Planungs­dokumente: Entwurf Landschaftsrahmenplan für den Planungsraum I - Online-Beteiligungsverfahren

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Inhaltsverzeichnis

Band 1

2.1.2. Gewässer

Wasser gehört zu den elementaren Lebensgrundlagen aller Organismen.

Gemäß § 1 Absatz 3 Nummer 3 BNatSchG sind Meeres- und Binnengewässer vor Beeinträchtigungen zu bewahren und ihre natürliche Selbstreinigungsfähigkeit und Dynamik ist zu erhalten.

Im Planungsraum finden sich je nach Lage unterschiedliche Vorkommen von Grundwasser (Kapitel 2.1.2.1: Grundwasser) und Oberflächengewässer (Kapitel 2.1.2.2: Oberflächengewässer). Letztere untergliedern sich in die Gewässerkategorien Fließgewässer, Seen (stehende Gewässer) und Küstengewässer (siehe Kapitel 2.1.3: Küstengewässer).

Der Schutz der Gewässer für die Trinkwassergewinnung sowie als Lebensraum für Pflanzen und Tiere hat insgesamt auf europäischer Ebene an Bedeutung gewonnen. Seit dem 22. Dezember 2000 setzt die EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) neue Maßstäbe. Sie gilt für alle Gewässer Europas, das heißt für Oberflächengewässer, einschließlich der Übergangs- und Küstengewässer, sowie für das Grundwasser. Ziel ist die Verbesserung des Zustands der aquatischen Umwelt.

Die WRRL verpflichtet die Mitgliedstaaten, alle notwendigen Maßnahmen zu treffen, um die Gewässer im Geltungsbereich der Richtlinie in einen guten Zustand zu bringen oder bei als erheblich verändert und künstlich eingestufte Wasserkörpern das gute ökologische Potenzial zu erreichen.

Neben der WRRL ist auch die Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie für den Planungsraum von Bedeutung. Auch diese hat die Erreichung und Bewahrung eines guten Zustandes der Meeresumwelt zum Ziel (siehe Kapitel 1.2: Nationale und internationale Abkommen und Programme).

Weitergehende Ziele und Erfordernisse werden in den Kapiteln 4.1.8: Meeresschutz und 4.2.12: Gewässer aufgeführt. Auf § 21 Absatz 5 BNatSchG wird in diesem Zusammenhang ebenfalls hingewiesen (siehe Kapitel 4.1.1: Gebiete mit besonderer Eignung zum Aufbau eines Schutzgebiets- und Biotopverbundsystems).

2.1.2.1. Grundwasser

Das Grundwasser stellt in Schleswig-Holstein eine maßgebliche Lebensgrundlage der Daseinsvorsorge dar. 100 Prozent unseres Trinkwassers werden aus dem Grundwasser gedeckt. Für lebensmittelverarbeitende Betriebe stellt sauberes Grundwasser ebenfalls ein wichtiges Glied in der Wertschöpfungskette dar. Die Industrie ist auf hochwertiges Prozesswasser angewiesen und in der Land- und Baumschulwirtschaft wird Grundwasser für Tränk- und Beregnungszwecke in großen Mengen benötigt. Nicht zuletzt ist das Grundwasser eine bedeutende Wirkgröße im Naturhaushalt.

Grundwasser füllt unterhalb des wenige Dezimeter bis mehrere Meter tief liegenden Grundwasserspiegels zusammenhängend die Porenräume des geologischen Untergrundes aus.

Der Untergrund Schleswig-Holsteins ist bis in einige 100 Meter Tiefe aus Lockergesteinen mit einem entsprechenden Porenraum aufgebaut. Der grobmaschige Porenraum in Sanden und Kiesen ist gut durchlässig für Wasser, während der feinmaschige Porenraum in Schluffen und Tonen nur eine geringe Durchlässigkeit gegenüber Wasser aufweist. Von Bedeutung für das Vorkommen von Grundwasser in Schleswig-Holstein sind die Lockergesteine des Quartärs und des Tertiärs, den beiden jüngsten Epochen der Erdgeschichte. Die Gesteinsabfolge besteht aus abwechselnd sandigen und tonigen Sedimenten. Daraus resultiert ein Übereinander von gegeneinander abgegrenzten Grundwasserleitern, was zur Ausbildung von Grundwasserstockwerken führt. In der Regel sind in Schleswig-Holstein vier – von Oben in die Tiefe gesehen - Grundwasserstockwerke ausgebildet:

  • Schmelzwassersande der Weichsel-Vereisung,
  • Schmelzwassersande der Saale-Vereisung,
  • Schmelzwassersande der Elster-Vereisung und/ oder Sande des jüngsten Tertiärs (Pliozän) und
  • Sande des oberen Tertiärs (Miozän, Braunkohlensande).

