Planungs­dokumente: Entwurf Landschaftsrahmenplan für den Planungsraum II - Online-Beteiligungsverfahren

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Inhaltsverzeichnis

Band 1

1.3. Übergeordnete Planungen – Landschaftsprogramm

Das Landschaftsprogramm formuliert Ziele und Maßnahmen des Naturschutzes auf landesweiter Ebene, die zu beachten sind Das räumliche Ziel-konzept des Naturschutzes, wie es das Land-schaftsprogramm vorgibt, ist auf der regionalen Ebene zu konkretisieren. Es definiert für den Natur-schutz zwei Räume mit unterschiedlichen Zielaus-sagen:

  • Räume für eine überwiegend naturnahe Entwicklung und
  • Räume für eine überwiegend naturverträgliche Nutzung.

Da der Landschaftsrahmenplan die Inhalte des Landschaftsprogrammes berücksichtigen und konkretisieren soll, wurden die Zielsetzungen generell übernommen, die Veränderungen der letzten Jahre jedoch berücksichtigt.

Räume für eine überwiegend naturnahe Entwicklung

Die Zielsetzung einer Sicherung und Entwicklung besonders schutzwürdiger, überwiegend naturnaher Lebensräume wird im vorliegenden Landschaftsrahmenplan für den Planungsraum II durch folgende Darstellungen konkretisiert:

  • bestehende Naturschutzgebiete,
  • Gebiete, die die Voraussetzung zur Unterschutzstellung nach § 23 BNatSchG als Naturschutzgebiet erfüllen,
  • Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung nach der FFH-Richtlinie,
  • Europäische Vogelschutzgebiete,
  • Gebiete mit besonderer Eignung für den Aufbau eines Schutzgebiets- und Biotopverbundsystemes nach § 21 BNatSchG,
  • nach § 30 BNatSchG geschützte Biotope,
  • Meeresschutzgebiete gemäß dem Helsinki-Übereinkommen, die gleichzeitig Meeresschutzgebiete gemäß Artikel 13 Absatz 4 MSRL sind,
  • bestehende und geplante geschützte Landschaftsbestandteile,
  • Flächen der Stiftung Naturschutz sowie
  • Ausgleichs- und Ökokontoflächen.

Räume für eine überwiegend naturverträgliche Nutzung

Die Zielsetzung einer Sicherung und Entwicklung von Landschaftsräumen mit besonderen standörtlichen Voraussetzungen, in denen ein verträgliches Miteinander von verschiedenen Nutzungs- und Naturschutzaspekten im Vordergrund steht, wird im vorliegenden Landschaftsrahmenplan für den Planungsraum II mit folgenden Bereichen benannt:

  • Wasserschutzgebiete,
  • Geotope,
  • Naturparke,
  • Naturerlebnisräume,
  • bestehende Landschaftsschutzgebiete und Gebiete, die die Voraussetzungen für eine Unterschutzstellung nach § 26 BNatSchG erfüllen,
  • Gebiete mit besonderer Erholungseignung,
  • Entwicklungszone der UNESCO-Biosphärenreservate,
  • Historische Kulturlandschaften,
  • Strukturreiche Agrarlandschaften,
  • Gebiete mit besonderer Bedeutung für den Klimaschutz und die Klimafolgenanpassung,
  • Gebiete des Vertragsnaturschutzes und
  • Gebiete mit besonderer Bedeutung für die Avifauna.

1.4. Landschaftsplanung der Gemeinden

Gemäß § 11 Absatz 1 BNatSchG werden die für die örtliche Ebene konkretisierten Ziele, Erfordernisse und Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege auf der Grundlage der Landschaftsrahmenpläne in Landschaftsplänen dargestellt. Die im Entwicklungsteil der Landschaftsrahmenpläne formulierten Ziele und Erfordernisse sind von den Gemeinden zu beachten. In die örtliche Landschaftsplanung sind insbesondere folgende Flächen zu übernehmen:

  1. Flächen mit rechtlichen Bindungen nach den Vorschriften der Kapitel 4 des Bundes- und Landesnaturschutzgesetzes, für die Bindungen in den Landschaftsrahmenplänen vorgesehen sind oder die die Voraussetzungen für eine Unterschutzstellung erfüllen,
  2. Flächen, die der Entwicklung von Nationalparken, Naturschutzgebieten, geschützten Landschaftsbestandteilen und geschützten Biotopen dienen und
  3. die nach Maßgabe der Landschaftsrahmenpläne erforderlich sind, um die nach Nummer 1 und 2 dargestellten Flächen so miteinander zu verbinden, dass zusammenhängende Systeme entstehen können (Biotopverbund) und zwar

a) als Biotopverbundflächen, soweit die Flächen diese Funktion bereits erfüllen, in absehbarer Zeit erfüllen werden oder gemäß § 21 BNatSchG sollen,

b) als Eignungsflächen zum Aufbau des Schutzgebiets- und Biotopverbundsystemes gemäß den Vorgaben der Landschaftsrahmenpläne, soweit sie nicht unter Buchstabe a) fallen.

Das Erfordernis der Anpassung der örtlichen Landschaftspläne an die übergeordneten Planungen gilt dabei für deren Neuaufstellung oder Fortschreibung. Nach § 9 Absatz 4 BNatSchG sind Landschaftspläne fortzuschreiben, sobald und soweit dies im Hinblick auf Erfordernisse und Maßnahmen im Sinne des § 9 Absatz 3 Satz 1 Nummer 4 BNatSchG erforderlich ist. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn wesentliche Veränderungen von Natur und Landschaft im Planungsraum eingetreten, vorgesehen oder zu erwarten sind. Landschaftspläne sollten grundsätzlich neu aufgestellt oder fortgeschrieben werden bei der Neuaufstellung oder wesentlichen Änderung eines Flächennutzungsplanes. Die Unteren Naturschutzbehörden können die Gemeinden hierbei frühzeitig beraten. Auf die § 1 bis 2 a Baugesetzbuch (BauGB) und die Funktion des Landschaftsplanes wird in diesem Zusammenhang Bezug genommen. Eine Überarbeitungspflicht bestehender Landschaftspläne ausschließlich zum Zweck der Anpassung an die Landschaftsrahmenpläne besteht auf der Grundlage der oben genannten gesetzlichen Bestimmungen nicht.

Tabelle 1: Stand der Landschaftsplanung der Gemeinden gibt eine Übersicht über den Stand der von den Gemeinden im Planungsraum II aufgestellten oder sich in Bearbeitung befindlichen Landschaftspläne. Die meisten dieser Pläne sind inzwischen mehr als zehn Jahre alt und entsprechen nicht mehr den aktuellen gesetzlichen Anforderungen an die örtliche Landschaftsplanung. Weitere Aussagen, die das Thema Landschaftsplanung berühren, sind den Kapiteln 2.2.1 Siedlung und Verkehr und 5.1 Siedlung und Verkehr zu entnehmen.

Tabelle 1:Stand der Landschaftsplanung der Gemeinden

Kreis/kreisfreie StadtAnzahl der GemeindenGemeinden mit Landschaftsplänen (Stand: April 2014)
beschlossen/ festgestelltim VerfahrenProzent der Gemeinden
Kiel110100
Neumünster110100
Plön8665076
Rendsburg-Eckernförde165126076
Planungsraum II253193076

1.5. Naturräumliche Situation

Der Planungsraum umfasst mit den Kreisen Plön und Rendsburg-Eckernförde und den Städten Kiel und Neumünster den mittleren Teil Schleswig-Holsteins.

In dem Planungsraum sind alle drei naturräumlichen Haupteinheiten des Landes, die Marsch, die Geest und das Östliche Hügelland, vertreten.

