489 Altmoränenlandschaft zwischen Großjörl und Kollund
Bestand:Komplexer, geomorphologisch markanter Landschaftsausschnitt der Hohen Geest mit hoher Biotopvielfalt und Biotopdichte; Altmoränenkuppe mit Laubwald auf frischen bis trockenen Standorten (teils NSG) umrahmt von vermoorten Niederungen mit Grünlandnutzung. Im Bereich des ehemals ausgedehnten Kollundmoores sind zahlreiche stark entwässerte Moorreste naturnah erhalten.
EntwicklungszielWiederherstellung eines repräsentativen Landschaftsausschnittes der Hohen Geest mit weitgehend unbeeinflusstem Laubwald, Hochmoor- und Niedermoorlebensräumen und wiedervernässten Sekundärbiotopen auf ehemaligen Moorstandorten (im Bereich des Kollundmoores) und naturnahen bis halbnatürlichen, nassen Auenbiotopen (im Norden des Gebietes)
MaßnahmenWiederherstellung eines weitgehend natürlichen Wasserregimes im Gesamtgebiet, Wiedervernässung der ehemaligen Hoch- und Niedermoorbereiche; unbeeinflusste Waldentwicklung
Nr. 490 Düne am Rimmelsberg und Umgebung
Bestand:Binnendüne mit Heide- und Krattvegetation; umgebende landwirtschaftliche Nutzflächen auf feucht- bis trocken-mageren Standorten (Flugsandgebiet)
EntwicklungszielErhaltung und großflächige Erweiterung einer Heidelandschaft mit trockenen Sandheiden, Feuchtheiden und Magerrasen; in den Randbereichen Erhaltung und Entwicklung größerer Laubgehölze (insbesondere Erhaltung eines Eichenkratts); Entwicklung eines Heideweihers
MaßnahmenAufgabe intensiver landwirtschaftlicher Nutzungen; bei Bedarf Pflegemaßnahmen zur Schaffung offener bis halboffener Biotoptypen; Wiederherstellung eines weitgehend natürlichen Wasserregimes im Gesamtgebiet
Nr. 491 Quellgebiet der Arlau / Herrenmoor
Bestand:Vermoortes Quellgebiet der Arlau mit dem Herrenmoor und angrenzendem feuchten bis nassen Grünland auf Niedermoorstandorten. Im Norden ist ein naturnaher Laubmischwald auf feuchten bis trockenen Standorten in das Gebiet einbezogen
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines Biotopkomplexes aus Hochmoor- und Niedermoorlebensräumen, nassen Grünlandlebensräumen und unbeeinflusstem Laubwald
MaßnahmenWiederherstellung eines weitgehend natürlichen Wasserregimes im Gesamtgebiet
Nr. 492 Ahrenviölfelder Westermoor
Bestand:Atlantisches Hochmoor am Rand der vermoorten Arlauniederung mit Pfeifengras- und Zwergstrauchbeständen im Zentrum und einer teils regenerierenden, teils von Weidengebüschen geprägten Torfstichzone an den Rändern
EntwicklungszielErhaltung verschiedener Hochmoor- und Niedermoorsukzessionsstadien auf anthropogen veränderten Moorböden; langfristig Hochmoorregeneration (nur im Zusammenhang mit einer Renaturierung der Arlauniederung möglich)
MaßnahmenAnhebung des Wasserstandes in den umgebenden Niedermoorbereichen
Nr. 493 Laubmischwald im Süderhackstedtfeld
Bestand:Laubmischwald mit Übergängen vom Eichenwald auf trockenen Standorten zu nassen Eschen-Ulmen-Erlenwaldbeständen
EntwicklungszielEntwicklung weitgehend unbeeinflusster Laubwaldbestände; in trocken-mageren Teilbereichen bei Bedarf. Biotoppflege zur Entwicklung lichter Waldbestände
MaßnahmenUnbeeinflusste Waldentwicklung; Umbau der Nadelholzbestände; Biotoppflege in Teilbereichen
Nr. 494 Laubmischwald Rumbrandt bei Silberstedt
Bestand:Naturnaher Buchenmischwald auf trockenen bis feuchten Standorten
EntwicklungszielEntwicklung weitgehend unbeeinflusster Laubwaldbestände
MaßnahmenExtensivierung, in Teilbereichen Aufgabe der forstwirtschaftlichen Nutzung; Wiederherstellung eines weitgehend natürlichen Wasserregimes
Nr. 495 Arlauniederung und Immenstedter Gehege
Bestand:Teilabschnitt der Arlauniederung mit hohem Anteil an typischen Niederungslebensräumen (teilabgetorftes Hochmoor und Feuchtwiesen), an den im Süden mit dem Immenstedter Gehege ein standörtlich vielfältiger Laubmischwaldbestand angrenzt.
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines im Naturraum selten gewordenen Biotopkomplexes aus naturnahen und halbnatürlichen Niedermoorlebensräumen sowie naturnahen Laubwaldbeständen und unbeeinflusstem Naturwald
MaßnahmenAnhebung des Wasserstandes im Niederungsbereich; Wiedervernässung der Hochmoorreste; ungestörte Waldentwicklung in Teilbereichen des Immenstedter Geheges; Wiederherstellung weitgehend natürlicher Wasserstands- und –abflussverhältnisse im gesamten Waldbestand
Nr. 496 Geestrand nordöstlich Ahrenshöft
Bestand:Besonders vielfältiger Landschaftsausschnitt im Übergangsbereich der Naturräume Marsch und Hohe Geest mit nährstoffarmen vermoorten Grünlandniederungen, Laub-Nadelmischwäldern auf ehemaligen Heidestandorten sowie kleinstrukturreichen landwirtschaftlich genutzten Bereichen auf der trocken-mageren Altmoränenkuppe; hoher Biotopflächenanteil in den Niederungen. Die bereits zur Marsch gehörende Niederung im Nordwesten ist besonders kleinstrukturreich; angrenzend Kiesabbau und Deponiebetrieb. Das Arteninventar feucht- und trocken-magerer Lebensräume ist in Biotopbeständen und an Weg- Wald- und Uferrändern erhalten.
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines vielfältigen naturraumtypischen Landschaftsausschnittes, bestehend aus naturnahen nassen Niederungsbereichen, offenen bis halboffenen trocken-mageren Lebensräumen in den derzeit landwirtschaftlich genutzten Bereichen der Altmoränenkuppe sowie lichten ”Heidewäldern” und unbeeinflusstem Naturwald. Einbeziehung der Kiesgruben in das Gebiet nach Beendigung des Abbaus
MaßnahmenVermeidung von weiterem Kiesabbau in den Hangbereichen der beiden Niederungen im Nordwesten und Südosten; Anhebung des Wasserstandes in den Niederungen; Verringerung der land- und forstwirtschaftlichen Nutzungsintensität, Nutzungsaufgabe in Teilbereichen
Verbundachsen von überregionaler Bedeutung
Arlauniederung
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines weitgehend offenen, breiten Talraumes mit naturnahem Fließgewässer, breiter naturnaher Uferzone feuchten bis nassen Grünlandlebensräumen und nassen Sukzessionsflächen; an den Talrändern Entwicklung von extensiv genutztem trocken-magerem Grünland; Waldbildung an den Talhängen als Puffer gegenüber intensiv genutzten Flächen
Niederung der Imme mit Naturschutzgebiet ”Ahrenviöler Südermoor”
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines kleinstrukturreichen schmalen Talraumes mit naturnahem Fließgewässer und nassem Grünland in der Aue; Waldbildung in den Randbereichen als Puffer gegenüber intensiv genutzten Flächen
Ostenauniederung zwischen Löwenstedtlund und Drelsdorf-Osterfeld
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung einer weitgehend offenen Grünlandniederung mit naturnahem Fließgewässer, breiter naturnaher Uferzone, nassen Grünlandlebensräumen und nassen Sukzessionsflächen; am südlichen Talrand im Bereich des Naturschutzgebiets ”Eichkratt Schirlbusch” Entwicklung von naturnahen und halbnatürlichen trocken-mageren Lebensräumen
Ostenauniederung unterhalb Drelsdorf-Osterfeld
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines geomorphologisch markanten Talraumes mit naturnahem Fließgewässer, breiter naturnaher Uferzone, nassem Grünland und nassen Sukzessionsflächen; Waldentwicklung und Entwicklung halboffener trocken-magerer Lebensräume in den teils steilen Hangbereichen
Neue Au
EntwicklungszielEntwicklung von nassen Grünlandlebensräumen und Sukzessionsflächen auf nährstoffarmen Standorten; ungestörte Entwicklung der Neuen Au
Ehemaliges Heide-Moorgebiet östlich Högel an der Neuen Au
EntwicklungszielEntwicklung eines naturraumtypischen Biotopkomplexes mit einem kleinen Hochmoorrest, Heidelebensräumen, Magerrasen, Niedermoor, nassem Grünland und lichtem Heidewald in einer halboffenen Weidelandschaft auf besonders nährstoffarmen Standorten; Wiederherstellung eines weitgehend natürlichen Wasserregimes
Zuflüsse der Kleinen Au
Entwicklungsziel Entwicklung naturnaher Uferbereiche; Fließgewässerrenaturierung
Niederung im Bohmstedtfeld
EntwicklungszielEntwicklung eines naturraumtypischen Biotopkomplexes im Bereich eines Flugsand- und Sandergebietes mit nährstoffarmen nassen Grünlandlebensräumen sowie offenen bis licht bewaldeten, trocken-mageren Lebensräumen
Südliche Bredtstedt-Husumer Geest
Schwerpunktbereiche
Nr. 497 Schobüller Küste
Bestand:Einziger unbedeichter Küstenabschnitt an der schleswig-holsteinischen Festlandsküste mit unterschiedlich intensiv beweideten Salzwiesen und landeinwärts angrenzenden mageren Grasfluren.
