Planungs­dokumente: Entwurf Landschaftsrahmenplan für den Planungsraum I - Online-Beteiligungsverfahren

Band 2 - Erläuterungen

2.3. Geotope

Die Schutzwürdigkeit von Geotopen ergibt sich in Schleswig-Holstein vorrangig aus geomorphologischen und in Einzelfällen auch aus petrographisch-stratigraphischen, tektonischen oder paläontologischen Besonderheiten. Entsprechend lassen sich die in Schleswig-Holstein auftretenden Geotope folgenden genetischen Kategorien zuordnen:

  • glaziäre Formen wie Grund-, Seiten-, Rogen- und Jahresmoränen, die durch direkten Gletschereinfluss entstanden sind;
  • glazialtektonische Strukturen, die durch die stauchende Wirkung des Inlandeises entstandene Formen wie Falten, Überschiebungen und Boudinage beinhalten;
  • glazifluviatile Formen, bei denen es sich um durch die Schmelzwässer des Inlandeises gebildete Vollformen wie Oser, Kames, Sander und Terrassen oder um Hohlformen wie Urstromtäler und Tunneltäler handelt;
  • glazilimnische Formen wie Beckenablagerungen in Eisstauseen;
  • periglaziäre Formen wie in Frostbodenzeiten gebildete Pingos, Trockentäler, Solifluktionsböden, Eiskeilnetze und Steinsohlen;
  • fluviatile Formen, die als Kerb-, Mulden-, Trichter- und Spülmuldentäler sowie Mäander und Steilufer durch Flüsse gebildet wurden;
  • limnische Formen, die bspw. als Folge von Verlandungen in stehenden Gewässern gebildet wurden;
  • äolische Formen, die als Dünen, Flugsandbereiche und Deflationswannen durch Wind geschaffen wurden;
  • hydro(geo)logische Formen wie Nieder-, Übergangs-, Hoch und Quellmoore, Schwingrasen, Quellen oder Quellformen;
  • Karstformen wie Dolinen und Erdfälle, die durch die unterirdische Auflösung von Gesteinen entstanden sind;
  • marine Formen und Küstenformen wie Marschen und Wattlandschaften, Inversionsrücken, Kliffs und Strandwälle;
  • tektonische und salztektonische Formen, das heißt tiefengeologisch bedingte Strukturen wie Gräben und Kulissenfalten;
  • erdgeschichtliche Aufschlüsse des Paläozoikums (Rotliegend, Zechstein), des Mesozoikums (Buntsandstein, Kreide), des Tertiärs (Miozän), des Pleistozäns (zum Teil mit Paläoböden) und des Holozäns.

Holozäne Bodenbildungen als Archive der Natur- und Kulturgeschichte werden im vorliegenden Landschaftsrahmenplan zu den Archivböden (siehe Kapitel: 2.1.1.2 Böden, Geotope und Archivböden) gerechnet, die präholozänen Paläoböden hingegen zu den Geotopen.

In Tabelle 13: Geotope im Planungsraum sind die nach Geotoparten differenzierten Geotope und Geotop-Potentialgebiete des Planungsraumes entsprechend des derzeitigen Bearbeitungsstandes aufgeführt. Die räumliche Verbreitung der Geotope ist in Hauptkarte 3 des Landschaftsrahmenplanes dargestellt. Eine nach Geotoparten differenzierte Übersicht der Geotop-Potenzialgebiete im Planungsraum findet sich in Abbildung 7: Geotop-Potenzialgebiete, im Hauptteil, Kapitel 2.1.1.2: Böden, Geotope und Archivböden.