Die beiden oberen Grundwasserstockwerke werden durch Geschiebemergel als Überbleibsel der abgeschmolzenen Gletscher gegeneinander abgetrennt. Das dritte Grundwasserstockwerk an der Grenze von quartären zu tertiären Sedimenten kann von Geschiebemergel oder auch interglazialem Ton bedeckt werden, die Basis ist ein tertiärer Ton. Das vierte Grundwasserstockwerk, die Braunkohlensande, wird vom tertiären Glimmerton eingeschlossen.

Das Grundwasser nimmt am natürlichen Wasserkreislauf teil und erneuert sich flächenhaft aus versickernden Niederschlägen. Die ungleiche Niederschlagsverteilung in Schleswig-Holstein zwischen mehr als 900 Millimetern im westlichen Dithmarschen und weniger als 600 Millimetern auf Fehmarn, verursacht eine örtlich stark differenzierte Grundwasserneubildung.

Im Hinblick auf das natürliche Schutzpotenzial durch gering wasserdurchlässige Deckschichten sind die geologisch älteren, meist deutlich tiefer als 50 Meter liegenden Wasserleiter aus dem Tertiär begünstigt. Diese sind durch (negative) anthropogene Einflüsse (beispielsweise Stoffeinträge) nicht oder nur in geringem Maße betroffen. Die ältesten Wasserleiter im Planungsraum sind die im mittleren Tertiär (Zeitstufe Miozän) abgelagerten Braunkohlensande. Sie haben für das gesamte Bundesland eine große wasserwirtschaftliche Bedeutung. Ihre Verbreitung ist auf die Senkungsgebiete zwischen den sich in Nord-Süd-Richtung erstreckenden, unterirdischen Salzstrukturen beschränkt.

Im mittleren Teil des Planungsraumes sind die Braunkohlensande weitgehend durch mächtige Glimmertone mit hoher Schutzfunktion für das Grundwasser bedeckt und durch eine weitere Tonschicht, ein Äquivalent des im südlichen Schleswig-Holstein verbreiteten Hamburger Tons, in einen höheren und einen tieferen Abschnitt unterteilt. Örtlich haben sich eiszeitliche Rinnen (siehe unten) durch den Glimmerton hindurch bis in die Braunkohlensande eingeschnitten. Rinnensande und Braunkohlensande stehen hier im hydraulischen Kontakt und bilden ein gemeinsames Wasserleitersystem.

Überwiegend aus den Braunkohlensanden, zum Teil aber auch aus dem eiszeitlich-tertiären Rinnenwasserleitersystem, fördern die Wasserwerke Flensburg-Ostseebad und Flensburg-Süd sowie das Wasserwerk Frörup.

Westlich der salztektonischen Hebungszone zwischen Joldelund und Böxlund sind die Braunkohlensande sehr feinkörnig ausgebildet und wasserwirtschaftlich nicht nutzbar. Zudem führen sie örtlich huminstoffreiche und schwach versalzene Grundwässer.

Östlich der Sieverstedter Störung sind die Braunkohlensande nur noch sporadisch von Glimmerton bedeckt. Letzterer und die oberen Abschnitte der Braunkohlensande sind weitflächig erodiert. Die unteren Abschnitte der Braunkohlensande bilden hier mit den sie unmittelbar überlagernden, eiszeitlichen Sanden ein hydraulisch weitgehend zusammenhängendes Wasserleitersystem. Dieses bildet den Nutzhorizont fast aller größeren Wasserwerke mit mehr als 100.000 Kubikmetern Jahresentnahme in den Landschaftsräumen Angeln und Schwansen.

In einem schmalen Streifen zwischen Ellingstedt und Jarplund stehen oberhalb der Schichtserie aus Braunkohlensanden und überdeckendem Glimmerton Kaolinsande aus dem jüngeren Tertiär (Zeitstufe Pliozän) an. Sie besitzen hier die Funktion eines Grundwasserspeichers, werden aber nicht direkt für die Trinkwassergewinnung genutzt.