EntwicklungszielErhaltung eines für Schleswig-Holstein einmaligen Biotopkomplexes mit fließenden Übergängen von natürlichen Salzwiesen zu offenen bis halboffenen Lebensräumen auf den trocken-mageren Standorten des Geestrandes
MaßnahmenVerringerung der landwirtschaftlichen Nutzungsintensität; Lenkung der Erholungsnutzung
Nr. 498 Standortübungsplatz Schauendahl bei Husum
Bestand:Standortübungsplatz mit Magerrasen, Trocken- und Feuchtheiden sowie feuchten bis trockenen Sukzessionsflächen im Bereich eines nährstoffarmen saaleeiszeitlichen Sandergebietes
EntwicklungszielErhaltung der Biotopbestände
MaßnahmenPflegemaßnahmen zur Erhaltung offener bis halboffener Lebensräume
Nr. 499 Wälder der Ostenfelder Geest
Bestand:Altmoränenkuppen zwischen der Krummbek im Norden und dem Treenetal bei Rott mit hohem Anteil an naturnahen Mischwäldern sowie einigen naturnahen Quellbereichen und Fließgewässern
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines naturraumtypischen Biotopkomplexes aus naturnahen Fließgewässern und Laubwäldern sowie eingelagerten oder angrenzenden offenen Lebensräumen auf nährstoffarmen Standorten
MaßnahmenVerringerung der land- und forstwirtschaftlichen Nutzungsintensität; Nutzungsaufgabe in Teilbereichen
Nr. 606 Oster-Ohrstedtholz bei Treia
Bestand:Teilbereich des FFH-Gebietes DE 1521-391 „Wälder der Ostenfelder Geest“; Biotopbestand siehe Natura 2000-Standarddatenbogen
EntwicklungszielSiehe Natura 2000-Erhaltungsziele
MaßnahmenSiehe Natura 2000-Managementplanung
Nr. 500 Staatsforst südwestlich Ostenfeld
Bestand:Laub-Nadel-Mischwald mit hohem Anteil an naturnahen Eichen-Buchenwald- und Buchenwaldbeständen, überwiegend auf mittelfeuchten Moränenstandorten
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines naturnahen Laubwaldes; Entwicklung unbeeinflusster Naturwaldbestände in Teilbereichen
MaßnahmenWiederherstellung eines weitgehend natürlichen Wasserregimes; Aufgabe der forstwirtschaftlichen Nutzung in Teilbereichen; ansonsten Beibehaltung der traditionellen Nutzung
Verbundachsen von überregionaler Bedeutung
Niederung der Husumer Mühlenau und Randbereiche
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines naturraumtypischen Biotopkomplexes, der eine weitgehend offene Grünlandniederung mit naturnahem Fließgewässer, nassen Grünlandlebensräumen und nassen Sukzessionsflächen umfasst; auf Binnendünen am südlichen Talrand im Bereich Mildstedter Feld Entwicklung trocken-magerer Lebensräume; im Osten des Gebietes Entwicklung naturnaher Laubwälder
Nördliche Schleswiger Vorgeest
Schwerpunktbereiche
Nr. 501 Fröslev-Jardelunder Moor
Bestand:Großflächiges, teilabgetorftes Hochmoor vorwiegend im Pfeifengras-Stadium mit größeren Wasserflächen und regenerierenden Torfstichen; an den Rändern vereinzelt Weidengebüsche; Umgebung auf deutscher Seite mit intensiver Grünlandnutzung; in Teilbereichen Nutzungsextensivierung nach Flächenankauf
EntwicklungszielRegeneration eines atlantischen Hochmoores unter Einbeziehung einer hydrologischen Schutzzone mit nassem Grünland und nassen Sukzessionsbereichen
MaßnahmenWiederherstellung eines weitgehend natürlichen Wasserregimes; in den Randbereichen Nutzungsaufgabe, bei Bedarf Biotoppflege zur Entwicklung von nassen Grünlandlebensräumen
Nr. 502 Böxlunder Geest mit Naturschutzgebiet ”Eichenkratt und Kiesgrube"
Bestand:Trocken-magere Altmoränenkuppen in der Schleswiger Vorgeest. Das im Osten gelegene NSG umfasst ein Kratt (von gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung) und eine ehemalige Kiesgrube mit verschiedenen Sekundärbiotopen. Im Westteil überwiegen Nadelholzbestände mit eingelagerten Acker- und Grünlandflächen. Besonders trocken-warme und nährstoffarme Standorte
EntwicklungszielEntwicklung eines naturraumtypischen Biotopkomplexes, bestehend aus trocken-mageren Lebensräumen aller Sukzessionsstadien; vorrangig Entwicklung von möglichst lichtem Laubwald und halboffenen Bereichen
MaßnahmenUmbau der Nadelholzbestände und nachfolgend unbeeinflusste Waldentwicklung, bei Bedarf Pflegenutzung zur Schaffung lichter Bestände; Nutzungsaufgabe, bei Bedarf Pflegenutzung im Bereich der landwirtschaftlichen Nutzflächen; Westteil besonders geeignet als Naturerlebnisraum
Nr. 503 Geestlandschaft bei Osterby
Bestand:Komplexer Landschaftsausschnitt der Geest mit gestauchten, von Flugsand und Binnendünen überdeckten Altmoränenkuppen und südwestlich anschließenden Sanderflächen; trocken-magere Altmoränenkuppen mit Krattresten (NSG „Lundtop“ und „Wallsbüller Kratt“ als Gebiet, das die Voraussetzungen für eine Unterschutzstellung als NSG erfüllt); im Südwesten ausgedehnte Niederung der Horsbek mit kleinräumig wechselnden, feucht- bis trocken-mageren, vorwiegend als Grünland genutzten Standorten
EntwicklungszielEntwicklung eines komplexen Landschaftsausschnittes mit offenen bis licht bewaldeten trocken-mageren Lebensräumen auf den Kuppen im Nordosten und nassen nährstoffarmen, offenen und halboffenen Lebensräumen im südwestlichen Niederungsbereich (nasse Sukzessionsflächen und nasses Grünland); Erhaltung der Krattreste durch Pflegenutzung
MaßnahmenPflegenutzung zur Entwicklung einer halboffenen Weidelandschaft; teils Krattpflege; Wiederherstellung eines weitgehend natürlichen Wasserregimes im Niederungsbereich; Altmoränenkuppen besonders geeignet als Naturerlebnisraum.
Nr. 504 Schafflunder Moor und Umgebung
Bestand:Das Gebiet umfasst ein kleines, weitgehend abgetorftes, entwässertes Hochmoor im Pfeifengras-Stadium, Nadelforst auf Moorboden und Grünland auf trocken-mageren Standorten
EntwicklungszielEntwicklung eines Biotopkomplexes aus sekundären Hochmoorlebensräumen, bodenständigem, lichtem Wald, Magerrasen- und Heidelebensräumen
MaßnahmenWiedervernässung des Hochmoores, Waldumwandlung; Aushagerung des Grünlandbereiches
Nr. 505 Wallsbüller Strom unterhalb Wallsbüll
Bestand:Geomorphologisch markanter Talraum mit naturnahem Fließgewässer und ausgedehnten ungenutzten Niedermoorlebensräumen; in den Randbereichen unterhalb Wallsbüll Nadelholzbestände; besonders nährstoffarme Standorte
EntwicklungszielErhaltung eines naturnahen nährstoffarmen Auen-Biotopkomplexes aus vorwiegend offenen bis halboffenen Lebensräumen; in den Randbereichen unbeeinflusste Waldentwicklung nach Bestandsumbau
MaßnahmenUmbau der Nadelholzbestände; unbeeinflusste Fließgewässerentwicklung; Beseitigung der Fischzuchtanlage
Nr. 506 Bargumer Heide
Bestand:Großflächiges Binnendünengebiet am Südrand der Soholmer Au-Niederung. In einem abwechslungsreichen Mosaik finden sich Nadelwaldbestände, unterschiedlich intensiv genutzte Grünlandflächen, Feuchtheide- und Heidemoorflächen, Heideweiher, Magerrasen und Trockenheidereste. Vorkommen zahlreicher, zum Teil stark gefährdeter und seltener Pflanzenarten.
EntwicklungszielErhaltung und Wiederherstellung eines besonders vielfältigen Binnendünengebietes mit möglichst lichten ”Heidewäldern”, trockenen und feuchten, offenen bis halboffenen Heidelebensräumen, Heidemoor, Heidegewässern und Magerrasen
MaßnahmenWaldumbau; Wiederherstellung eines weitgehend natürlichen Wasserregimes; Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung; Biotoppflege zur Erhaltung und Entwicklung offener bis halboffener Lebensräume
Nr. 507 Kleine Au und Süderheide bei Lütjenholm
Bestand:Geomorphologisch markanter Talraum innerhalb eines ausgedehnten Binnendünengebietes mit hohem Anteil an naturbetonten Lebensräumen und Vorkommen seltener gefährdeter Pflanzenarten; sehr hoher Anteil an nährstoffarmen nassen wie trockenen, offenen bis bewaldeten Lebensräumen. Durch Einbeziehung des westlich angrenzenden Standortübungsplatzes auf nährstoffarmen trockenen und nassen Standorten wird der Schwerpunktbereich zu einem repräsentativen Biotopkomplex der Vorgeest ergänzt. Die Kleine Au ist in Teilbereichen in einem naturnahen Zustand erhalten. Die randlichen Dünen sind weitgehend mit Nadelgehölzen aufgeforstet. Typische Arten trocken-magerer Lebensräume sind im Gebiet auch an Wegrändern erhalten; hohes Entwicklungspotential aufgrund der besonderen Nährstoffarmut
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung nährstoffarmer Lebensräume in einem repräsentativen komplexen Landschaftsausschnittes, der ein naturnahes Fließgewässer und dessen Talraum, Niedermoor- und Zwischenmoorlebensräume sowie offene bis bewaldete trocken-magere Lebensräume auf Binnendünen und Flugsanden umfasst
MaßnahmenTalraumrenaturierung; Wiederherstellung eines weitgehend natürlichen Wasserregimes im Gesamtgebiet; Aufgabe intensiver landwirtschaftlicher Nutzungen; Umbau von reinen Nadelwaldbeständen in möglichst lichte Bestände mit hohem Laubgehölzanteil
Nr. 508 Binnendünen- und Heidelandschaft Lütjenholm
Bestand:Besonders vielfältiger naturraumtypischer Landschaftsausschnitt der Vorgeest im Bereich von nährstoffarmen weichseleiszeitlichen Sanderflächen und Flugsanden, die um die Jahrhundertwende von ausgedehnten Heiden geprägt wurden. Das Gebiet umfasst Abschnitte der Täler von Linnau und Soholmer Au, die großteils von Niedermoorgrünland eingenommen werden, aufgeforstete Dünen an den Talrändern, das NSG „Lütjenholmer Heidedünen“, südlich angrenzende, magere Grünland- und Ackerflächen sowie den von Nadelgehölzen dominierten Staatsforst Schleswig, der auf ehemaligen Heideflächen stockt. Hoher Anteil an geschützten Biotopen und zahlreiche Vorkommen gefährdeter Arten; hohes Entwicklungspotenzial aufgrund der besonderen Nährstoffarmut. Reste des ursprünglichen Arteninventars sind im ganzen Gebiet auch an Weg- und Grabenrändern noch vorhanden.
EntwicklungszielEntwicklung eines vielfältigen naturraumtypischen Landschaftsausschnittes, der vor allem Niedermoorlebensräume im Bereich der Täler, offene bis halboffene, feuchte bis trockene Heide- und Magerrasenlebensräume sowie lichte ”Heidewälder” mit hohem Laubgehölzanteil umfasst.
MaßnahmenUmbau der reinen Nadelholzbestände in möglichst lichte ”Heidewälder” insbesondere auf Binnendünen; Renaturierung der Talräume von Linnau und Soholmer Au; Rückbau der Deiche in Teilbereichen; Wiedervernässung der Niederungsbereiche; Verringerung der land- und forstwirtschaftlichen Nutzungsintensität, teils Nutzungsaufgabe
Nr. 509 Seelandmoor
Bestand:Großflächiges, weitgehend entwässertes Hochmoor im Pfeifengras-Stadium einschließlich derzeit landwirtschaftlich genutzter Randbereiche (teils Grünland auf Hochmoorböden); Teilbereiche mit Nadelgehölzen aufgeforstet. Im Osten ist eine weitere, derzeit isoliert liegende Moorfläche in das Gebiet einbezogen.
