Planungs­dokumente: Entwurf Landschaftsrahmenplan für den Planungsraum I - Online-Beteiligungsverfahren

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Inhaltsverzeichnis

Band 1

5.5. Jagd

Die Jagd kann und soll mit ihren Möglichkeiten wirkungsvoll zur Erhaltung und Entwicklung einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt beitragen. Landschaftsökologische vertretbare Wildbestände sind hierfür eine wesentliche Voraussetzung. Eine dauerhafte Schädigung von Knicks ist auszuschließen. Hierfür ist in einigen Regionen Schleswig-Holsteins eine Reduzierung der Schalenwildbestände notwendig.

Bei der Erhaltung eines artenreichen Wildbestandes ist autochthonen Wildarten der Vorrang vor eingebürgerten Arten einzuräumen. Die Bejagung von Niederwild, außer Rehwild, soll sich am Vorkommen orientieren und Arten der Roten Liste sollen geschont werden. Auswilderungen von heimischen Niederwildarten sind nur zur Bestandserhaltung oder Wiedereinbürgerung und nicht zur baldigen Bejagung zulässig.

Die Lebensräume für die gesamte freilebende Tier- und Pflanzenwelt sind unter Mitwirkung der Jägerinnen und Jäger zu schützen und zu verbessern. Bei der Reviergestaltung sollen naturraumtypische Pflanzengesellschaften und Biotopstrukturen gefördert werden.

Reviereinrichtungen sind harmonisch in das Landschaftsbild einzubinden.

5.6. Fischerei

Naturschutzfachliche Hinweise zur fischereilichen Nutzung in der Nordsee ergeben sich aus Kapitel 4.2.2: Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Weltnaturerbe. Darüber hinaus ist die Küstenfischerei in Nord- und Ostsee weitgehend durch Gemeinschaftsrecht geregelt. Aufgabe der Gemeinsamen Fischereipolitik ist es, die Bestände zu schützen und die Fischerei nachhaltig zu gestalten. So sind für die meisten wirtschaftlich bedeutenden Arten Fangquoten und Anlandegebote eingeführt. In technischen Vorschriften werden unter anderem Schiffsgrößen, Maschenweiten und Mindestmaße geregelt.

Unabhängig hiervon ist für die Ostsee insbesondere auf die bisher in der Flensburger Förde betriebene Wildmuschelfischerei und auf Entwicklungsmöglichkeiten in Form von Aquakulturen hinzuweisen.

Konzeptionierung einer umweltverträglichen, marinen Aquakultur in Schleswig-Holsteinischen Ostseeküstengewässern

In der schleswig-holsteinischen Aquakulturstrategie wird unter anderem das grundsätzliche Potenzial der schleswig-holsteinischen Ostseeküste für eine rein extraktive (Muschel- oder Algenzucht) oder integriert multi-trophische Aquakultur (IMTA, Kombination von Fischzucht mit extraktiven Komponenten) beschrieben. Rein extraktive bzw. nährstoffneutrale Aquakulturanlagen sind so konzipiert bzw. können so betrieben werden, dass es zu keinen Beeinträchtigungen der Küstengewässer und deren Lebensräumen durch Nährstoffemissionen kommt oder andere Wirkungen unterbleiben.

Die schleswig-holsteinischen Küstengewässer der Ostsee bieten grundsätzlich naturräumliche Potenziale für die Entwicklung einer Aquakultur. Potenzielle Räume für eine Aquakultur, die nicht in NATURA 2000-Gebieten liegen, befinden sich im Planungsraum in der Nähe von Flensburg und Gelting.

Bei der Planung eines Aquakulturvorhabens müssen im Einzelfall Untersuchungen zu den maßgeblichen Parametern am konkreten Standort ebenso durchgeführt werden wie die Berücksichtigung des Arten- und Biotopschutzes sowie der Eingriffsregelung, wobei entsprechende Vermeidungs-, Minimierungs- und Ausgleichsmaßnahmen standortspezifisch zu ermitteln und umzusetzen sind.