Tabelle 13: Geotope im Planungsraum

GeotopartObjekt / ÖrtlichkeitObjektnr. GeotopObjektnr. Geotop- Potential-gebiet
Dünen, FlugsandgebieteDünen von Nord-Sylt mit Listland und EllenbogenDu 001
Dünen von Westerland - Hörnum / SyltDu 002
Dünengelände von AmrumDu 003
Dünen von St. Peter-OrdingDu 004
Binnendünen östlich SüderlügumDu 006
Binnendünen bei Grellsbüll / HumptrupDu 007
Binnendünen von Haidburg – SüderbergeDu 008
Binnendünen südlich von EngeDu 009
Binnendünen der Bargumer HeideDu 010
Binnendünen zwischen Knorburg und Riesbriek und am Buschberg bei Holzacker (zwei Einzelflächen)Du 011
Binnendünen östlich SoholmDu 012
Dünenreste der Warften Lundenberg, Herstum, Sterdebüll und Gr. Ellerbüll (zehn Einzelflächen)Du 013
Binnendünen am TreßseeDu 014
Binnendünen am HolmingfeldDu 015
Quellen, QuellformenHabernisser Au-Quellen und Quellhügel (einschließlich Wolsroi-Quelle)Hy 001
Strand-Quellen am Kliff Bockholm - WahrbergHy 004
KliffsKliff südlich WasserslebenKl 001
Halbinsel Holnis mit aktiven Kliffs und den Pugumer SeeKl 002
Kliff Bockholm – WahrbergKl 003
Kliff Hohenau – LandballigauKl 004
Kliff Westerholz – SeeklüftKl 005
Kliff Mühlendamm – NiebyKl 006
Kliff HabernisKl 007
Elster-Kaltzeit und Saale-Komplex: Rotes Kliff zwischen Westerland und Kampen / SyltKl 037 + Qp 004
Weißes Kliff bei Braderup / SyltKl 038
Morsum Kliff / SyltKl 039
Goting Kliff / FöhrKl 040
Kliff bei Steenodde / AmrumKl 041
Erosionskliff Süderstapel – SiebenbergeKl 044
MoränenRantzau - Höhe, Ahlefelder Höhe, Heide Berg und Klintumer BergMo 001
Moräne bei Hürupmühle – KleinwolstrupMo 002
Nordhöhe bei SüderschmedebyMo 003
MooreWildes Moor bei SchwabstedtMr 012
Eiszerfalls- LandschaftenEiszerfalls-Landschaft Boel - Saustrup / AngelnNi 003
Glazilimnischer Kame Ekeberg (östlich Uelsby)Ni 013
OserOs von SüderbrarupOs 001
Os am Arenholzer SeeOs 002
Os bei HavetoftOs 026
Erdgeschichtliche AufschlüssePaläozoikum von SchobüllPa 004
Holozän: Raseneisensteinvorkommen am Stollberg (2 Einzelflächen)Qh 002
Saale-Komplex / Leck-Warmzeit: LeckQp 006
Eem-Warmzeit: Cyprinentone bei LandballigauQp 012
Eem-Warmzeit: Paläoböden am Stolzberg, BöxlundQp 013
Eem-Warmzeit: AhrenshöftQp 015
Weichsel-Kaltzeit: Periglaziäre Polygonmusterböden bei Tinningstedt – NeulandshofQp 023
Weichsel-Kaltzeit: Periglaziäre Polygonmusterböden bei HoxtrupQp 024
Weichsel-Kaltzeit: Pingo-ähnliche Strukturen SchwesingQp 027
Miozän, Pliozän, Quartär: Morsum-Kliff auf SyltTe 002
Pliozän: Kaolinsandgruben Braderup / Sylt (2 Einzelflächen)Te 006
Strandwälle Geltinger Birk mit den fossilen Kliffs Beveroe und NiebySt 001
Strandwallsystem Oehe - Schleimünde (mit dem Wormshöfter Noor) (zwei Einzelflächen)St 002
Vorstrand Kniepsand und Amrum - Odde / AmrumSt 017
Vorstrände von St. Peter-Ording – Westerhever (2 Einzelflächen)St 018
Nehrung Witzwort - SandkrugSt 022
Strandwallsystem BockholmwikSt 026
Strandwallsystem LangballigauSt 027
Strandwallsystem Eiderstedt (Brösum - Haferacker) (2 Einzelflächen)St 031 + Qh 001
TalformenTal der SchwennauTa 001
Tal der Munkbrarupau bei MunkbrarupTa 002
Bachtal südwestlich von BockholmwikTa 003
Bachtal bei SiegumlundTa 004
Tal der LangballigauTa 005
Tal nördlich SponbrückTa 006
Bachtal Friedrichstal - Phillipstal, MühlendammTa 007
Ostenau - Tal zwischen Bohmstedt und DrelsdorfTa 010
Tal der Treene zwischen Eggebek und SollerupTa 011
Tal der Bollingstedter Au zwischen Bollingstedt und SollbrückTa 012
Altmühltal bei SelkTa 013
Alte Sorge-Mäander zwischen Börmermühle und SandschleuseTa 014
Trockentäler am Glockenberg / Fresendelf (11 Einzelflächen)Ta 023
Tunneltäler Niehuuser TalTu 001
Tal Winderatter See - Ausacker - Treßsee - Oeversee / FrörupTu 002
Tal Niesgrau / Lippingau - Sörup - Südensee - Mohrkich - Treßsee - Oeversee / FrörupTu 003
Tal Rabenkirchen - Süderbrarup - Langsee - Idstedt - Ahrenholz (Langseerinne)Tu 004
Schlei mit den Gletschertoren bei Haddeby / Selk, Busdorf und Thyraburg / DannewerkTu 005