EntwicklungszielWiedervernässung des Hochmoores und Entwicklung einer ungenutzten hydrologischen Schutzzone unter Einbeziehung des kleineren, östlich gelegenen Moorrestes
MaßnahmenWasserstandsanhebung im Gesamtgebiet; Nutzungsextensivierung, teils Nutzungsaufgabe in den Randbereichen; Umwandlung der Fichtenbestände in offene moortypische Lebensräume
Verbundachsen von überregionaler Bedeutung
Trocken-magere Altmoränenkuppen der Böxlunder Geest
EntwicklungszielEntwicklung eines Biotopkomplexes aus offenen, halboffenen und licht bewaldeten, nährstoffarmen Lebensräumen
Talraum der Wallsbek
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines Talraumes mit naturraumtypischen, weitgehend offenen Auenlebensräumen
Talraum der Meynau
EntwicklungszielEntwicklung eines naturnahen, weitgehend bewaldeten Talraumes
Talraum des Schafflunder Mühlenstromes oberhalb Hörup
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines Talraumes mit naturraumtypischen, weitgehend offenen Auenlebensräumen und lichten Laubgehölzen an den Talhängen
Talraum der Linnau
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines weitgehend offenen Talraumes mit Nasswiesen und randlichen Laubgehölzen
Westteils des Seelandmoores/Quellgebiet der Ostenau
EntwicklungszielEntwicklung von Sekundärbiotopen auf weitgehend mineralisierten Hochmoortorfen; Biotopkomplex aus Hochmoorresten, Feucht- und Nasswiesen; in den Randbereichen Entwicklung von offenen bis bewaldeten trocken-mageren Lebensräumen
Talraum des Schafflunder Mühlenstromes und der Spölbek zwischen Hörup und Spölbek
EntwicklungszielEntwicklung weitgehend offener Grünlandlebensräume auf nassen (wiedervernässten) bis trockenen, nährstoffarmen Standorten; weitgehend ungestörte Entwicklung der Fließgewässer Spölbek und Schafflunder Mühlenstrom
Südliche Schleswiger Vorgeest
Schwerpunktbereiche
Nr. 510 Treenetal zwischen Oeversee und Treia
Bestand:Landschaftlich reizvoller Talraum mit natürlich mäandrierendem Fließgewässer und hohem Anteil halbnatürlicher und naturnaher Biotope in der Aue und an den Talhängen; oberhalb der Hangkanten großteils Nadelholzbestände und intensiv landwirtschaftlich genutzte Flächen
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines weitgehend naturnahen Talraumes mit offenen bis halboffenen nassen Lebensräumen in der Aue und Entwicklung von offenen Biotopen und naturraumtypischen lichten Wäldern auf trocken-mageren Standorten an den Hängen und oberhalb der Hangkanten
MaßnahmenTalraumrenaturierung; Wasserstandsanhebung in der Aue; in den Randbereichen unbeeinflusste Waldentwicklung nach Umbau der Nadelholzbestände; gegebenenfalls Pflegenutzung zur Erhaltung offener Lebensräume und zur Entwicklung lichter Laubwaldbestände
Nr. 511 Bollingstedter Moor
Bestand:Zum großen Teil abgetorftes, großflächiges Hochmoor überwiegend im Pfeifengras-Stadium; nördlich angrenzend vergleichsweise extensiv genutztes Grünland auf Moorboden; im Süden Grünland auf trocken-mageren Standorten
EntwicklungszielEntwicklung eines naturraumtypischen Biotopkomplexes, bestehend aus einem regenerierenden Hochmoor, angrenzenden Nasswiesen (als hydrologische Schutzzone) und nährstoffarmen Trockenbiotopen
MaßnahmenWiedervernässung des ehemaligen Moorbereiches; Verringerung der Nutzungsintensität im derzeit landwirtschaftlich genutzten Randbereich
Nr. 512 Untere Bollingstedter Au
Bestand:Vergleichsweise wenig beeinträchtigter Talraum mit natürlich mäandrierendem Fließgewässer und hohem Anteil halbnatürlicher bzw. naturnaher Biotope in der Aue (insbesondere Feuchtgrünland, Röhrichte, Weidengebüsche, Mühlenteich mit naturnaher Verlandungszone); an den Talhängen und oberhalb der Hangkanten großteils intensiv landwirtschaftlich genutzte Flächen und kleinere Waldbestände
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines naturnahen Talraumes mit offenen bis halboffenen, nassen Auenlebensräumen und Entwicklung von naturraumtypischen, lichten Laubwäldern auf trocken-mageren Standorten an den Talhängen
MaßnahmenTalraumrenaturierung; Wasserstandsanhebung in der Aue; Verringerung der Nutzungsintensität; in den Randbereichen unbeeinflusste Waldentwicklung nach Umbau der Nadelholzbestände; bei Bedarf Pflegenutzung zur Entwicklung lichter Waldbestände
Nr. 513 Danewerk / Waldemarsmauer
Bestand:Frühgeschichtlicher Grenzwall mit Magerrasen, Sandheide und niederwaldartigem Eichenbestand
EntwicklungszielErhaltung und Erweiterung von Magerrasen-, Sandheide- und niederwaldartigen Eichenbeständen auf einem frühgeschichtlichen Grenzwall. Ziele und Maßnahmen des Naturschutzes sind hier besonders sorgfältig mit den Belangen des archäologischen Denkmalschutzes abzustimmen.
MaßnahmenAufgabe der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung in den Randbereichen; Pflegenutzung in Teilbereichen
Nr. 514 Groß Rheider Heide
Bestand:Ehemaliges Heide- und Feuchtgrünlandgebiet im Quellbereich der Lahn (Verbundachse); derzeit weitgehend intensiv landwirtschaftlich genutzt. Auf einer kleinen Teilfläche (Flugsandgebiet) wurde durch örtliche Initiative eine biotopgestaltende Maßnahme zur Entwicklung einer Heidefläche durchgeführt.
EntwicklungszielEntwicklung einer großflächigen halboffenen Nassgrünland- und Heidelandschaft auf nassen bis trockenen, nährstoffarmen Standorten
MaßnahmenPflegenutzung gemäß Konzept zur Entwicklung einer halboffenen Weidelandschaft; Wasserstandsanhebung im Bereich der Lahnniederung
Nr. 515 Niederung südwestlich Jagel
Bestand:Schmaler, von Binnendünen begrenzter Talraum in einem größeren Flugsandgebiet mit Resten naturnaher Nieder- bzw. Zwischenmoorvegetation (insbesondere Röhrichte, Weidengebüsche) und Feuchtgrünland sowie mit trocken-magerem Grünland auf den randlichen Dünen; besonders nährstoffarme Standorte; Gefährdung durch Kiesabbau
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines naturraumtypischen Biotopkomplexes aus unterschiedlichen naturnahen und halbnatürlichen Niedermoorlebensräumen und offenen, trocken-mageren Lebensräumen auf den randlichen Dünen
MaßnahmenWasserstandsanhebung im Auenbereich; Verringerung der Nutzungsintensität
Nr. 516 Niederung westlich Lottorf
Bestand:Ausgedehnte Grünlandniederung auf Niedermoorboden; im Norden Übergang zu trocken-mageren Standorten. Als Reste des ehemals großflächigen Moores sind einige zumeist stark entwässerte Moorflächen im Pfeifengras-Stadium (teils mit Zwischenmoor- und Niedermoorvegetation) erhalten; Beeinträchtigung durch Kiesabbau in den Randbereichen
EntwicklungszielErhaltung einer weiträumigen Grünlandniederung mit großflächigen Nasswiesen und eingelagerten Zwischenmoor- und Niedermoorresten; im Norden Entwicklung trocken-magerer Offenbiotope
MaßnahmenWasserstandsanhebung im Gesamtgebiet
Nr. 351 Westermoor und Umgebung (großteils Kreis Rendsburg-Eckernförde)
Bestand:Ehemals ausgedehntes, zusammenhängendes Moorgebiet im Übergangsbereich der Naturräume "Östliches Hügelland" und "Vorgeest"; naturnah erhalten sind einige größere, weitgehend abgetorfte und zerkuhlte Hochmoorreste (überwiegend im Molinia-Stadium); im Norden angrenzend kleinstrukturreiches Grünlandgebiet mit kleinräumigem Wechsel von feuchten Senken und trocken-mageren Kuppen auf auslaufenden sandigen Endmoränen
EntwicklungszielEntwicklung eines naturraumtypischen Biotopkomplexes aus regenerierenden Hochmoorrestflächen sowie nassen Grünlandlebensräumen und nassen Sukzessionsflächen im derzeit landwirtschaftlich genutzten Bereich; die Möglichkeiten einer echten Hochmoorregeneration für die größte Restfläche sind zu prüfen
MaßnahmenAnhebung des Wasserstandes im Gesamtgebiet; Umwandlung der Ackernutzung am Südrand des Gebietes und nachfolgend Pflegenutzung gemäß Konzept zur Entwicklung halboffener Weidelandschaften
Verbundachsen von überregionaler Bedeutung
Talraum der Jerrisbek
EntwicklungszielEntwicklung eines Biotopkomplexes aus naturnaher Aue, halboffenen Trockenbiotopen am östlichen Talrand auf Flugsand und unbeeinflusstem Laubwald im Jerrishoer Holz
Mittlere Bollingstedter Au
EntwicklungszielFließgewässer- und Auenrenaturierung; Entwicklung von Nasswiesen im Talgrund und von trocken-mageren Lebensräumen in den Hangbereichen
Büchmoor und Büchholz westlich Idstedt
EntwicklungszielWiedervernässung der ehemaligen Moorbereiche und Entwicklung von Nasswiesen und nassen Sukzessionsflächen; unbeeinflusste Waldentwicklung im Buchholz
Sorgetal und Binnendünengebiet zwischen Sorgbrück und Tetenhusen
EntwicklungszielWiederherstellung eines naturraumtypischen Biotopkomplexes aus naturnahem Fließgewässer, weitgehend offener Aue mit Nasswiesen und kleineren ungenutzten Auenlebensräumen, offenen Heideflächen und großflächigem, lichtem ”Heidewald" in den Randbereichen auf Binnendünen.
Eider-Treene-Sorge-Niederung
Schwerpunktbereiche
Nr. 517 Treeneniederung bei Rott / Tollenmoor
Bestand:Abschnitt der Treeneniederung mit hohem Anteil an naturnahen Niedermoorresten und feuchtem Grünland
EntwicklungszielRenaturierung der Niedermoorreste und Entwicklung von nassen Grünlandlebensräumen in den Randbereichen
MaßnahmenAnhebung des Wasserstandes; Verringerung der landwirtschaftlichen Nutzungsintensität
Nr. 518 Wildes Moor bei Schwabstedt und Umgebung
Bestand:Vielfältiger Landschaftsausschnitt mit dem Wilden Moor als Kernbereich, angrenzenden Altmoränenhängen, die überwiegend von Buchenmischwäldern, Grünland und zum geringen Teil von Ackerflächen eingenommen werden sowie Niedermooren und Auwiesen an der Treene.
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines großflächigen Biotopkomplexes aus einem regenerierenden atlantischen Hochmoor, Niedermoorlebensräumen, nassem Grünland, naturnahen Wäldern und Naturwald sowie naturnahen und halbnatürlichen, offenen bis halboffenen Lebensräumen im Bereich der derzeit landwirtschaftlich genutzten Altmoränenhänge
MaßnahmenHochmoorrenaturierung; Verringerung der land- und forstwirtschaftlichen Nutzungsintensität im Bereich der westlich an das Moor angrenzenden Flächen; Entwicklung einer halboffenen Weidelandschaft in Teilbereichen
Nr. 519 Treenetal zwischen Hude und Seeth
Bestand:Vielfältiger Abschnitt des Treenetals mit weiträumigen, teils extensiv genutzten feuchten Grünländereien auf Moorböden, großen Hochmoor- und Niedermoorresten (Ostermoor bei Seeth/Nordmoor), Sukzessionsflächen und trocken-mageren, offenen bis bewaldeten Lebensräumen im Bereich des südlich angrenzenden, von Flugsand geprägten Holmes (Bereich des Standortübungsplatzes „Krelauer Heide").
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines besonders vielfältigen, naturraumtypischen Biotopkomplexes, der vor allem Nasswiesen, Niedermoorlebensräume und halboffene nährstoffarme Trockenbiotope umfasst
MaßnahmenAnhebung des Wasserstandes; Verringerung der landwirtschaftlichen Nutzungsintensität
Nr. 520 Süderstapeler Westerkoog
Bestand:Weiträumige Grünlandniederung auf ehemaligen Hochmoor- und Niedermoorstandorten, teils extensiv genutzt mit Hochmoorresten und großem Anteil an naturnahen Niedermoorflächen.