Westlich von Ellingstedt sind die Kaolinsande bis auf die Halbinsel Eiderstedt und nach Dithmarschen hin weitflächig verbreitet. Die Wasserwerke Osterwittbekfeld, Rantrum und Erfde nutzen diese grobkörnigen Ablagerungen, die hydraulisch an eiszeitliche Sande angeschlossen sind. Weiter im Westen ist die Gewinnung von Trinkwasser aus den Kaolinsanden aufgrund erhöhter Mineralisation und Huminstoffführung nicht mehr möglich.

Während der älteren Kaltzeiten haben die vorrückenden Eismassen bis über 300 Meter tiefe Erosionsrinnen in das Tertiär eingeschnitten. Diese sind in den Abschmelzphasen und Warmzeiten mit Schmelzwassersanden, Geschiebemergel und Tonen wieder aufgefüllt worden und als „verschüttete Täler“ nur noch durch Bohrungen zu erkennen. Ihre zum Teil mächtigen Sandkörper bilden, oft im hydraulischen Kontakt zu den tertiären Kaolin- und Braunkohlensanden, wasserwirtschaftlich bedeutende Grundwasserleiter. Schon aufgrund ihrer Tiefe, aber auch im Hinblick auf mächtige Überlagerungen durch gering wasserdurchlässige Sedimentschichten, sind die Grundwässer in den eiszeitlichen Rinnen meist gut vor Verunreinigungen geschützt. Wasserleiter dieses Typs werden in den Wasserwerken Sörup, Kappeln und Stenderup genutzt.

Außerhalb der Rinnen unterschneidet die Basis der eiszeitlichen Ablagerungen selten 60 Meter unter Normalhöhennull. Trotz starker Korngrößenänderungen in horizontaler und vertikaler Richtung können die Sedimente der jüngeren Kalt- und Warmzeiten mengenmäßig bedeutende Grundwasserspeicher sein. Aufgrund der geringen Tiefe und örtlich nur lückenhafter Bedeckung ist ihre Verschmutzungsempfindlichkeit insbesondere im westlichen Teil des Planungsraumes jedoch hoch. Viele Gewässer weisen bereits anthropogene Verunreinigungen auf. Deshalb wurden für diesen Wasserleitertyp die meisten Trinkwasserschutzgebiete in Schleswig-Holstein ausgewiesen.

Günstiger ist die Situation im östlichen Teil des Planungsraumes. Dort bilden die Moränen der letzten Kaltzeit (Weichselkaltzeit) weitflächig verbreitete Deckschichten mit verminderter Wasserdurchlässigkeit und erhöhtem Schutzpotenzial für das Grundwasser. Die Schutzwirkung der grundwasserüberdeckenden Schichten an der Oberfläche ist in Abbildung 8: Schutzwirkung der Deckschichten für das Grundwasser dargestellt.

Weitergehende Informationen zur Situation der Grundwasserbeschaffenheit befinden sich in den entsprechenden Bewirtschaftungs- und Maßnahmenplänen zur Wasserrahmenrichtlinie (siehe Kapitel 4.2.12: Gewässer).

2.1.2.2. Oberflächengewässer

Die Landschaft Schleswig-Holsteins wird in weiten Teilen durch Oberflächengewässer geprägt. Zu diesen gehören Fließgewässer und Seen.

Fließgewässer

Die zum Planungsraum gehörenden Fließgewässer entwässern Einzugsgebiete, die über den Planungsraum hinausgehen und in Nord- und Ostsee münden. Das Gewässernetz hat insgesamt eine Länge von 10.120 Kilometern. Davon gehören 1.520 Kilometer zum berichtspflichtigen Gewässernetz der WRRL (siehe Kapitel 2.1.2: Gewässer). Die größten Gewässersysteme sind die Eider mit Treene, die Soholmer Au mit der Lecker Au und der Schafflunder Mühlenstrom. In die Ostsee entwässern darüber hinaus zahlreiche kleinere Gewässer (die Krusau, die Langballigau oder die Geltinger Au).