Generell ist zu beachten, dass die Auflistung und Darstellung der Geotopkulisse insgesamt nicht abschließend ist, so dass im Planungsraum zukünftig durchaus weitere Geotope bzw. neue Geotopabgrenzungen auftreten können. Es wird daher empfohlen, im konkreten Planungsfall zu prüfen, ob neuere Informationen zu diesem Thema im Landwirtschafts- und Umweltatlas zur Verfügung stehen (http://www.umweltdaten.landsh.de/atlas/script/). In Fragen des Geotopschutzes und in der Abwägung von Geotopschutzbelangen mit anderen Nutzungsansprüchen ist der Geologische Dienst im LLUR als Fachbehörde beratend tätig.

2.4. Archivböden

In Tabelle 14 sind wichtige Archivböden des Planungsraumes aufgeführt. Die Tabelle erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Potenzialflächen stellen für einige Archivbodentypen bereits konkret abgegrenzte Areale dar, bei denen lediglich eine Priorisierung fehlt. Für andere Archivbodentypen müssen die Potenzialflächen noch in Bezug auf den tatsächlichen Nachweis, die konkrete Abgrenzung und die Priorisierung bearbeitet werden (siehe Abbildung 12: Archivböden). Für die übrigen Archivbodentypen steht die Kartierung noch aus. In Tabelle 14: Archivböden im Planungsraum ist für jeden Archivbodentyp der jeweilige Bearbeitungsstand aufgeführt, die Tabelle erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Tabelle 14: Archivböden im Planungsraum