Das Landschaftsprogramm von 1999 formuliert regionale Schutz- und Entwicklungsziele der Biotoptypen anhand naturräumlicher Regionen. Für diese sollen auf den nachgeordneten Planungsebenen landschaftliche Leitbilder sowie Leitbilder des Arten- und Biotopschutzes formuliert werden. Dieses ist in den festgestellten und veröffentlichten Landschaftsrahmenplänen erfolgt und wird im vorliegenden Landschaftsrahmenplan für den Planungsraum fortgeschrieben. Ziele und Leitbilder können dem Kapitel 3 entnommen werden. Aufbauend auf der Systematik der naturräumlichen Regionen erfolgt auf regionaler Ebene eine weitere Differenzierung, wobei die bundesweit einheitlich verwendete Systematik nach Meynen, Schmithüsen1 zur Anwendung kommt. Danach gehört der Planungsraum II im Wesentlichen zu den folgenden Naturräumlichen Haupteinheiten (siehe Abbildung 1: Naturräumliche Gliederung (nach Meynen/Schmithüsen)):

  • Schleswig-Holsteinisches Hügelland
  • Schleswig-Holsteinische Geest.

Naturräumliche Haupteinheit „Schleswig-Holsteinisches Hügelland“

Schwansen, Dänischer Wohld und Amt Hütten

Dieser Naturraum wurde nach historischen Landschaften benannt und gliedert sich in die Teilräume

  • Schwansen,
  • Hüttener und Duvenstedter Berge und
  • Dänischer Wohld.

Er umschließt die Eckernförder Bucht und wird im Norden von der Schlei, im Süden vom Nord-Ostsee-Kanal und im Westen von den Hüttener und Duvenstedter Bergen begrenzt. Das Gebiet entstand zur Weichseleiszeit und weist stellenweise ein stark ausgeprägtes Oberflächenrelief auf. Markante Beispiele sind die Stauchmoränen der Hüttener und Duvenstedter Berge. Deren Höhen bis knapp über 100 Meter überragen die westlich anschließenden, nur etwa zehn Meter hohen Flächen der Schleswiger Vorgeest.

Östlich der Duvenstedter Berge liegt der aus einem Gletscherschürfbecken hervorgegangene, rund zehn km² große Wittensee. Der Bistensee liegt in einer glazial angelegten Rinne. Er wird von der Sorge durchflossen, die bei Owschlag in das Sanderfeld bei Kropp übergeht.

Die stark wellige Moränenlandschaft ist an der Küste teilweise als Steilufer ausgebildet. Darüber hinaus besteht die Küste aus nacheiszeitlich gebildeten Haken und Nehrungen. Sie verbinden die Kliffs, die in eiszeitlichem Material ausgebildet sind, und schnüren mehr oder weniger große Strandseen wie den Hemmelmarker See und den Schwansener See, ab.

Die Böden bestehen überwiegend aus lehmigen Ablagerungen aus denen sich verbreitet Parabraunerden und Pseudogleye gebildet haben. Die Binnensander wie der Schnaaper Sander und die sandigen Endmoränenzüge weisen hingegen verbreitet Braunerden stellenweise im Übergang zu Podsolen auf.

In den größeren Senken und zahlreichen abflusslosen Moränenmulden bildeten sich in der Nacheiszeit häufig kleine Niedermoore. Hochmoore, wie das Esprehmer Moor, entstanden seltener. Auffällig sind besonders in Schwansen die zahlreichen Toteislöcher, die so genannten Sölle.

Die Landschaft östlich der Hüttener und Duvenstedter Berge wird heute überwiegend ackerwirtschaftlich genutzt. Ein dichtes Knicknetz findet sich in einem Streifen zwischen Missunde/ Fleckeby und dem Wittensee. Wald tritt hier nur in geringem Umfang auf. Die den Westrand des Planungsraumes prägenden eiszeitlichen Randlagen sind demgegenüber großflächig von Wald bedeckt.

Ostholsteinisches Hügel- und Seenland

Westensee–Endmoränengebiet

Dieser Teil des „Schleswig-Holsteinischen Hügellandes“ erstreckt sich südlich des Nord-Ostsee-Kanals bis zum Eidertal und wird im Westen durch die Vorgeest begrenzt. Der große Seenkomplex des Westensees einschließlich des Ahrensees sowie des Kleinen und Großen Schierensees inmitten der morphologisch reich gegliederten Moränenlandschaft prägen diesen Raum. Dieser Bereich ist mit einem hohen Waldanteil ausgestattet. Im flächenmäßig überwiegenden Teil dominiert die Ackernutzung. In den westlichen Randlagen im Übergang zur Geest und im Nordteil dieser Landschaft haben sich in größeren Niederungen Niedermoore sowie vereinzelt auch Hochmoore entwickelt. Beispiele sind das Großmoor südlich von Dätgen, der Bereich um den Vollstedter See und die Niederung der Wennebeker Au.