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung großflächiger Niedermoorbereiche und ausgedehnter Nasswiesen mit eingelagerten wiedervernässten Hochmoorresten
MaßnahmenAnhebung des Wasserstandes im Gesamtgebiet
Nr. 521 Niederungsabschnitt der Rheider Au
Bestand:Intensiv genutzte, ausgedehnte Grünlandniederung auf weitgehend entwässerten Niedermoorböden, die von der ausgebauten Rheider Au durchflossen wird; wenige kleinere Reste niederungstypischer, naturnaher Lebensräume. Im Norden sind die frühgeschichtlichen Anlagen des Danewerkes mit Magerrasen und die von Nadelwald bestandenen, trocken-mageren Talränder in das Gebiet einbezogen.
EntwicklungszielEntwicklung eines naturraumtypischen Biotopkomplexes aus feuchten bis nassen, weitgehend offenen Niederungslebensräumen und naturnahen offenen bis licht bewaldeten, trocken-mageren Lebensräumen am nördlichen Talrand
MaßnahmenAnhebung des Wasserstandes im Niederungsbereich; am Nordrand Umbau der Nadelholzbestände in möglichst lichte Bestände mit hohem Laubholzanteil
Nr. 522 Dörpstedter Moor
Bestand:Ehemals großflächiges Moorgebiet, das in zahlreiche Einzelflächen mit Hochmoor- und Niedermoorvegetation zersplittert ist. Dazwischenliegende Moorgrünlandflächen werden unterschiedlich intensiv bewirtschaftet.
Entwicklungsziel:Wiedervernässung des ehemaligen Moorkörpers unter Einbeziehung des heutigen Moorgrünlandes und Entwicklung unterschiedlicher Sekundärbiotope vom Hochmoor- und Niedermoortyp.
MaßnahmenWasserstandsanhebung im Gesamtgebiet; Extensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung
Nr. 523 Buchenmischwald bei Bergenhusen
Bestand:Größerer Buchenmischwald mit Übergängen zu Eichen-Buchenwald und von Esche dominierten Bereichen auf dem Geestrücken bei Bergenhusen
EntwicklungszielEntwicklung unbeeinflusster Laubwaldbestände in Teilbereichen
MaßnahmenAufgabe der forstwirtschaftlichen Nutzung in Teilbereichen
Nr. 524 Sorgeniederung mit der Alten Sorge, Südermoor und Dackseegebiet
Bestand:Komplexer Niederungsabschnitt der Alten Sorge mit naturnahen Uferbereichen, ausgedehnten Niedermoor- und Hochmoorresten sowie feuchten bis nassen, in Teilen vergleichsweise extensiv genutzten großflächigen Grünländereien. Das Gebiet umfasst auch den Bereich Dacksee und Südermoor. Zwischen Süderstapel und Bergenhusen ist die landschaftsprägende alte Kliffkante mit nährstoffarmen, sandigen Substraten in das Gebiet einbezogen.
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung einer komplexen, naturnahen Niederungslandschaft mit Hochmooren- und Niedermooren, nassem Grünland und naturnahen Gewässern; im Bereich der Kliffkante Entwicklung von offenen bis licht bewaldeten, trocken-mageren Lebensräumen
MaßnahmenAnhebung des Wasserstandes in Teilbereichen; Aufgabe intensiver landwirtschaftlicher Nutzungen
Nr. 525 Tetenhusener Moor
Bestand:Teilabgetorftes atlantisches Hochmoor mit einer großen Vielfalt an sekundären Hochmoorentwicklungsstadien
EntwicklungszielHochmoorrenaturierung unter Einbeziehung einer weiträumigen hydrologischen Schutzzone
MaßnahmenWasserstandsanhebung und Verringerung der Nutzungsintensität in den Randbereichen
Nr. 526 Tielener Moor
Bestand:Ehemals großflächiges atlantisches Hochmoor; im Norden großflächig naturnah erhalten, im Süden überwiegend in Moorgrünland umgewandelt, in das kleinere Hochmoorreste eingelagert sind
EntwicklungszielHochmoorrenaturierung im Norden, im Süden Entwicklung von Nasswiesen mit eingelagerten Hochmoorresten
MaßnahmenWasserstandsanhebung im Gesamtgebiet; Aufgabe intensiver landwirtschaftlicher Nutzungen
Nr. 527 Pahlhorner Moor
Bestand:Entwässertes Hochmoor vorwiegend im Pfeifengras-Stadium mit Gagelstrauchgebüschen; an den Rändern fließender Übergang zu Niedermoorbereichen, die von Röhricht und Weidengebüschen geprägt sind. Das Gebiet ist durch eingelagerte Moorgrünlandflächen stark zergliedert.
EntwicklungszielHochmoorrenaturierung mit Entwicklung von Sekundärbiotopen auf degradierten Hochmoorstandorten
MaßnahmenWasserstandsanhebung, Aufgabe der Grünlandnutzung
Nr. 623 Gräben der nördlichen Alten Sorge
Bestand: Entwicklungsziel MaßnahmenSiehe Informationen zu FFH-Gebiet 1622-308.
Verbundachsen von überregionaler Bedeutung
Treenetal zwischen Treia und Friedrichstadt
EntwicklungszielEntwicklung von naturnahen Uferbereichen, Nasswiesen, nassen Sukzessionsflächen und Röhrichten; Entwicklung von Polderflächen; am Talrand südlich Goosholz Entwicklung von unbeeinflussten Laubwäldern
Unterlauf der Rheider Au
EntwicklungszielEntwicklung naturnaher Uferbereiche unter Einbeziehung vergleichsweise nasser Grünlandflächen am Nordufer und eines größeren Moorrestes am Südufer
Sorgetal zwischen Tetenhusen und Meggerdorf
EntwicklungszielEntwicklung eines naturnahen Talraumes mit Nasswiesen und nassen ungenutzten Auenlebensräumen auf Niedermoorböden sowie trocken-mageren Lebensräumen an den Talrändern
Neue Sorge
EntwicklungszielEntwicklung naturnaher Uferbereiche
Eider zwischen Schleuse Nordfeld und Lexfähre
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung fließgewässerbegleitender Röhrichte, Hochstaudenfluren und Gehölze zwischen den Deichen; binnendeichs angrenzend Entwicklung naturnaher und halbnatürlicher, weitgehend offener auentypischer Lebensräume
Luus Angeln
Schwerpunktbereiche
Nr. 528 Niehuuser Tunneltal / Kupfermühle
Bestand:Tief eingeschnittenes eiszeitliches Tunneltal von besonderer landschaftlicher Vielfalt mit der in Teilbereichen naturnahen Krusau, dem Niehuuser See, halbnatürlichen und naturnahen nassen Niederungsbiotopen, angrenzenden steilen, landwirtschaftlich genutzten Hangbereichen und bewaldeten Bachschluchten; starke Einschränkung der Renaturierungsmöglichkeiten der Krusau durch Bebauung im Bereich Kupfermühle
EntwicklungszielErhaltung des derzeitigen Landschaftscharakters und Entwicklung des Talraumes einschließlich der Hangbereiche zu einem naturraumtypischen Biotopkomplex aus weitgehend offenen, nassen Niederungsbiotopen und halboffenen bis bewaldeten Lebensräumen in den Hangbereichen
MaßnahmenAufgabe intensiver landwirtschaftlicher Nutzungen
Nr. 529 Wälder nördlich Flensburg (Kluesries, Riesholz)
Bestand:Naturnaher Laubmischwald auf überwiegend frischen Standorten im Bereich der Seitenmoräne der Flensburger Förde.
EntwicklungszielErhaltung naturnaher Laubwaldbestände; in Teilbereichen Entwicklung von unbeeinflusstem Naturwald
MaßnahmenNutzungsaufgabe in Teilbereichen; Wiederherstellung eines weitgehend natürlichen Wasserregimes im Gesamtgebiet
Nr. 530 Schäferhaus - Ehemaliger Standortübungsplatz Flensburg Harrislee / Weiche
Bestand:Ehemaliger Standortübungsplatz mit ausgedehnten mageren Gras- und Staudenfluren, Heideflächen und Gebüschen auf mageren, überwiegend trockenen Sanderflächen im Übergangsbereich der Naturräume Hügelland und Vorgeest
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung einer halboffenen Weidelandschaft auf nährstoffarmen Standorten
MaßnahmenPflegenutzung gemäß Konzept zur Entwicklung halboffener Weidelandschaften
Nr. 531 Marienhölzung
Bestand:Laubmischwald im Übergangsbereich von lehmiger Grundmoräne des Östlichen Hügellandes und Sanderflächen der Vorgeest
EntwicklungszielErhaltung naturnaher Laubwaldbestände; in Teilbereichen Entwicklung von unbeeinflusstem Naturwald
MaßnahmenNutzungsaufgabe in Teilbereichen; Wiederherstellung eines weitgehend natürlichen Wasserregimes im Gesamtgebiet
Nr. 575 Hornholzer Höhen
Bestand:Noch weitgehend unverbaute und unzerschnittene, kleinräumig gegliederte und überwiegend landwirtschaftlich genutzte Endmoränenlandschaft mit einer hohen Dichte und Vielfalt an naturnahen Kleinstrukturen; beginnende negative Landschaftsveränderungen durch Wasserstandsabsenkungen, Deponiebetrieb sowie teils auch durch Überweidung
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung einer kuppigen, überwiegend als Grünland extensiv genutzten Endmoränenlandschaft mit eingelagerten Klein- und Fließgewässern, periodischen Überschwemmungsflächen, Knicks und Feldgehölzen; Entwicklung einer halboffenen Weidelandschaft.