Name des ArchivbodentypsBesonderheit/ KonkretisierungAuftreten/ VorkommenBearbeitungsstand der Potenzialflächen 2014
HochmoorePollen, Artefakte und Bodenhorizonte geben Aufschluss über die Klima- und Vegetationsentwicklung sowie die menschliche BesiedlungNiederungsgebieteNachweis vorhanden, Areale abgegrenzt, Priorisierung steht noch aus
NiedermoorePollen, Artefakte und Bodenhorizonte geben Aufschluss über die Klima- und Vegetationsentwicklung sowie die menschliche BesiedlungNiederungsgebieteNachweis vorhanden, Areale abgegrenzt, Priorisierung steht noch aus
Überdeckte Moore Pollen, Artefakte und Bodenhorizonte geben Aufschluss über die Klima- und Vegetationsentwicklung sowie die menschliche Besiedlung; Überlagerung als Zeugnis wechselnder Umweltbedingungen im HolozänNiederungsgebieteNachweis vorhanden, Areale abgegrenzt, Priorisierung steht noch aus
RohmarschenBöden mit besonderer Salz- und ÜberflutungsdynamikVorland und HalligenNachweis vorhanden, Areale abgegrenzt, Priorisierung steht noch aus
Regosole bis Podsole über fossilem PodsolDoppelte Bodenbildung als Zeugnis der Mehrphasigkeit der DünenbildungBinnendünenNachweis noch nicht erbracht Potenzialflächen sind ausgewiesen, Konkretisierung und Priorisierung der Areale stehen noch aus
Auengleye, Vega-Gleye und Gley-VegenBöden mit flusswassergesteuerter Wasser- und ÜberflutungsdynamikAuenlageNachweis noch nicht erbracht Potenzialflächen sind ausgewiesen, Konkretisierung und Priorisierung der Areale stehen noch aus
Gleye aus MuddenBöden als Zeugen von natürlichen und/oder anthropogenen Seespiegel-schwankungen bzw. EntwässerungenEhemalige Seen und KleingewässerNachweis noch nicht erbracht Potenzialflächen sind ausgewiesen, Konkretisierung und Priorisierung der Areale stehen noch aus
Fossile Podsole oder Gleye unter MarschenBöden als Zeugen der nacheiszeitlichen MeerestransgressionenÜbergang Geest/MarschBearbeitung steht noch aus
Dwogmarschen mit HumusdwogBöden als Zeugen der Mehrphasigkeit der Marschensedimentation„Alte Marsch“Bearbeitung steht noch aus
Watt über fossilen BodenbildungenBöden als Zeugen von Landverlusten durch SturmflutenWattBearbeitung steht noch aus
(Gley-)Podsole der StrandwälleBöden als Zeugen älterer Strandwall- und Flugsanddynamik an der Nord- und OstseeküsteÄltere Strandwälle der Nord- und OstseeküsteBearbeitung steht noch aus
Organomarschen mit MaiboltBöden als Zeugnis der besonderen Schwefeldynamik in der Marsch„Alte Marsch“Bearbeitung steht noch aus
FlusskalkmarschenBöden als Zeugen jüngerer Transgressionsereignisse bis weit ins BinnenlandFlüsse mit (historischem) TideeinflussBearbeitung steht noch aus
Kalkgleye und verwandte BödenBöden als Zeugen besonderer Kalkdynamik in der LandschaftNiederungen des Jungmoränengebietes, vereinzelt auch im AltmoränengebietBearbeitung steht noch aus
KalkniedermooreBöden als Zeugen besonderer Kalkdynamik in der LandschaftNiederungen des JungmoränengebietesBearbeitung steht noch aus
Brauneisengleye (mit Raseneisenstein)Böden als Zeugen besonderer Eisendynamik in der LandschaftNiederungen der Vorgeest und des Altmoränengebietes, selten im JungmoränengebietBearbeitung steht noch aus
Natürliche Böden aus Grobsand und KiesBöden mit besonderer Wasserdynamik (extrem schnell dränend)Jung- und AltmoränengebietBearbeitung steht noch aus
Böden mit Pelosol-EigenschaftenTonreiche Böden mit Quellungs- und Schrumpfungsdynamik JungmoränengebietBearbeitung steht noch aus
KnickmarschenTonreiche Böden der Marsch mit ausgeprägter Quellungs- und Schrumpfungsdynamik„Alte Marsch“Bearbeitung steht noch aus
Lockersyroseme und Böden des Bodentyps StrandInitiale Bodenbildung als Zeugnis ständiger MaterialumlagerungWeißdünen und SträndeBearbeitung steht noch aus
FahlerdenBöden mit besonders stark ausgeprägter Tonverlagerung im BodenprofilJung- und AltmoränengebietBearbeitung steht noch aus
Stauwasserböden mit ausgeprägter Nassbleichung (Srw-Horizont)Böden mit besonders deutlichem Stauwassereinfluss (Bleichung)Jung- und AltmoränengebietBearbeitung steht noch aus
PlaggenescheBöden als Zeugen ehemaliger landwirtschaftlicher Nutzungssysteme (Plaggenwirtschaft)Vorgeest und AltmoränengebietBearbeitung steht noch aus
Ältere TiefumbruchbödenBöden als Zeugen der Heide- und MoorkolonisationGeest, MoorBearbeitung steht noch aus

3. Landschaft und Erholung

Der Mensch Mitteleuropas gilt nach seiner psychologischen Grundstruktur als Lebewesen des „Waldrandes“. Er fühlt sich weder in geschlossenen Wäldern noch in ausgeräumten Weiten auf die Dauer wohl. Eine ansprechende, mit ausreichenden Reizmustern ausgestattete Umwelt ist deshalb ebenso wie Nahrung oder Schlaf zu den Grundbedürfnissen des Menschen zu rechnen.

In § 1 BNatSchG ist die dauerhafte Sicherung von Natur und Landschaft mit den Begriffen Vielfalt, Eigenart und Schönheit ausdrücklich erwähnt. Im Unterschied zu den Landschaftsfunktionen der anderen Potenziale nimmt die landschaftsästhetische Erlebnisfunktion eine Sonderstellung ein. Für das menschliche Erleben spielen neben naturwissenschaftlichen Kriterien auch sozialwissenschaftliche und wahrnehmungspsychologische Kriterien eine Rolle. Eine aggregierende Einstufung und Bewertung ist deshalb sehr subjektiv. Insofern kann man eigentlich objektivierbare Einzelkriterien nur nebeneinander darstellen. Hierzu gehören Relief, Eigenart und Vielfalt von Natur und Landschaft.