Im Zuge der Umsetzung der WRRL wurden die Fließgewässer des berichtspflichtigen Gewässernetzes bestimmten Fließgewässertypen zugeordnet. Für Deutschland ergaben sich in diesem Zuge 23 unterschiedliche Fließgewässertypen. Zwei davon werden in weitere Subtypen untergliedert, so dass insgesamt 25 Typen unterschieden werden. Sie können den vier Ökoregionen

  • Alpen und Alpenvorland,
  • Mittelgebirge,
  • Norddeutsches Tiefland und
  • Ökoregion-unabhängigen Typen

zugeordnet werden. Der Planungsraum ist dem norddeutschen Tiefland zuzuordnen. Dieses wird zum weitaus größten Teil von glazialen (Moränenaufschüttungen) und fluvioglazialen (Sander- und weiteren Schmelzwasseraufschüttungen) Ablagerungen der Kaltzeit überdeckt. Hierzu zählen:

Typ 14: Sandgeprägte Tieflandbäche,

Typ 15: Sand- und lehmgeprägte Tieflandflüsse,

Typ 16: Kiesgeprägte Tieflandbäche,

Typ 17: Kiesgeprägte Tieflandflüsse,

Typ 18: Löss-lehmgeprägte Tieflandbäche,

Typ 20: Sandgeprägte Ströme,

Typ 22: Marschengewässer und

Typ 23: Rückstau- bzw. brackwasserbeeinflusste Ostseezuflüsse.

Im Planungsraum dominieren in der Marsch die Marschgewässer, in der Geest Niederungsfließgewässer sowie sandgeprägte Fließgewässer und im östlichen Hügelland kiesgeprägte Fließgewässer und Niederungsfließgewässer.

Kiesgeprägte Gewässer sind diejenigen mit dem höchsten Gefälle im Planungsraum und relativ grobem Substrat. Im naturnahen Zustand verlaufen sie mäandrierend und variieren stark in Breite, Tiefe und Strömung. Sandgeprägte Gewässer haben ein etwas geringeres Gefälle. Im Vergleich zu den kiesgeprägten Gewässern haben sie, trotz längerer kiesiger Abschnitte, in der Regel ein feineres Sohlsubstrat.

Sand- und kiesgeprägte Gewässer verliefen ursprünglich durch Wälder und benötigen Ufergehölze zur Erhaltung ihrer Funktionsfähigkeit. Niederungsgewässer verlaufen durch breite Niederungen, die vorwiegend eiszeitlichen Ursprungs sind. Auch sie sollten in weiten Strecken durch Ufergehölze begleitet werden. Ebenso wie die Marschengewässer haben sie ein geringes Gefälle und fließen eher träge. Das Substrat ist fein und zum Teil organischen Ursprungs. Niederungs- und Marschengewässer mäandrieren im natürlichen Zustand stärker als sand- und kiesgeprägte Gewässer.

Seen/ Stehende Gewässer

Der Planungsraum wird sowohl von der Marsch, der Geest als auch vom östlichen Hügelland geprägt. Vier größere natürliche Seen sowie zehn künstlich entstandene stehende Gewässer (> 50 Hektar) mit einer Seefläche von insgesamt 23 km² prägen diesen Raum. Die gesamte Fläche stehender Gewässer im Planungsraum umfasst jedoch nur knapp 33 km².

Die Landschaftsräume Marsch und Geest sind natürlicherweise relativ arm an Seen. In der Marsch entstanden im Rahmen der Eindeichung künstliche stehende Gewässer wie das Arlau-Speicherbecken und das Speicherbecken Bongsiel, die vor allem der Entwässerung und dem Hochwasserschutz dienen. Andere Gewässer wie der Beltringharder Koog oder Lüttmoorsee und Holmer See entstanden als Ausgleichsflächen für den Naturschutz. Trotz ihrer geringen Zahl sind diese Binnengewässer als Lebensraum und Retentionsbereich von großer ökologischer Bedeutung.

Der Landschaftsraum Angeln im Östlichen Hügelland ist natürlicherweise reich an Seen. Im Planungsraum finden sich nur relativ flache Seen wie der Arenholzer See, der Langsee bei Süderfahrenstedt, der Sankelmarker See und der Südensee. Als kleinere Seen sind unter anderem der Winderatter See, der Treßsee, der Gammelunder See oder der Havetofter See zu nennen. Die Wassertiefe der verschiedenen Seen variiert zwischen weniger als einem Meter und 13 Metern (Langsee).