Die Landschaft um den Pohlsee, den Lustsee und den Warder See ist aufgrund der reichen Sand- und Kiesvorkommen durch Abbauflächen geprägt. Auf dem Standortübungsplatz bei Dätgen (Langwedel) sind noch größere Heideflächen erhalten.

Moränengebiet der oberen Eider

Dieser Teillandschaftsraum schließt östlich an das Westensee-Endmoränengebiet an und erstreckt sich im Süden von Kiel bis Einfeld und im Osten bis zur Schwentine. Auffällig ist das breite, morphologisch markante, subglazial entstandene Eidertal. Südlich von Bordesholm ist das Dosenmoor als besterhaltener Hochmoorkörper Schleswig-Holsteins hervorzuheben. Vom Moränenkomplex um den Brammer Berg nördlich von Bissee erstreckt sich eine stark gegliederte, durch zahlreiche kleinere und größere Wälder gekennzeichnete Zone bis zur Schwentine.

Probstei und Selenter Seegebiet

Das Gebiet liegt zwischen der Schwentine im Westen und der Kossau im Osten, im Norden des Kreises Plön. Die Probstei ist eine stark ackerbaulich geprägte, weitestgehend waldfreie Landschaft. Grünlandwirtschaft beschränkt sich auf die kleinen Bachniederungen und ortsnahe Parzellen.

Seit dem Ende der Litorina-Transgression erfolgte eine Umgestaltung der Küste durch den Rückgang der Steilküsten und den Aufbau von Strandwällen und Nehrungen. Ein Beispiel für diese Entwicklung der Landschaft bietet die Kolberger Heide.

An die küstennahen Niederungsflächen („Probsteier Salzwiesen“) schließt sich der schwach wellige Übergang zur Jungmoränenlandschaft an. Sie reicht zum Teil bis an die Ostsee beziehungsweise an die Kieler Förde heran und ist vereinzelt als Steilküste ausgebildet. Den südlichen Bereich dieser Landschaft, das Selenter Seengebiet, bildet eine Reihe von Stauchmoränenzügen. Die Gletscher der Weichseleiszeit schürften Hohlformen aus, in denen sich größere Seen, wie der Selenter See, der Passader See und der Dobersdorfer See gebildet haben. Charakteristisch für dieses Gebiet ist der verhältnismäßig große Waldanteil, vor allem im Bereich der gestauchten Endmoräne bei Panker. In besonders steilen Lagen herrscht bei landwirtschaftlicher Nutzung Grünlandwirtschaft vor.

Bungsberggebiet

Östlich der Kossau schließen sich die Moränenzüge des Bungsberggebietes an. Dieser kuppige Moränenkomplex erreicht weitflächig Höhen um 100 Meter über Normalnull. Der Bungsberg selbst ist mit 168 Metern über Normalnull die höchste Erhebung des Landes. Dieser liegt jedoch im Planungsraum III.

Die Landschaft um den Bungsberg ist von Ackernutzung und Waldgebieten geprägt. Markante Landschaftselemente sind die tief eingeschnittenen Bachschluchten mit naturnahen Wäldern und Grünländereien. An der Küste entstanden durch die Bildung von Nehrungen der Große Binnensee und der Sehlendorfer Binnensee. Die Niederung des Sehlendorfer Binnensees trennt die Steilufer bei Döhnsdorf und Hohwacht, die hier unmittelbar an die Küste heranreichen.

Holsteinische Schweiz

Der Teillandschaftsraum umfasst die Seenkomplexe Postsee/Lanker See im Westen, das Bornhöveder Seengebiet im Süden und den großen Komplex der zentralen Holsteinischen Schweiz mit dem Großen Plöner See und den südlich vorgelagerten kleineren Seen. Die zahlreichen Seen liegen in einer noch heute erkennbaren kuppigen Moränenlandschaft. Sie entstanden in den durch weichseleiszeitliche Gletscher ausgeschürften Hohlformen und prägen diesen Raum wesentlich. Beim Schmelzen der Gletscher schütteten die Schmelzwässer zum Teil mächtige Sand- und Kiesvorkommen auf.