MaßnahmenEtablierung extensiver Nutzungen ohne Düngung; Aufhebung von Unterflurentwässerungen; Wiedervernässung vermoorter Senken; Entwicklung von Gebüschen und Gehölzen; geeignet für die Entwicklung eines großräumigen Naturerlebnisraumes
Nr. 532 Sankelmarker See und Umgebung
Bestand:Vielfältiger Landschaftsausschnitt im Übergangsbereich der Naturräume Östliches Hügelland und Vorgeest mit dem Sankelmarker See einschließlich seiner naturnahen Uferbereiche, naturnahem Laubmischwald und nordöstlich angrenzender, vergleichsweise extensiv genutzter, kleinstrukturreicher Grünlandniederung
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines Biotopkomplexes bestehend aus dem Sankelmarker See, naturnahen Uferbereichen, offenen bis halboffenen nassen Niederungsbiotopen und unbeeinflussten Laubwäldern
MaßnahmenAufgabe intensiver land- und forstwirtschaftlicher Nutzungen, teils Nutzungsaufgabe; Anhebung des Wasserstandes im nordöstlichen Niederungsbereich; besonders geeignet als Naturerlebnisraum
Nr. 533 Treßsee-Fröruper Berge-Ihlseestrom
Bestand:Besonders vielfältiger repräsentativer, von besonderer Nährstoffarmut geprägter Landschaftsausschnitt mit dem Treßsee einschließlich seiner Verlandungszone, der naturnahen Treene und weiteren kleineren Fließgewässern, halbnatürlichen bis naturnahen offenen Biotopen auf Niedermoor-, Sander-und Binnendünenstandorten sowie ausgedehnten, großteils naturnahen Wäldern auf kleinräumig wechselnden nassen bis trocken-mageren Endmoränenstandorten; Gebiet von besonderer landschaftlicher Vielfalt, Eigenart und Schönheit
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines großräumigen, vielfältigen Landschaftsausschnittes mit offenen Wasserflächen und nassen bis trockenen, offenen bis bewaldeten Lebensräumen überwiegend auf nährstoffarmen Standorten
MaßnahmenWiederherstellung eines weitgehend natürlichen Wasserregimes im Gesamtgebiet; Entwicklung einer offenen bis halboffenen Weidelandschaft; in Teilbereichen Naturwaldentwicklung; besonders geeignet als Naturerlebnisraum
Nr. 534 Niederung nördlich Hostrup
Bestand:Ausgedehnte, stark entwässerte Grünlandniederung auf Moorboden; an den Rändern Übergang zu trocken-mageren Standorten
EntwicklungszielEntwicklung einer weitgehend offenen, großflächigen Grünlandniederung mit nassen Grünlandlebensräumen und kleineren nassen Sukzessionflächen; in den Randbereichen Naturwaldentwicklung auf trocken-mageren Standorten
MaßnahmenWiederherstellung eines weitgehend natürlichen Wasserregimes, natürliche Waldentwicklung in den Randbereichen
Nr. 535 Oberlauf der Bollingstedter Au
Bestand:Oberhalb Hostrup weiter, unterhalb Hostrup enger, tief eingeschnittener Talraum der Bollingstedter Au überwiegend mit intensiver Grünlandnutzung; am Oberlauf herrschen Niedermoorböden, zwischen Hostrup und Sieverstedt Sande und Kies vor; in Resten sind kleinere naturnahe und halbnatürliche Auenlebensräume und Hangwälder erhalten
EntwicklungszielTalraumrenaturierung; Entwicklung von nassen Grünlandlebensräumen und nassen Sukzessionsflächen in der Aue sowie Naturwaldbeständen in den teils steilen Hangbereichen
MaßnahmenFließgewässerrenaturierung; Anhebung des Wasserstandes in der Aue; Naturwaldentwicklung an den Hängen
Nr. 536 Havetofter See und Umgebung
Bestand:Naturraumtypischer, vielfältiger Landschaftsausschnitt mit dem Havetofter See, angrenzendem Feuchtgrünland, kleiner Bachschlucht, trocken-mageren Sanderflächen und einem teilabgetorften Hochmoor
EntwicklungszielEntwicklung eines vielfältigen Biotopkomplexes bestehend aus dem Havetofter See, naturnahem kleineren Fließgewässer, einem kleinen wiedervernässten Hochmoor, Nasswiesen am südlichen und nordwestlichen Seeufer und vorwiegend trocken-mageren, halboffenen Lebensräumen in den Randbereichen
MaßnahmenAufgabe intensiver landwirtschaftlicher Nutzungen; Anhebung des Wasserstandes in den Niederungsbereichen; Wiedervernässung des Hochmoores
Nr. 537 Langseegebiet
Bestand:Besonders vielfältiger, repräsentativer Landschaftsausschnitt mit besonders hohem Biotopflächenanteil. Das Gebiet umfasst den Langsee, Idstedter See, zahlreiche Hochmoorreste, ausgedehnte Magerrasen (insbesondere im Bereich des Standortübungsplatzes), vergleichsweise extensiv genutztes Grünland auf trocken-mageren bis moorigen Böden und naturnahe Waldbestände; Teilbereiche durch Kiesabbau gefährdet
EntwicklungszielErhaltung der landschaftlichen Gesamtsituation, Entwicklung eines vielfältigen weitgehend naturnahen Biotopkomplexes mit dem Langsee, Idstedter See, zahlreichen Hochmoorresten, ausgedehnten Magerrasen, vergleichsweise extensiv genutztem Grünland auf trocken-mageren bis moorigen Böden und naturnahen Waldbeständen
MaßnahmenAufgabe intensiver land- und forstwirtschaftlicher Nutzungen; Wiederherstellung eines weitgehend natürlichen Wasserregimes im Gesamtgebiet; Wiedervernässung der Hochmoorbereiche
Nr. 538 Endmoränen bei Lürschau
Bestand:Von besonderer Nährstoffarmut geprägtes Endmoränengebiet mit hoher Biotopvielfalt und hohem Biotopflächenanteil; durch Kiesabbau gefährdet
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines besonders vielfältigen naturraumtypischen Biotopkomplexes aus offenen bis bewaldeten, feuchten Niederungsbiotopen und trocken-mageren, halboffenen bis bewaldeten Biotopen in den sandig-kiesigen Hangbereichen
MaßnahmenErhaltung der landschaftlichen Gesamtsituation
Nr. 539 Arenholzer See
Bestand:Vergleichsweise nährstoffarmer See im Übergangsbereich der Naturräume Östliches Hügelland und Vorgeest
EntwicklungszielEntwicklung eines Biotopkomplexes bestehend aus der Seefläche, naturnahen Verlandungszonen und halboffenen Lebensräumen auf trocken-mageren Standorten in der Umgebung
MaßnahmenAufgabe intensiver landwirtschaftlicher Nutzungen in den Hangbereichen am nordöstlichen Ufer
Verbundachsen von überregionaler Bedeutung
Niederung zwischen Idstedt und Stolker Feld
EntwicklungszielEntwicklung von feuchtem bis nassem Grünland und nassen Sukzessionsflächen auf Niedermoorböden; in den Randbereichen Entwicklung naturnaher offener bis bewaldeter Lebensräume auf trocken-mageren Standorten
Wald und angrenzende Gebiete bei Königswill
EntwicklungszielEntwicklung von unbeeinflussten Laubwaldbeständen auf vorwiegend trocken-mageren Standorten; in den derzeit landwirtschaftlich genutzten Bereichen Entwicklung von halboffenen Staudenfluren und Sukzessionsflächen auf trockenen bis nassen Standorten
Küstenraum der Flensburger Förde
Schwerpunktbereiche
Nr. 540 Halbinsel Holnis
Bestand:Ostseeküstenlandschaft von besonderer Vielfalt, Eigenart und Schönheit mit hohem Flächenanteil an naturnahen, naturraumtypischen Lebensräumen; darunter finden sich Nehrungshaken, Noore, Salzwiesen, Steilküsten und ausgedehnte Flachwasserzonen; im Hinterland weitgehend zum Bruchwald verlandeter Binnensee (NSG „Pugumer See"), westlich anschließend naturnahe Laubwälder mit Quellbrüchen, Sumpfwiesen, Übergangsmooren und Bachschluchten
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines besonders vielfältigen küstentypischen Biotopkomplexes mit naturnahen Flachwasser-, Strand-, Salzwiesen- und Steiluferlebensräumen; im Küstenhinterland Erhaltung und Entwicklung naturnaher Moore, Brüche, Bachschluchten und von Naturwald
MaßnahmenEinstellung des Schöpfwerkbetriebs im Bereich des Kleinen Noores; Aufgabe intensiver landwirtschaftlicher Nutzungen insbesondere in einem breiten, an die Küste angrenzenden Streifen
Nr. 607 Friedholz und Pugumer See
Bestand:Weitgehend zum Bruchwald verlandeter Binnensee (NSG „Pugumer See"), westlich anschließend naturnahe Laubwälder mit Quellbrüchen, Sumpfwiesen, Übergangsmooren und Bachschluchten
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung naturnaher Moore, Brüche, Bachschluchten und von Naturwald; für FFH-Gebiete siehe Natura 2000-Erhaltungsziele
Maßnahmensiehe Informationen zu Natura 2000
Nr. 541 Fördeküste Wille/Westerwerk
Bestand:Weitgehend bewaldeter Abschnitt der Fördeküste mit großer Biotopvielfalt und hohem Biotopflächenanteil. Eingeschlossen sind bewaldete Steilküsten, Salzwiesen, Brackwasserröhrichte und eine vermoorte, teils zu Teichen angestaute, verzweigte Talniederung
EntwicklungszielErhaltung der derzeit naturnahen Bereiche; Entwicklung von Naturwald
MaßnahmenUnbeeinflusste Waldentwicklung, Einstellung von Entwässerungsmaßnahmen
Nr. 542 Twedter Holz / Twedter Feld
Bestand:Ehemaliger Standortübungsplatz im Bereich einer Binnendüne, der von Sandtrockenrasen, brachliegenden ungedüngten Grasfluren, unbeeinflussten Laubwaldbeständen, einem naturnahen Waldbach und teilentwässerten Bruchwaldbeständen geprägt wird
EntwicklungszielErhaltung eines besonders vielfältigen und im Naturraum seltenen Biotopkomplexes
MaßnahmenWiederherstellung eines weitgehend natürlichen Wasserregimes; bei Bedarf Biotoppflegemaßnahmen zur Erhaltung offener und halboffener Bereiche
Nr. 543 Staatsforst Weesries und Blixmoor
Bestand:Standörtlich vielfältiges Gebiet mit naturnahen Laubwaldbeständen, einem kleinen Hochmoor, einem künstlichen Moorsee und angrenzenden ungenutzten und landwirtschaftlich genutzten Niedermoorlebensräumen
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines im Naturraum seltenen Biotopkomplexes aus unbeeinflussten Laubwaldbeständen, Hochmoor und Niedermoorlebensräumen
MaßnahmenWiedervernässung der Niedermoorbereiche; Verringerung der land- und forstwirtschaftlichen Nutzungsintensität; Nutzungsaufgabe in Teilbereichen, besucherlenkende Maßnahmen
Nr. 544 Munkbrarupau und Schwennautal
Bestand:Geomorphologisch deutlich ausgeprägter Talraum in einem stark kuppigen Endmoränengebiet mit streckenweise naturnahem Bachlauf, vielfältigen Grünlandbiotopen in der Aue und einem Erlenwald
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines naturnahen, weitgehend offenen Talraumes; Entwicklung einer halboffenen Weidelandschaft an den Talhängen und im Bereich der stark kuppigen Endmöränenstaffeln
MaßnahmenFließgewässer- und Talraumrenaturierung bei weitgehender Offenhaltung des Talraumes; Einstellung intensiver landwirtschaftlicher Nutzungen und von Entwässerungsmaßnahmen
Nr. 545 Küstenlandschaft bei Bokholmwik
Bestand:Vielfältige, geomorphologisch eindrucksvolle Küstenlandschaft mit tief eingeschnittenen Tälern, Laubwäldern, teils beweideten, teils natürlich bewaldeten Steilküsten und dem letzten noch unverbauten Höftland des Naturraumes; Konflikte mit Golfsport und sonstiger Freizeitnutzung in Teilbereichen
EntwicklungszielErhaltung des Gesamtlandschaftscharakters und Entwicklung von Naturwald, naturnahen Tälern einschließlich der Hangbereiche, Steilküsten mit natürlicher Dynamik und von naturnahen Strandwällen und Nasswiesen im Bereich des Höftlandes
MaßnahmenEinstellung intensiver land- und forstwirtschaftlicher Nutzungen; Beseitigung von baulichen Anlagen im Bereich der Steilküsten; Lenkung der Erholungsnutzung
Nr. 546 Tal der Langballigau und Randbereiche
Bestand:Großflächig vermoortes, naturnahes Erosionstal mit vorgelagertem, intensiv touristisch genutztem Höftland. Nach weitgehender Nutzungsaufgabe finden sich im Auenbereich, ausgehend von Niederungsgrünland, verschiedene Niedermoorsukzessionsstadien bis hin zum Erlenbruch-/Auwald. Talhänge mit seltenen Kalkbuchenwäldern; Konflikte mit Erholungsnutzung im Bereich des Höftlandes
EntwicklungszielRenaturierung des gesamten Talraumes einschließlich der Hangbereiche; Erhaltung von offenen Biotopen in Teilbereichen der Niederung; Entwicklung von Naturwald an den Talhängen; Wiederherstellung naturnaher Lebensräume im Bereich des Höftlandes
MaßnahmenEinstellung von Gewässerunterhaltungsmaßnahmen und von forstwirtschaftlichen Nutzungen; räumliche Verlagerung der Campingplatznutzung und sonstiger touristischer Einrichtungen und baulicher Anlagen
Nr. 547 Tal und Steilküste bei Osterholz
Bestand:Tief eingeschnittener, vergleichsweise extensiv landwirtschaftlich genutzter Talraum, der in einem Bereich mit weitgehend natürlicher Steilküste und wenig gestörten Sand- und Geröllstränden auf die Fördeküste trifft
EntwicklungszielErhaltung des natürlichen Steilufer- und Strandabschnittes; Renaturierung des teils verrohrten Fließgewässers und Entwicklung weitgehend offener nasser Grünlandlebensräume in der Aue sowie von ungedüngten offenen bis bewaldeten Lebensräumen in den teils steilen Hangbereichen
MaßnahmenAufgabe intensiver landwirtschaftlicher Nutzungen im gesamten Talraum; Fließgewässerrenaturierung; Wiederherstellung eines weitgehend natürlichen Wasserregimes
Nr. 548 Niederung der Steinberger Au und Umgebung
Bestand:Der vielfältige Ausschnitt der Fördeküstenlandschaft umfasst einen Steilküstenabschnitt, naturnahen Laubwald, ein Tal südlich Habernis, ein ausgedehntes Niederungsgebiet im Mündungsbereich der Steinberger Au mit Bruchwald- und Auwaldkomplexen, Quellen, Kalkquellmooren, Schilfröhrichten, Hochstaudenrieden und brachgefallenem Feuchtgrünland sowie die landwirtschaftlich intensiv genutzten Moränenhänge um Habernis, die sich durch eine besonders hohe Knickdichte auszeichnen.