Das Relief ist ein kaum veränderbarer Landschaftsfaktor, der einen hohen ordnenden Einfluss auf das wahrnehmbare Gesamtgefüge eines Raumes hat. Damit bestimmt es in starkem Maße den Charakter und die Unverwechselbarkeit eines Landschaftsraumes. Eine wichtige Komponente bildet die Eigenart einer Landschaft. Sie entsteht im Laufe der historischen Entwicklung einer Landschaft und der daraus hervorgegangenen, besonderen Konstellation natürlicher und kultureller Elemente. Die Landschaft ist dann hierdurch geprägt und unterscheidet sich von anderen Landschaftsräumen.

Für die Einstufung der Eigenart wird

  1. das Vorkommen kulturhistorisch wertvoller und visuell in Erscheinung tretender baulicher Elemente,
  2. das Auftreten prägnanter, im Zuge der historischen Entwicklung entstandener Nutzungsformen, charakteristischer Nutzungsabfolgen und Einzelelementen sowie
  3. deren Gebundenheit an den jeweiligen Landschaftsraum

berücksichtigt.

Zur Einschätzung der Vielfalt und Häufigkeit des Wechsels erlebniswirksamer Nutzungsformen kann man die Gesamtzahl der Nutzungsformen Wald, Fließgewässer, Grünland, Heiden, Sonderkulturen (wie Obstwiesen und Baumschulflächen), naturnahe Flächen und kleine Siedlungsflächen in Relation zur Größe des Landschaftsraumes setzen.

Tabelle 15: Erlebnisqualität der Landschaftsbildtypen (Wirz, Stefan, 1995 Gutachten „Landschaftsrahmenplan Ostholstein“, Hannover, ergänzt)

LandschaftsbildtypErlebnisqualität
Weiträumige, ungegliederte Agrarlandschaft Im Bereich der Festlandsmarschgering mittel bis hoch
Weiträumige, gegliederte Agrarlandschaft im Bereich der Marschhoch
Flachwellige, weiträumige, ungegliederte Agrarlandschaftgering
Bewegte, ungegliederte Agrarlandschaftmittel
Strukturierte Agrarlandschaftmittel
Flachwellige, strukturierte Agrarlandschafthoch
Bewegte, strukturierte Agrarlandschafthoch
Kleinräumig gegliederte Agrarlandschafthoch
Geändert flachwellig, kleinräumig gegliederte Agrarlandschaftsehr hoch
Bewegte, kleinräumig gegliederte Agrarlandschaftsehr hoch
Landschaft der Marsch- und Geestinseln, Halligensehr hoch
Nordseeküstesehr hoch
Niederunghoch
Flachküste der Ostseesehr hoch
Steilküste der Ostseesehr hoch
Überformte Meeresküstemittel
Dünen, Mager- und Trockenrasenflurhoch
Hügelige, waldgeprägte Agrarlandschaftsehr hoch
Laubwaldsehr hoch
Städtischer Siedlungsbereichgering

Als visuelle Leitstrukturen werden deutlich wahrnehmbare, lineare Landschaftselemente wie Höhenzüge, Reliefsprünge, Gehölzstrukturen entlang von Fließgewässern in offenen Talbereichen, markante Wälder und Küstenlinien bezeichnet. Sie werten Landschaftsräume in der Regel auf.

Neben linearen Landschaftselementen dienen auch punktuelle Landschaftselemente als optische Fixpunkte. Als solche fernwirksame Orientierungspunkte sind bedeutsam:

  • einzelne, in ausgeprägten formalen Kontrast zu ihrer Umgebung stehende
  • Einzelstrukturen (zum Beispiel prägnante Moränenhügel oder Küstenabbrüche),
  • kulturhistorische Elemente in exponierter Lage (zum Beispiel Kirchen, Schlösser, Gutshöfe) oder auch
  • technische Elemente (zum Beispiel Leuchttürme).

Sie wirken auf weite Ferne in Landschaftsbildräume hinein und können deren Erscheinungsbild aufwerten aber auch stören.