Das Landschaftsbild ist durch den ständigen Wechsel von Äckern, Grünländereien, Wäldern und Wasserflächen und durch die teilweise sehr hohe Reliefenergie sehr abwechslungsreich.

Naturräumliche Haupteinheit „Schleswig - Holsteinische Geest“

Schleswiger Vorgeest

Der südliche Teil der Schleswiger Vorgeest reicht im betrachteten Planungsraum bis in den Bereich Rendsburg - Hamdorf hinein. Im Westen wird er durch die Eider-Treene-Niederung begrenzt.

Als Vorgeest wird der Bereich zwischen den weichseleiszeitlichen Moränen des Östlichen Hügellandes und den saaleeiszeitlichen Altmoränenzügen der Hohen Geest im Westen bezeichnet. Die Vorgeest besteht aus weichselzeitlich abgelagerten Schmelzwassersanden. Diese bilden hier im Vorfeld des Östlichen Hügellandes die charakteristischen Sanderflächen. Stellenweise finden sich flache Erhebungen aus saalezeitlichem Moränenmaterial in der Sanderlandschaft. Sie werden auch als Altmoränen-Durchragungen bezeichnet. Insbesondere entlang der Flusstäler kam es durch Sandverwehungen zur Dünenbildung. Je nach Dünenalter sind dort Böden mit starker oder schwacher Podsolierung ausgebildet. Vernässung in den Mooren und Nährstoffarmut auf den Sandböden führten in der Vergangenheit häufig zu extensiven Nutzungsformen wie der Heidewirtschaft. Entwässerung und andere Meliorationsmaßnahmen ermöglichten seit Beginn der Industrialisierung eine zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft. Heute überwiegt dementsprechend die ackerbauliche Nutzung.

Holsteinische Geest

Südlich an die Schleswiger Vorgeest schließt sich die Holsteinische Geest an. Sie setzt sich im Westen deutlich von der Heide-Itzehoer Geest ab. Der Naturraum ist ähnlich aufgebaut wie die Schleswiger Vorgeest. Die Sanderflächen werden von Niedermooren, Hochmooren, Dünen und Altmoränendurchragungen unterbrochen. Markant ist zudem die Störniederung mit vermoorten und unvermoorten Abschnitten.

In der Holsteinischen Geest überwiegen Gley-Podsole mit Ortsteinbildung. Niedermoore finden sich in den Flussniederungen und zum Teil auch in anderen Gebieten mit hohen Grundwasserständen. Auch diese Landschaft wurde durch Meliorationsmaßnahmen in eine Agrarlandschaft umgewandelt. Heute überwiegt die Ackernutzung gegenüber der Grünland- und Forstwirtschaft.

Eider-Treene-Niederung

Umrahmt von Teilen der Hohen Geest und der Vorgeest liegt im zentralen Schleswig-Holstein dieses etwa 560 km2 großes Niederungsgebiet. Es wird von den Flüssen Eider, Treene und Sorge durchzogen und öffnet sich nach Westen hin zur Marschlandschaft. Im Planungsraum gehört zu diesem Naturraum nur der äußerste Westen des Kreises Rendsburg-Eckernförde. Es handelt sich um das größte Feuchtgrünlandgebiet Schleswig-Holsteins und umfasst ein Drittel der Moorflächen des Landes. Es ist Lebensraum der größten binnenländischen Ansammlungen von Wasservögeln.

Die während der Weichseleiszeit nach Westen abfließenden Schmelzwässer hinterließen weite Schmelzwasserebenen. Diese wurden im Spätglazial durch Tal- und Dünenbildungen überprägt. Durch wiederholte Vermoorungen und Überschlickungen mit Gezeitensedimenten entwickelte sich in der Nacheiszeit (Holozän) ein Niederungsgebiet, das nur von einigen Geestinseln, den so genannten Holmen, unterbrochen wird. Im Eider-Treene-Sorge-Gebiet sind überwiegend Niedermoore verbreitet, die an vielen Stellen zu Hochmooren aufgewachsen sind und eine Torfmächtigkeit von teilweise über acht Metern aufweisen. Beispiele hierfür sind im Planungsraum das Königsmoor und das Hartshoper Moor. Entlang der Flüsse sind bis weit ins Landesinnere hinein schluffig-tonige Marschenablagerungen verbreitet, aus denen sich überwiegend Marschen mit ungünstigem Bodengefüge (Verdichtungen) entwickelt haben.