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines komplexen, naturraumtypischen Landschaftsausschnittes mit vielfältigen naturnahen Küsten- und Niederungsbiotopen, Naturwald, sowie extensiv genutzten Grünlandlebensräumen (im höher gelegenen Bereich um Habernis)
MaßnahmenAufgabe landwirtschaftlicher Nutzungen im Niederungsbereich; natürliche Waldentwicklung; Wiederherstellung eines weitgehend natürlichen Wasserregimes im Gesamtgebiet; Einstellung des Schöpfwerkbetriebes im Mündungsbereich der Au südlich Habernis
Nr. 549 Talraum der Lippingau
Bestand:Geomorphologisch deutlich ausgeprägtes eiszeitliches Tunneltal, insbesondere im Unterlauf mit offenen bis bewaldeten naturnahen Abschnitten. Hier münden zahlreiche kleinere, zumeist bewaldete Bachschluchten in den Talraum der Lippingau ein.
EntwicklungszielTalraumrenaturierung unter Einbeziehung der Hangbereiche; Entwicklung weitgehend ungenutzter, feuchter bis nasser Auenlebensräume; Erhaltung und Anbindung der derzeit räumlich isolierten kleineren Bachschluchten
MaßnahmenAufgabe intensiver land- und forstwirtschaftlicher Nutzungen im Gesamtgebiet; Wiederherstellung weitgehend natürlicher Wasserstands- und -Abflussverhältnisse
Nr. 550 Wälder bei Rundhof
Bestand:Das Gebiet umfasst mehrere größere naturnahe Laubwälder auf nährstoffreichen, nassen bis mittelfeuchten Standorten, die von großen Ackerschlägen umgeben sind.
EntwicklungszielEntwicklung eines großflächigen Biotopkomplexen aus naturnahem Laubwald, unbeeinflusstem Naturwald, bewaldeten Bachschluchten und offenen bis halboffenen Gras- und Staudenfluren
MaßnahmenVerringerung der land- und forstwirtschaftlichen Nutzungsintensität; Nutzungsaufgabe in Teilbereichen; Wiederherstellung eines weitgehend natürlichen Wasserregimes im Gesamtgebiet
Nr. 551 Geltinger Birk
Bestand:Großflächiges Höftland mit hohem Anteil und großer Vielfalt an naturnahen küstentypischen Lebensräumen, wie Sand- und Geröllstränden, Strandwällen und ungenutzten oder extensiv genutzten Niederungslebensräumen, die über ein Schöpfwerk entwässert werden.
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines der natürlichen Dynamik unterliegenden Küstenbiotopkomplexes
MaßnahmenMaßnahmen gemäß vorliegendem Entwicklungskonzept
Nr. 552 Küstenniederung bei Pottloch
Bestand:Unter Normal Null liegende, über ein Schöpfwerk entwässerte Küstenniederung mit vorgelagertem, gering befestigtem Strandwall; Niederung durchweg als Grünland genutzt.
EntwicklungszielWiederherstellung eines der natürlichen Dynamik unterliegenden Strandsees mit naturnahen Uferzonen und vorgelagertem Strandwall
MaßnahmenNutzungsaufgabe; Einstellung des Schöpfwerkbetriebes und der Deichunterhaltungsmaßnahmen
SonstigesKonflikt durch Küstenschutzmaßnahmen
Verbundachsen von überregionaler Bedeutung
Steilküstenabschnitte der Ostsee
EntwicklungszielErhaltung der natürlichen Strände, Steilküsten und landseitig anschließend Entwicklung eines breiten naturnahen Küstenstreifens mit Sukzessionsflächen und Laubgehölzen
Küstenniederungen der Ostsee
EntwicklungszielWiederherstellung salzwasserbeeinflusster, der natürlichen Küstendynamik unterliegender Küstenniederungen
Tal südlich Niedamm
EntwicklungszielEntwicklung eines naturnaher Talraumes
Gebiet südlich Koppelheck
Entwicklungszielim Westen Entwicklung feuchter bis nasser Niederungsbiotope, im Osten Entwicklung einer halboffenen Weidelandschaft; Renaturierung verrohrter Bachabschnitte zur Anbindung der naturnahen Bäche bei Regelsrott
Zentrales Angeln
Schwerpunktbereiche
Nr. 553 Winderatter See und Umgebung
Bestand:Eiszeitliches Tunneltal mit nährstoffreichem See und weitgehend ungenutzten Niederungs- und Hangbereichen. Es finden sich Verlandungszonen mit Röhricht sowie Niedermoorflächen mit seltener Kalkmoorvegetation. Umgebungsbereiche nach Ankauf durch die Stiftung Naturschutz teils in Sukzession teils mit Pflegenutzung; Vorkommen zahlreicher seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines vielfältigen Biotopkomplexes, bestehend aus dem Winderatter See, naturnahen Verlandungszonen und Niedermoorlebensräumen sowie offenen bis halboffenen Biotopen und unbeeinflussten Laubwaldbeständen in den Hangbereichen
MaßnahmenMaßnahmen gemäß vorliegendem Entwicklungskonzept
Nr. 554 Satrupholmer Moor und Umgebung
Bestand:Teilabgetorftes und entwässertes, von Pfeifengrasbeständen und Grauweidengebüschen geprägtes Hochmoor. In den Randbereichen sind Moorgrünlandflächen in das Gebiet einbezogen. Ehemals größtes atlantisches Hochmoor des Naturraumes
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung sekundärer Lebensräume vom Hochmoor- und Niedermoortyp auf ehemaligem Hochmoorstandort unter Einbeziehung der umgebenden Moorgrünlandflächen; Einrichtung einer hydrologischen Schutzzone
MaßnahmenAnhebung des Wasserstandes im Gesamtgebiet; Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung; in den Randbereichen Pflegenutzung zur Entwicklung von nassem Grünland
Nr. 555 Hechtmoor / Rehbergholz / Schwennholz / Niederung der Ülsbyer Au
Bestand:Komplexer Landschaftsausschnitt mit teilabgetorftem atlantischen Hochmoor, das unterschiedlichste Degenerations- und Regenerationsstadien aufweist, größeren naturnahen Laubwaldbeständen, naturfern ausgebautem Fließgewässer (Ülsbyer Au) und einer vermoorten Talniederung, die in Teilbereichen von Röhrichten, Rieden und Feuchtgebüschen eingenommen wird.
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines besonders vielfältigen Biotopkomplexes, bestehend aus einem regenerierendem atlantischen Hochmoor, unbeeinflusstem Naturwald großteils auf mesophilen Standorten, feuchten bis nassen, offenen bis halboffenen Niedermoorlebensräumen und naturnahem Talraum der Ulsbyer Au
MaßnahmenWiederherstellung eines weitgehend natürlichen Wasserregimes im Gesamtgebiet; Einrichtung einer hydrologischen Schutzzone in der Umgebung des Hechtmoores; Verringerung der Nutzungsintensität oder Nutzungsaufgabe im Forst- und Niederungsbereich; Renaturierung des Talraumes der Ülsbyer Au
Nr. 556 Staatsforst Schleswig westlich Ülsby
Bestand:Naturnaher Buchen-Stieleichen-Laubmischwald auf mittelfeuchten Standorten mit kleinräumig eingelagerten Eschen- und Erlenbeständen; im Süden angrenzend naturnaher Bach; im Nordwesten sind landwirtschaftliche Nutzflächen in das Gebiet einbezogen.
EntwicklungszielEntwicklung von unbeeinflusstem Naturwald auf mittelfeuchten und kleinräumig eingelagerten feuchten bis nassen Standorten; am Südrand Entwicklung einer naturnahen Bachaue; Waldbildung durch Sukzession im Bereich der landwirtschaftlichen Nutzflächen
MaßnahmenWiederherstellung eines weitgehend natürlichen Wasserregimes im Gesamtgebiet; Aufgabe der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung in Teilbereichen
Nr. 557 Talraum der Wellspanger Au
Bestand:Breites, tief eingeschnittenes eiszeitliches Tunneltal mit weitgehend entwässertem Niedermoorgrünland im Auenbereich und Acker-, Grünland- und Brachflächen an den meist steilen Hängen. Im Hangbereich finden sich auch kleinere Reste naturnaher Lebensräume, insbesondere kleinere Bachschluchten sowie Laubgehölze in quelligen Bereichen. Im Bereich des ehemaligen Rabenholzer Sees sind Feuchtgrünland- und ungenutzte Niedermoorlebensräume erhalten.
EntwicklungszielEntwicklung eines naturnahen Talraumes mit offenen bis bewaldeten nassen Auenlebensräumen und halboffenen bis bewaldeten Lebensräumen an den teils steilen Talrändern
MaßnahmenTalraumrenaturierung; Anhebung des Wasserstandes in der Aue; Verringerung der Nutzungsintensität oder Nutzungsaufgabe
Nr. 558 Talraum der Oxbek
Bestand:Breites, tief eingeschnittenes eiszeitliches Tunneltal mit weitgehend entwässertem Grünland auf Niedermoor bzw. Sandern und zahlreichen kleineren naturnahen, auentypischen Lebensräumen.