Miesmuschelnutzung in der Flensburger Förde

In der Vergangenheit wurden die Miesmuschelvorkommen in der Flensburger Förde in Form der Wildspeisemuschelfischerei genutzt. Auf der Basis einer aktuellen Verträglichkeitsstudie werden derzeit unter Berücksichtigung neuer Erkenntnisse über die Regenerationsfähigkeit von Muschelbänken die Rahmenbedingungen ausgelotet, wie eine naturverträgliche Miesmuschelnutzung in der Flensburger Förde zukünftig ermöglicht werden kann.

Anders als in der Nordsee gibt es in der Ostsee bislang kein Programm zur Bewirtschaftung der Miesmuschelressourcen nach § 40 Absatz 3 Landesfischereigesetz (LFischG). Ideen zu alternativen Verfahren zur Muschelgewinnung, Anforderungen an den Biotopschutz und die potenzielle Möglichkeit, Besatzmuscheln aus Sauerstoffmangelzonen zu nutzen, geben Anlass dazu, ein solches Muschelprogramm zu erarbeiten. Grundlage für dieses Programm soll eine Machbarkeitsstudie sein. Mithilfe dieser soll in einem experimentellen, aber geeigneten technischen Maßstab die Durchführbarkeit einer Muschelkulturwirtschaft getestet werden. Es soll untersucht werden, ob das Anlegen von Muschelkulturen, Hängekulturen und die Besatzmuschelfischerei ökonomisch machbar und ökologisch sinnvoller als die bisherige Wildspeisemuschelfischerei ist.

5.7. Rohstoffsicherung

Nutzung von Lagerstätten

Die oberflächennahen mineralischen Rohstoffe des Planungsraumes sind für die Wirtschaftsräume des mittleren und nördlichen Schleswig-Holsteins von regionalwirtschaftlicher Bedeutung. Sand – Kies – Gemenge werden heute bereits an einigen Stellen im Nassverfahren gewonnen.

Abbauwürdige Rohstoffvorkommen finden sich häufig in landschaftlich reizvollen oder in landwirtschaftlich schlecht nutzbaren und häufig bewaldeten Gebieten. Daher ist es besonders wichtig, diese Naturgüter sparsam zu nutzen und die Abbaubereiche wieder landschaftsgerecht in ihr Umfeld einzugliedern. Dazu bedarf es differenzierter raumbezogener, landschaftspflegerischer Aussagen zum Abbau oberflächennaher Rohstoffe.

Der Abbau von Lagerstätten ist in NSG, Gebieten, die die Voraussetzung einer Unterschutzstellung nach § 23 BNatSchG in Verbindung mit § 13 LNatSchG als NSG erfüllen, NATURA 2000- Gebieten, den Naturdenkmälern und Geschützten Landschaftsbestandteilen sowie den gesetzlich geschützten Biotopen nicht zuzulassen. Dieses gilt im Grundsatz auch für Geotope und LSG.

In LSG und Gebieten, die nach § 22 Absatz 3 BNatSchG in Verbindung mit § 12a Absatz 3 LNatSchG als Landschaftsschutzgebiet einstweilig sichergestellt sind, erfüllen, ist im Vorwege zu prüfen, ob ein Bodenabbau mit der jeweiligen LSG-Verordnung vereinbar ist.

In den Gebieten mit besonderer Eignung zum Aufbau eines Schutzgebiets- und Biotopverbundsystems sind Abbaumaßnahmen mit den Belangen des Naturschutzes im Grundsatz nicht zu vereinbaren. Ein Abbau ist im Einzelfall dann möglich, wenn hierdurch die Vorrangfunktion des Naturschutzes unterstützt wird. Das wäre der Fall, wenn naturraumtypische und defizitäre natürliche, halbnatürliche oder naturnahe Biotoptypen geschaffen werden, die in den Landschaftsraum integriert werden, diesen aufwerten und keine Biotoptypen geschaffen werden, die den Biotopverbund unterbrechen.

Im Umgebungsbereich der NSG sowie der Gebiete, die die Voraussetzung einer Unterschutzstellung nach § 23 BNatSchG in Verbindung mit § 13 LNatSchG als NSG erfüllen, von Waldflächen sowie gesetzlich geschützten Biotopen (§ 30 BNatSchG in Verbindung mit § 21 LNatSchG, zum Beispiel Moore, Sümpfe, Brüche, Nasswiesen, Dünen, Trockenrasen) darf der Abbau nur zugelassen werden, wenn der Eingriff zu keiner dauerhaften Beeinträchtigung der genannten Gebiete und Landschaftsteile führt. Dieses ist durch Gutachten oder im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Begleitplanung nachzuweisen.