Durch die Eiderabdämmung bei Nordfeld wurde der sich ehemals bis Rendsburg auswirkende Tideeinfluss oberhalb der Schleuse unterbunden. Erst mit dem Bau des Eidersperrwerkes, das 1973 als größtes Küstenschutzbauwerk Deutschlands fertig gestellt wurde, sind große Teile der dahinter liegenden Niederung den Hochwasserereignissen der Nordsee entzogen worden, wobei gleichzeitig ökologisch hochwertige Lebensräume auf Dauer verloren gingen. Hohe Außenwasserstände mit gleichzeitig hohen Niederschlägen verursachen heute eine Entwässerungssituation, die zur Vermeidung ökonomischer und ökologischer Schäden einer genauen Regelung und Abstimmung bedarf.

Heide-Itzehoer Geest

Im Westen des Planungsraumes zwischen der Eider-Treene-Niederung im Norden und der Holsteinischen Vorgeest im Osten befinden sich die Altmoränenzüge der Heide-Itzehoer Geest.

Die Geest verdankt ihre Entstehung der Saaleeiszeit. Die Oberflächenform ist aufgrund des höheren Alters durch reliefausgleichende Prozesse unter periglazialen Klimabedingungen meist wesentlich ausgeglichener als im erheblich jüngeren Östlichen Hügelland. Es finden sich aber auch Bereiche mit beachtlicher Reliefenergie. So steigen zum Beispiel die Höhenzüge im Raum Aukrug / Hohenwestedt auf Höhen bis zu 79 Meter über Normalnull an.

Aufgebaut wird die Geest vorwiegend aus saalekaltzeitlichen Sanden, lehmigen Sanden und Lehmen. Auf den Sedimenten haben sich überwiegend Übergänge zwischen Braunerden und Podsolen und auf ausgeprägt quarzreichen Sanden Podsole entwickelt. Gleye und Pseudogleye treten nur vereinzelt auf. Insgesamt zeichnen sich die Böden durch starke Verwitterung und Auswaschung und einer damit Armut an natürlichen Nährstoffvorräten aus, die allerdings nicht so stark ausgeprägt ist wie in der Vorgeest.

Die ursprüngliche Vegetation der Altmoränenlandschaft war der Eichen- oder Eichen-Buchen-Mischwald. In den Niederungen waren Bruchwälder und eine typische Moorvegetation anzutreffen. Durch die zunehmende Besiedelung erhöhte sich auch die Nutzungsintensität. Es entstanden große Heideflächen, die Ende des 19. Jahrhunderts weite Landstriche bedeckten. Bruchwälder und Moore wurden in Grünland umgewandelt. Erst seit Ende des letzten Jahrhunderts wurden große Heidelandschaften mit Nadelgehölzen aufgeforstet und die landwirtschaftlichen Standorte melioriert. Die Landschaft ist geprägt durch die relativ hohe Reliefenergie, das Knicknetz und einen hohen Waldanteil. Reste der ehemals großen Waldgebiete finden sich heute im Bereich des Aukrugs.

Potenziell natürliche Vegetation

Eine Übersicht der potenziell natürlichen Vegetation in ihrer regionalen Ausbreitung ist der Abbildung 2: Potenziell natürliche Vegetation (nach BfN 2005) zu entnehmen. Als potenziell natürliche Vegetation sind die Pflanzengesellschaften zu verstehen, die sich einstellen würden, wenn jede menschliche Einflussnahme unterbliebe. Dabei sind sowohl die heutigen Standortbedingungen als auch die derzeitigen regionalen Wildpflanzenbestände zugrunde zu legen. Die Kenntnis der potenziell natürlichen Vegetation ermöglicht es, bei landschaftspflegerischen Maßnahmen standortgerechte Pflanzen zu verwenden.