EntwicklungszielEntwicklung eines naturnahen Talraumes mit offenen bis bewaldeten nassen Auenlebensräumen und halboffenen bis bewaldeten Lebensräumen an den steilen Talhängen bei Ruruplund
MaßnahmenTalraumrenaturierung; Anhebung des Wasserstandes in der Aue
Nr. 559 Tieftaulandschaft bei Saustrup
Bestand:Geomorphologisch sehr abwechslungsreicher Landschaftsausschnitt mit hohem Laubwaldanteil und hoher Dichte an naturnahen Kleinstrukturen (Knicks und Kleingewässer) auf mittelfeuchten bis nassen Standorten; ehemalige große Ackerschläge im Westteil sind mit Laubgehölzen aufgeforstet worden; dabei wurden ursprünglich vermoorte Senken wiedervernässt
EntwicklungszielIm Westen Entwicklung naturnaher Laubwaldbestände; im Ostteil Entwicklung eines naturraumtypischen Biotopkomplexes mit kleinräumigem Wechsel von kleineren naturnahen Laubwäldern und naturnahen, offenen bis halboffenen Biotoptypen auf nassen bis mittelfeuchten Standorten
MaßnahmenWiederherstellung eines weitgehend natürlichen Wasserregimes; Verringerung der landwirtschaftlichen Nutzungsintensität; Nutzungsaufgabe in Teilbereichen
Verbundachsen von überregionaler Bedeutung
Kielstau
EntwicklungszielTalraumrenaturierung; Entwicklung naturnaher bis halbnatürlicher Auenlebensräume; an den Talrändern Entwicklung naturnaher mesophiler Lebensräume
Bondenau
EntwicklungszielTalraumrenaturierung; Entwicklung naturnaher bis halbnatürlicher Auenlebensräume; an den Talhängen im Bereich Satrupholm und Gammelby unbeeinflusste Waldentwicklung
Südensee
EntwicklungszielErhaltung eines nährstoffreichen Sees mit naturnahen und halbnatürlichen Uferbereichen
Eiszeitliches Tunneltal zwischen Sterup und Südensee
EntwicklungszielTalraumrenaturierung; an den Talrändern Entwicklung einer halboffenen Weidelandschaft; in Teilbereichen unbeeinflusste Waldentwicklung
Boholzer Au/Oxbek
EntwicklungszielTalraumrenaturierung; Entwicklung naturnaher bis halbnatürlicher Auenlebensräume; an den Talrändern unbeeinflusste Waldentwicklung
Mühlenau östlich Süderbrarup einschließlich ”Kesselmoor Lerchenfeld”
EntwicklungszielTalraumrenaturierung; Entwicklung naturnaher bis halbnatürlicher Auenlebensräume; Entwicklung einer halboffenen Weidelandschaft
Schleigebiet
Schwerpunktbereiche
Nr. 388 Endmoränen- und Moorgebiet zwischen Brekendorf und Geltorf
Bestand:Überwiegend landwirtschaftlich genutztes, landschaftlich reizvolles Endmoränengebiet; im Norden mit Grünland auf trocken-mageren Standorten und hoher Knickdichte; im Süden angrenzend (Kreis Rendsburg-Eckernförde) vermoorte Niederung mit feuchtem bis mittelfeuchtem Grünland und mehreren kleinen Hochmoorresten im Pfeifengras-Stadium
EntwicklungszielEntwicklung eines vielfältigen naturraumtypischen Biotopkomplexes aus trocken-mageren, offenen bis halboffenen Biotopen im Bereich der nährstoffarmen Moränenkuppen und regenerierenden Mooren und Nasswiesen im Niederungsbereich
MaßnahmenWiederherstellung eines weitgehend natürlichen Wasserregimes im Gesamtgebiet; Wiedervernässung der Moorreste und Aufgabe intensiver landwirtschaftlicher Nutzungen
Nr. 560 Au bei Geltorf / Altmühltal
Bestand:Tief eingeschnittenes Kerbtal im Bereich eines eiszeitlichen Gletschertores mit naturnahem Bach, Röhricht, Erlenbruch, naturnahen Teichen, Laubwald und Gebüschen; oberhalb der Hangschulter Wechsel von kleineren Nadelwaldbeständen und vergleichsweise mageren Grünlandflächen
EntwicklungszielErhaltung eines naturnahen Talraumes und Entwicklung von trocken-mageren, offenen bis bewaldeten naturnahen Biotopen im Bereich der derzeit land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen
MaßnahmenAufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung; Umbau der Nadelwaldbestände in möglichst lichte Laubwaldbestände
Nr. 387 Esprehmer Moor
Bestand:Teilabgetorftes atlantisches Hochmoor mit kleinräumigem Wechsel von Pfeifengras- und Zwergstrauch-Stadien sowie regenerierenden Torfstichen, offenen Wasserflächen, Birken- und Weidengebüschen. Das Gebiet umfasst auch die tiefliegenden südlichen- und östlichen, land- und forstwirtschaftlich genutzten Randbereiche.
EntwicklungszielRenaturierung eines atlantischen Hochmoores
MaßnahmenEinrichtung einer hydrologischen Schutzzone (erforderliche Fläche nicht in der Karte verzeichnet; Abgrenzung anhand wasserwirtschaftlicher Daten erforderlich)
Nr. 561 Schleiufer bei Stexwig und Fahrdorfer Ziegelei
Bestand:Steile, vorwiegend als Grünland genutzte Seitenmoränenhänge am Schleiufer; im Gebiet finden sich kleinere Reste naturnaher Biotope wie zum Beispiel zwei kleinere naturnahe Kerbtäler, Quellbereiche und kleinere Erlenbrüche sowie Brackwasserröhrichte und Salzwiesen
EntwicklungszielErhaltung der besonderen landschaftlichen Eigenart und Schönheit; Entwicklung eines Biotopkomplexes aus naturnahen Uferbereichen der Schlei und naturnahen Kerbtälern, Nasswiesen, nassen Sukzessionsflächen und offenen bis halboffenen, ungedüngten Lebensräumen in den Hangbereichen
MaßnahmenAufgabe intensiver landwirtschaftlicher Nutzungen; Freihalten von Bebauung; besonders geeignet als Naturerlebnisraum
Nr. 562 Haddebyer und Selker Noor
Bestand:Eiszeitliches Gletschertor von besonderer landschaftlicher Vielfalt, Eigenart und Schönheit mit dem Haddebyer und Selker Noor und deren Uferbereichen. Im Gebiet liegen zahlreiche archäologische Schutzobjekte (zum Beispiel „Königshügel“ und „Haithabu“).
EntwicklungszielErhaltung eines naturnahen Noores und der archäologischen Schutzobjekte; Entwicklung von vielfältigen halbnatürlichen und naturnahen Lebensräumen auf nassen bis trocken-mageren Standorten in den Randbereichen des Noores
MaßnahmenAufgabe intensiver landwirtschaftlicher Nutzungen; Anhebung des Wasserstandes im Grünlandbereich am Südufer des Selker Noores und in der Niederung westlich des Haithabu-Museums; besonders geeignet als Naturerlebnisraum
Nr. 563 Busdorfer Tal
Bestand:Geomorphologisch markantes eiszeitliches Gletschertor mit hohem Flächenanteil und großer Vielfalt an naturnahen Lebensräumen im nassen Talgrund. Die Hangbereiche werden vorwiegend von magerem Grünland eingenommen.
EntwicklungszielErhaltung des Biotopbestandes im Talgrund und Entwicklung ungedüngter, offener bis halboffener, trocken-magerer Lebensräume an den steilen Hängen
MaßnahmenAufgabe intensiver landwirtschaftlicher Nutzungen in den Hangbereichen
Nr. 564 Thyraburger Tal westlich Schloss Gottorf
Bestand:Bereich eines eiszeitlichen Gletschertores mit dem Burgsee einschließlich seiner ausgedehnten naturnahen Verlandungsbereiche, feuchten, vergleichsweise extensiv genutzten Grünländereien und Laubwaldbeständen in den Hangbereichen.
EntwicklungszielErhaltung des derzeitigen Landschaftscharakters; Entwicklung von Naturwaldbeständen und von nassen, weitgehend offenen Niederungsbiotopen
MaßnahmenAnhebung des Wasserstandes im Niederungsbereich; Freihalten von Bebauung
Nr. 565 Reesholm/Schlei
Bestand:Von Salzwiesen und Feuchtgrünland geprägte Halbinsel am Nordufer der Schlei mit besonderer Bedeutung für Brut- und Rastvögel; eingeschlossen sind die nördlich angrenzenden, derzeit landwirtschaftlich genutzten Hangbereiche.
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines Biotopkomplexes aus Salz- und Nasswiesen im Bereich der Halbinsel und halboffenen Biotopen im nördlich angrenzenden Hangbereich
MaßnahmenAufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung im Hangbereich
Nr. 566 Loiter / Füsinger Au mit Randbereichen
Bestand:Geomorphologisch deutlich ausgeprägter Talraum von besonderem landschaftlichen Reiz mit hohem Anteil an naturnahen und halbnatürlichen Lebensräumen; in das Gebiet sind zur Entwicklung eines repräsentativen komplexen Landschaftsausschnittes östlich Moldenit eine Grünlandniederung einschließlich der Hangbereiche und südlich Scholderup naturnahe Laubwaldbestände am Talrand sowie das angrenzende Füsingermoor einbezogen.
EntwicklungszielErhaltung eines landschaftlich reizvollen Talraumes und Entwicklung naturnaher und halbnatürlicher Lebensräume im Gesamtgebiet unter besonderer Berücksichtigung der Röhrichte im Mündungsgebiet, auentypischer Biotope und Naturwald sowie von Nasswiesen im Bereich östlich Moldenit und im Randbereich des Füsinger Noores
MaßnahmenWiederherstellung einer weitgehend natürlichen Fließgewässerdynamik und eines weitgehend natürlichen Wasserregimes im Gesamtgebiet; unbeeinflusste Waldentwicklung im Bereich der derzeitigen Laubwaldbestände
Nr. 567 Brodersbyer Noor
Bestand:Landschaftlich reizvolles Noor der Schlei mit hohem Anteil an naturnahen Lebensräumen. Darunter finden sich vor allem Salzwiesen, Feuchtwiesen, Quellbereiche, Seggenriede und Hochstaudenfluren.
EntwicklungszielErhaltung des derzeitigen Landschaftscharakters; Erhaltung und Entwicklung ungenutzter oder extensiv genutzter typischer Lebensräume des Schleiufers
MaßnahmenEinrichtung ungenutzter Pufferzonen in den Hangbereichen; in Teilen des Verlandundsbereichs Biotoppflege zur Erhaltung halbnatürlicher Salzwiesen
Nr. 568 Gunnebyer Noor
Bestand:Landschaftlich besonders reizvolles Noor der Schlei mit Röhrichten, Hochstaudenfluren, Feuchtwiesen und den größten zusammenhängenden Salzwiesen des Naturraumes; eingeschlossen sind die angrenzenden, intensiv landwirtschaftlich genutzten Hangbereiche.
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines großflächigen naturraumtypischen Biotopkomplexes, der vor allem Röhrichte, Salzwiesen, Nasswiesen und die Wasserfläche der Schleibucht umfasst; Einrichtung einer ungedüngten Pufferzonen in den Hangbereichen
MaßnahmenVerringerung von Nährstoffeinträgen; Aufhebung der Binnenentwässerung im Grünlandbereich
Nr. 569 Lindauer Noor
Bestand:Weitgehend von der Schlei abgetrenntes, durch Straße und Bahnstrecke zweigeteiltes Noor; Südwestteil mit flachen Ufern, die großteils von Feuchtgrünland und Salzwiesen eingenommen werden; Nordostteil mit schmalem Röhricht- und Erlensaum und kleineren Feuchtwiesenanteilen. Eingeschlossen sind die vorwiegend landwirtschaftlich genutzten Hangbereiche zwischen Noor und Schlei und die steilen Hänge am Nordufer mit naturnahem Buchenwald und Grünland.
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines naturraumtypischen Biotopkomplexes, bestehend aus dem Noor, naturnahen und halbnatürlichen Lebensräumen der Verlandungszone und naturnahen offenen bis bewaldeten Lebensräumen in den Hangbereichen
MaßnahmenVerringerung der Nutzungsintensität oder Nutzungsaufgabe im Bereich der derzeitigen landwirtschaftlichen Nutzflächen
Nr. 570 Grödersbyer Noor
Bestand:Fast vollständig von der Schlei abgetrenntes Noor mit bewaldetem Steilufer, Röhrichten und Feuchtgrünland; eingeschlossen sind die steilen, großteils landwirtschaftlich genutzten Uferbereiche und das östlich bis Arnis reichende Schleiufer, dass durch kleinräumigen Wechsel von trocken-mageren Kuppen und nassen Verlandungsbereichen geprägt wird.
