Planungs­dokumente: Entwurf Landschaftsrahmenplan für den Planungsraum II - Online-Beteiligungsverfahren

Sie können an dieser Stelle Einsicht in die Dokumente des Verfahrens nehmen.

Inhaltsverzeichnis

Band 1

4.2.11. Trinkwasserschutz- und Trinkwassergewinnungsgebiete

In Schleswig-Holstein werden rund 250 Millionen Kubikmeter Grundwasser pro Jahr zur Trink- und Brauchwassernutzung aus dem Untergrund entnommen. Über 220 Millionen Kubikmeter entfallen dabei auf die öffentliche Trinkwasserversorgung durch rund 140 große Wasserwerke, die über das gesamte Land verteilt sind. Die genutzten Grundwasservorkommen weisen in Abhängigkeit von der geologischen Situation und der bestehenden Flächennutzung unterschiedliche Schutzpotenziale auf. In Bereichen, in denen gefährdende Nutzungen, wie zum Beispiel im Rahmen der landwirtschaftlichen Bodennutzung, die Ausbringung von Düngemitteln und Pestiziden vorhanden sind und die natürlichen Schutzschichten nur geringmächtig oder lückenhaft ausgebildet sind, ist die Ausweisung von Trinkwasserschutzgebieten unverzichtbar, um Risiken für die Trinkwasserversorgung abzuwenden. Trinkwasserschutzgebiete sind somit ein wesentliches Instrument des räumlich differenzierten Grundwasserschutzes.

Nach derzeitigem Kenntnisstand ist in Schleswig-Holstein die Ausweisung von Trinkwasserschutzgebieten für insgesamt 47 Wasserwerke der öffentlichen Trinkwasserversorgung erforderlich. Im Jahre 2014 waren hiervon bereits 37 Gebiete mit einer Gesamtgröße von rund 558 km2 rechtsverbindlich festgesetzt.

Tabelle 21: Trinkwasserschutzgebiete im Planungsraum

NummerName des TrinkwasserschutzgebietesIn Kraft getreten / geändertGröße in HektarKreis
3 Rendsburg2002/20101.343Rendsburg-Eckernförde
4 Schwentinetal2006/20104.866Plön/Kiel
10 Neumünster1988/19902.599Neumünster/Plön
13 Bordesholm1990259Rendsburg-Eckernförde
26 Plön-Stadtheide2000/200666Plön
34 Eckernförde-Süd2006/2010574Rendsburg-Eckernförde

Im Planungsraum sind nach derzeitiger Planung Trinkwasserschutzgebiete in Schacht-Audorf und Warringholz vorgesehen. Weitere Trinkwasserschutzgebiete sind zurzeit nicht geplant. Die Erforderlichkeit der Schutzgebietsausweisung leitet sich insbesondere aus der Grundwasserbeschaffenheit in dem für die Trinkwassergewinnung genutzten Horizont ab. Als Hauptkriterium für das Vorliegen einer konkreten Gefährdung werden nachgewiesene nachteilige Veränderungen der Grundwasserbeschaffenheit herangezogen. Unterstützende Kriterien sind Erkenntnisse über besondere Gefährdungspotenziale im Einzugsgebiet der Wassergewinnungsanlagen und der Nachweis von lückenhaften oder unzureichenden Deckschichten. Weiterhin wird auch die wasserwirtschaftliche Bedeutung der Wassergewinnung für das jeweilige Versorgungsgebiet, in Hinblick auf eventuelle Versorgungsalternativen, in die Bewertung der Schutzpriorität einbezogen.

Die Trinkwasserschutzgebiete umfassen das gesamte unterirdische Einzugsgebiet einer Wassergewinnungsanlage. In den durch Trinkwasserschutzgebietsverordnung festgesetzten Bereichen werden bestimmte Gebote, Duldungs- und Handlungspflichten erlassen, um die zur Trinkwasserversorgung genutzten Grundwasservorkommen zu schützen. Da die Gefahr für das genutzte Grundwasser außer bei flächenhaften Einträgen allgemein mit dem Abstand des Gefahrenherdes von der Trinkwassergewinnungsanlage abnimmt, erfolgt bei Trinkwasserschutzgebieten eine Gliederung in Schutzzonen, in denen unterschiedlich strenge Regelungen greifen.

Die weiteren im Planungsraum betriebenen Wasserwerke weisen aufgrund ihrer günstigen hydrogeologischen Situation und weniger wassergefährdenden Nutzungen eine niedrigere Schutzpriorität auf. In diesen Bereichen werden Maßnahmen im Rahmen des allgemeinen flächendeckenden Grundwasserschutzes als ausreichend erachtet. Die entsprechend dem hydrogeologischen Kenntnisstand ermittelten Einzugsgebietsabgrenzungen werden in Hauptkarte 1 des Landschaftsrahmenplanes als Trinkwassergewinnungsgebiete dargestellt. Die so dargestellten Gebiete haben keine unmittelbar rechtliche Bindung, sondern vielmehr nachrichtlichen Charakter. Sie haben sich beispielsweise bei Flächennutzungsplanungen bewährt. Die Trinkwassergewinnungsgebiete sind zudem bereits als Wasserschongebiete in die Regionalpläne und andere Fachplanungen eingegangen, so dass auf diese Weise die Belange des Grundwasserschutzes im Hinblick auf die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung berücksichtigt wurden.

Bei der Planung von Maßnahmen in Trinkwassergewinnungsgebieten ist von der Wasserbehörde im Rahmen der wasserrechtlichen Genehmigung zu prüfen, ob die Maßnahme dem Schutz der Trinkwassergewinnungsanlage zuwiderläuft oder welche Maßnahmen zum Schutz des Grundwassers getroffen werden müssen. Auch in Zukunft bleiben die dargestellten Trinkwassergewinnungsgebiete ein unverzichtbares Element eines räumlich differenzierten Grundwasserschutzes.

4.3. Monitoring

Im Rahmen eines naturschutzfachlichen Monitorings sollen durch eine dauerhafte Beobachtung Veränderungen erfasst werden, die sich aus angestrebten Erhaltungs- und Entwicklungszielen ergeben oder von Vorhaben (Projekten, Planungen) ausgehen. Hierzu gehören auch kontinuierliche Veränderungen der natürlichen Umwelt.

Im Bereich des Natur- und Artenschutzes, des Gewässerschutzes (einschließlich Grundwasser) sowie des Klima- und Bodenschutzes wird diesen Zielvorstellungen in unterschiedlichen Monitoringvorhaben nachgegangen. Diese werden in den Erläuterungen, Kapitel 6: Monitoring näher beschrieben (siehe Kapitel 2.1.3: Klima und Klimawandel sowie Kapitel 4.2.4: Natura 2000). Sie stellen eine wichtige Planungsgrundlage dar.

5. Naturschutzfachliche Hinweise und Empfehlungen

Das Landschaftsprogramm 1999 gibt grundsätzliche Hinweise und Empfehlungen hinsichtlich der verschiedenen Nutzungsansprüche an Natur und Landschaft.

Sie gelten sinngemäß für den Planungsraum II. Darüber hinaus werden für einzelnen Nutzungstypen nachfolgend weitere naturschutzfachliche Hinweise und Empfehlungen gegeben.