Vorranggewässer

Von besonderer Bedeutung für den Gewässerschutz sind die Vorrang-Fließgewässer und -Seen. Hier werden drei Kategorien unterschieden:

  • Vorranggewässer der Kategorie A:

Gewässer, in denen alle Qualitätskomponenten den guten ökologischen Zustand erreichen sollen.

  • Vorranggewässer der Kategorie B:

Gewässer, in denen einzelne Qualitätskomponenten den guten ökologischen Zustand erreichen sollen.

  1. Vorranggewässer der Kategorie C:
  2. Gewässer mit Verbindungsfunktionen, an denen aus überregionaler Sicht die Durchgängigkeit hergestellt werden sollte.
  3. Seen, die aus naturschutzfachlicher Sicht besonders schutzwürdig sind.

Nachfolgend sind die wichtigsten Vorrangfließgewässersysteme des Planungsraumes aufgezählt.

Flussgebietseinheit Eider:

  • Schafflunder Mühlenstrom/Soholmer Au und
  • Treene mit Nebengewässern.

Flussgebietseinheit Schlei/Trave:

  • Griemsau,
  • Lippingau,
  • Langballigau und
  • Füsinger/ Loiter Au mit Wellspanger Au.

Die genannten Ostseezuflüsse besitzen vor allem für die Fischfauna eine besondere Bedeutung.

Alle vier natürlichen Seen im Planungsraum sind gemäß WRRL dem Seetyp „kalkreicher, ungeschichteter Tieflandsee mit großem Einzugsgebiet“ zuzuordnen.

Von den vier natürlichen Seen im Planungsraum gehören zwei zu den Vorranggewässern der Richtlinie:

  • Der Kategorie A wurde der knapp zehn Meter tiefe Arenholzer See mit einem relativ großen Einzugsgebiet und einer theoretischen Wasseraufenthaltszeit von gut einem Jahr zugeordnet. Er zeigt sich als ein eutrophes Gewässer mit einer mäßig artenreichen Unterwasservegetation mit typischem Arteninventar. Aus vegetationskundlicher Sicht kommt dem Arenholzer See damit eine mittlere bis landesweite Bedeutung zu. Das Plankton ist mit gut zu bewerten.
  • Zur Kategorie B gehört der elf Meter tiefe Sankelmarker See mit einem relativ großen Einzugsgebiet und einer theoretischen Aufenthaltszeit von nur sieben Monaten. Die Unterwasservegetation setzt sich aus belastungstoleranten Arten mit niedrigen Verbreitungstiefen zusammen. Das Plankton ist mit gut zu bewerten.
  • Kategorie C: Bei den aus naturschutzfachlicher Sicht bedeutenden Seen handelt es sich um (zumeist kleine) Seen, die als FFH-Gebiet ausgewiesen wurden.

Die im Planungsraum ausgewiesenen Vorranggewässer sind der Hauptkarte 1 sowie der Abbildung 48: Vorranggewässer und Talräume nach Wasserrahmenrichtlinie in Kapitel 4.2.12: Gewässer zu entnehmen.

In der Flussgebietseinheit Schlei/ Trave müssen die Stickstoffeinträge aus dem Binnenland insgesamt um 3.150 Tonnen und die Phosphoreinträge um 76 Tonnen reduziert werden, um die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie (siehe Kapitel 4.2.12: Gewässer) in das Küstengewässer der Ostsee zu erreichen. Daneben müssen die Stickstoffeinträge in das Grundwasser, vor allem in der Kulisse der Grundwasserkörper im nicht guten Zustand, deutlich gemindert werden, um die Ziele des Grund- und Trinkwasserschutzes zu erreichen (siehe Kapitel 4.2.13: Trinkwasserschutz- und Trinkwassergewinnungsgebiete).

In der Flussgebietseinheit Eider müssen die Stickstoffeinträge aus dem Binnenland insgesamt um 1.450 Tonnen reduziert werden, um die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie in den Küstengewässern zu erreichen. Die Zielvorgaben für den Phosphoreintrag aus der Flussgebietseinheit Eider in die Nordsee werden aktuell erfüllt, für die Verbesserung des Zustands der Binnengewässer ist aber eine Minderung der Phosphoreinträge um etwa 80 Tonnen notwendig. Daneben müssen die Stickstoffeinträge in das Grundwasser, vor allem in der Kulisse der Grundwasserkörper im nicht guten Zustand, deutlich gemindert werden, um die Ziele des Grund- und Trinkwasserschutzes zu erreichen.