EntwicklungszielEntwicklung eines naturraumtypischen Biotopkomplexes, bestehend aus dem Noor, naturnahen Verlandungszonen, Nasswiesen und ungedüngten halboffenen Lebensräumen auf den trockenen Standorten
MaßnahmenVerringerung der landwirtschaftlichen Nutzungsintensität; Anhebung des Wasserstandes im Grünlandbereich westlich Arnis
Nr. 571 Talraum der Grimsau
Bestand:Morphologisch weitgehend naturnah erhaltenes, von Ufergehölzen gesäumtes Fließgewässer in meist tief eingeschnittenem Talraum; südlich Stoltebüll aufgeweiteter Talraum mit Feuchtgrünlandresten; im Mündungsbereich an der Schlei naturnahe Verlandungszone
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines naturnahen Fließgewässers; Entwicklung von Nasswiesen und ungenutzten Auenlebensräumen im Bereich südlich Stoltebüll und östlich Grummark; Erweiterung der naturnahen Ufergehölze
MaßnahmenVerbesserung der Wasserqualität; Anhebung des Wasserstandes südlich Stoltebüll; Nutzungsaufgabe in einem breiten Uferrandstreifen
Nr. 572 Wormshöfter Noor
Bestand:Der Südteil umfasst Flachwasserbereiche im Norden des Wormshöfter Noores, niedrige Steiluferabschnitte und angrenzende, ackerbaulich genutzte Flächen, der Nordteil das über ein Schöpfwerk entwässerte, fast gänzlich aufgeforstete, unter Normal Null liegende ehemalige Noor mit kleinen naturnahen Biotopresten sowie einen bedeichten Ostseeküstenabschnitt mit Strandwallbildungen
EntwicklungszielEntwicklung eines Biotopkomplexes, bestehend aus naturnahen halboffenen bis bewaldeten Lebensräumen am Westufer des Wormshöfter Noores, Flachwasserbereichen des Wormshöfter Noores und ausgedehnten salzwasserbeeinflussten Röhrichten im aufgeforsteten, unter dem Meeresspiegel liegenden Nordteil
MaßnahmenErhebliche Anhebung des Wasserstandes und Waldumwandlung im Nordteil durch Aufgabe des Schöpfwerkbetriebes; im Südteil Extensivierung bzw. Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung im schleiufernahen Bereich auch zur Verringerung der Nährstoffeinträge
Nr. 573 Oehe / Schleimünde
Bestand:Durch Schlei und Ostsee geprägte Halbinsel von besonderer Vielfalt, Eigenart und Schönheit mit einer weitgehend natürlichen Nehrung und Flachwasserbereichen der Schlei (Windwatten) im Bereich des NSG und vergleichsweise extensiv land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen im eingedeichten Bereich. Die eingedeichten Flächen liegen teils unter bzw. wenig über Normal Null und werden über ein Schöpfwerk entwässert.
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung eines weitgehend naturnahen, vielfältigen Küstenbiotopkomplexes, bestehend aus der natürlichen Nehrung im Bereich des Naturschutzgebietes, Flachwasserzonen der Ostsee und der Schlei sowie möglichst naturnahen, küstentypischen Lebensräumen wie zum Beispiel salzwasserbeeinflussten Gewässern, Sümpfen, Bruchwäldern, Mooren und Salzwiesen in den niedrigliegenden, eingedeichten Teilbereichen (teils unter dem Meeresspiegel) oder mageren Staudenfluren und Gehölzen auf den höhergelegenen Kuppen.
MaßnahmenAnhebung des Wasserstandes durch Verringerung der Schöpfwerkleistung; Vermeidung weiterer Aufforstungen
Nr. 574 Olpenitzer Noor
Bestand:Noor der Schlei und angrenzende Uferbereiche von großer Biotopvielfalt mit stark entwässerten Salzwiesen, Brackwasserröhrichten und naturnahem Laubwald; nordöstlich angrenzend in die Schlei vorspringende, nur wenig über Normal Null liegende Halbinsel mit ausgedehnten, intensiv genutzten Salzwiesen
EntwicklungszielEntwicklung eines naturraumtypischen Biotopkomplexes, bestehend aus Flachwasserbereichen der Schlei, Brackwasserröhricht und ausgedehnten naturnahen Salzwiesen
MaßnahmenAnhebung des Wasserstandes und Verringerung der landwirtschaftlichen Nutzungsintensität bzw. Nutzungsaufgabe in den Salzwiesenbereichen
Verbundachsen von überregionaler Bedeutung
Schleiufer und Steilhänge bei Winning
EntwicklungszielEntwicklung eines Biotopkomplexes aus naturnahen, teils quelligen Hangwäldern, offenen bis bewaldeten Niedermoorlebensräumen und Salzwiesen
Schleiufer zwischen Füsinger Ziegelei und Brodersby
EntwicklungszielEntwicklung eines Biotopkomplexes aus Verlandungszonen und naturnahen Uferhängen der Schlei, naturnahem Talraum der Geelbek und ungedüngten halboffenen Lebensräumen im Endmoränengebiet nördlich Burg
Schleiufer zwischen Hellör und Ulsnis
EntwicklungszielEntwicklung eines Biotopkomplexes aus naturnahen Verlandungszonen und Uferhängen auf mageren, sandig-kiesigen Seitenmoränen der Schlei
Schleiufer bei Dallacker
EntwicklungszielEntwicklung eines Biotopkomplexes aus naturnaher Verlandungszone, Steilufer und halboffenen Lebensräumen auf zumeist sandig-kiesigen Standorten der Seitenmoränen
Schleiufer zwischen Lindaunis und Grödersbyer Noor
EntwicklungszielEntwicklung naturnaher Uferbereiche und Naturwaldentwicklung an den Hängen
Schleiufer zwischen Arnis und Kappeln
EntwicklungszielErhaltung und Entwicklung naturnaher und halbnatürlicher Biotope der Verlandungszone
Schleiufer bei Rabelsund
EntwicklungszielErhaltung des Steilufers und Naturwaldentwicklung im ufernahen Bereich
Schleiufer bei Espenis
EntwicklungszielEntwicklung naturnaher Uferbereiche und einer naturnahen Bachniederung
Schleiufer mit Ellenbergholz
EntwicklungszielNaturwaldentwicklung auf vorwiegend frischen Standorten
Schleiufer östlich Ellenbergholz
EntwicklungszielEntwicklung naturnaher Uferbereiche und Naturwaldentwicklung im ufernahen Bereich
Niederung südlich Olpenitzdorf
EntwicklungszielEntwicklung von Nasswiesen und naturnahen Niederungsbiotopen; Naturwaldentwicklung im Köhholz
Schleibachniederung südlich Olpenitz Hafen
EntwicklungszielEntwicklung von Nasswiesen und ungenutzten Niederungsbiotopen

1.12. Kulturlandschaften

1.12.1. Geschichtlicher Abriss

Die historischen Kulturlandschaften Schleswig-Holsteins können am besten über die naturräumliche Gliederung des Landes verstanden werden. Dies sind von Osten nach Westen das Jungmoränengebiet des Östlichen Hügellandes, die Sanderebene der Vorgeest, die Altmoränenlandschaft der Hohen Geest und die Marschen und das Watt des Küstenholozäns einschließlich der Elbmarschen. Diese geologisch-topographische Struktur bildet Basis und Hintergrund der menschlichen Siedlungstätigkeit seit der Zeit der Neandertaler vor dem Hintergrund der klimatischen und der sich daraus ergebenden naturräumlichen Veränderungen. Sie bildet aber auch das Grundgerüst unserer historischen Kulturlandschaften, deren Entstehung hier kurz vorgestellt werden soll:

In der Elster-Kaltzeit vor 400.000 bis 325.000 Jahren war Schleswig-Holstein vollständig von Gletschern bedeckt. Es erfolgt die Anlage des glazialen Untergrundes mit teilweise tief eingeschnittenen Rinnen. In der Holstein-Warmzeit vor 325.000 bis 310.000 Jahren sind die tiefer liegenden Teile des Landes vom Meer bedeckt. In der Saale-Kaltzeit vor 310.000 bis 128.000 ist das Land mehrfach vollständig von Eis bedeckt. Der Meeresspiegel liegt tiefer als heute. In der Eem-Warmzeit vor 128.000 bis 115.000 Jahren sind Teile Schleswig-Holsteins erneut vom Meer bedeckt. Hier geben Paläoböden Aufschluss über die Umweltbedingungen zur Zeit des Neandertalers. Die Weichsel-Kaltzeit vor 115.000 bis 11.500 Jahren beinhaltet neben den

Kälteeinbrüchen auch Erwärmungsphasen. Im Spätglazial kommt es zur Entfaltung von Eiszeitjägerkulturen, namentlich der Hamburger und der Ahrensburger Kultur. Zu dieser Zeit war das heutige Nordseebecken eine Tiefebene mit eiszeitlicher Tundrenlandschaft. Im Ostseebecken bestand der Baltische Eisstausee. Im Übergang zum Holozän, der geologischen Jetzt-Zeit, kommt es ab 14.500 vor heute zu einer Schwankungen unterliegenden Klimaerwärmung. Zunächst entsteht eine Steppen-Tundra-Vegetation. In der sich daran anschließenden Wärmephase (Allerød) entwickelt sich zeitlich befristet eine erste Waldvegetation, deren Ausbreitung in der sich anschließenden Kältephase (Jüngere Dryas) zum Erliegen kommt, bevor vor rund 11.500 Jahren unsere heutige Warmzeit, das Holozän einsetzt.

Im Holozän entstehen unsere Marschen, Moore und Auen sowie die Nord- und Ostsee in ihrer heutigen Form. Mit dem Abtauen der Eispanzer kommt es im Bereich der Nordsee zu einem Meeresspiegelanstieg, der im dritten Jahrtausend vor Christi die Altmoränenlandschaft der Hohen Geest sowie die damit verbundenen Niederungsgebiete erreicht. Im Bereich der heutigen Ostsee entsteht mit dem Yoldia-Meer die Ur-Ostsee, die in Mittelschweden eine schmale Verbindung zur Nordsee hatte. Diese Verbindung wird durch die isostatische Hebung Skandinaviens unterbrochen und ab rund 10.000 vor Christi entsteht der Ancylus-See. Im Bereich der heutigen Ostseeküste ist in dieser Zeit mit einer sich stark wandelnden, aus vielen kleinen Inseln und Meeresarmen bestehenden Landschaft zu rechnen. Die damaligen Wildbeutergesellschaften müssen sich immer wieder an die sich entwickelnden unterschiedlichen Waldtypen sowie entstehenden marinen Habitate anpassen. Ende des 5. Jahrhunderts vor Christi kommt es zu einem neuen Trend. Jäger, Fischer und Sammler werden langsam zu Bauern und Hirten. Dieser Prozess, der auch als „neolithische Revolution“ bezeichnet wird, wird zu dem unsere Landschaft bis heute prägenden Faktor. Von der Jungsteinzeit an nahm der Einfluss des Menschen über die Bronze- und Eisenzeit zu. Gegen Ende der sich daran anschließenden Völkerwanderungszeit kommt es zu einem Bevölkerungsrückgang und das Gebiet des heutigen Schleswig-Holsteins war kaum besiedelt. Es kommt zu einer Ausdehnung des Waldes, bevor sich im Mittelalter die Siedlungsgebiete erneut ausdehnen und die Wälder zurückdrängen. Die Diversität an Landschaftsformen und die Biodiversität nimmt durch die mittelalterliche Landwirtschaft zu. Mit der neuzeitlichen Landwirtschaft und den hiermit verbundenen Innovationen wird unsere Landschaft mit einer nie zuvor dagewesenen Intensität durch den Menschen verändert. Den derzeitigen Schlusspunkt bildet der Ausbau der erneuerbaren Energien, deren Einfluss auf unsere historischen Kulturlandschaften noch nicht absehbar ist.