Einige Lagerstätten befinden sich in der Nähe von NATURA 2000 - Gebieten. Gemäß § 34 BNatSchG sind alle Vorhaben, die zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Schutzziele führen können, grundsätzlich nicht zulässig. Eine entsprechende (Vor-)Prüfung ist erforderlich.

Die Sand- und Kiesentnahme in der Nordsee im Seegebiet zwischen dem Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und der Zwölf-Seemeilengrenze soll grundsätzlich nicht erfolgen (siehe Aussagen zum Nationalpark, Kapitel 4.2.2: Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Weltnaturerbe).

Oberflächennahe Rohstoffe unter Waldbeständen dürfen nur ausnahmsweise abgebaut werden. Hier finden der § 9 LWaldG und die Kapitel 3 und 4 LNatSchG Anwendung. Gleichzeitig wird auf den besonderen Schutz von Naturwäldern (§14 LWaldG) hingewiesen.

Auf die besonderen Vorschriften für den Abbau oberflächennaher Bodenschätzen, Abgrabungen und Aufschüttungen (§11a LNatSchG) wird verwiesen.

Bei Kulturdenkmalen ist im Einzelfall zu prüfen, ob die Belange des Denkmalschutzes gemäß § 12 des Denkmalschutzgesetzes Schleswig-Holstein (DSchG SH) genügend beachtet werden. Hierbei ist auch die Umgebung der Kulturdenkmäler einzubeziehen.

Zu den in dargestellten Lagerstätten und Rohstoffvorkommen werden, soweit erforderlich, nachfolgende überregionale landschaftsplanerische Hinweise und Empfehlungen aus Sicht des Naturschutzes und der Landschaftspflege gegeben. Sie sind in anderen Planungsverfahren zu berücksichtigen, wobei den Einzelfallentscheidungen, auch in künftigen Genehmigungsverfahren für den Abbau oberflächennaher Rohstoffe, nicht vorgegriffen wird.

Mit dem Landschaftsrahmenplan werden Hinweise aus naturschutzfachlicher sowie naturschutzrechtlicher Sicht gegeben, die dann gemeinsam mit anderen Interessen und unter Vorgaben des Landesentwicklungsplans im Regionalplan bei der Darstellung von Vorrang und Vorbehaltsgebieten für die Rohstoffsicherung abgewogen werden.

Kreis Nordfriesland

Ladelund Seit Jahren wird in diesem Raum schwerpunktmäßig Kiesabbau auf dem höchsten Punkt in der Umgebung betrieben. Über die jetzige Inanspruchnahme hinaus sollten aus naturschutzfachlicher Sicht weitere Abbauvorhaben nicht erfolgen. Allenfalls kann es um eine westliche Flächenarrondierung noch im Betrieb befindlicher Standorte gehen. Der ohnehin schon erhebliche Eingriff ins Landschaftsbild würde sich durch eine Ausweitung erheblich verstärken und auf Dauer nachhaltig negativ auf den gesamten Landschaftsbereich auswirken. Darüber hinaus sind in diesem Gebiet die Belange des Grundwasserschutzes und des archäologischen Denkmalschutzes besonders zu beachten. Ferner ist bei einer Nutzung der Lagerstätte der angestrebte Naturerlebnisraum rund um das Naturbad zu berücksichtigen.

Bordelum – Dörpum In diesem Bereich sind größere zusammenhängende Wälder sowie randlich das NSG „Bordelumer Heide und Langenhorner Heide mit Umgebung” mit dem LSG „Stollberg” vorhanden. Das Gelände zeichnet sich insgesamt durch ein sehr bewegtes Relief aus und ist mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Landschaftselementen wie Knicks, Heideresten, Kratts, archäologischen Denkmalen, kleinen und größeren Waldstücken sehr vielfältig strukturiert. Es stellt daher eines der interessantesten Landschaftsteile im nördlichen Nordfriesland dar. Ein Abbau oberflächennaher mineralischer Rohstoffe soll aus diesen Gründen hier nicht erfolgen. Es ist jedoch im Einzelfall zu prüfen, ob kleinräumig Tonvorkommen abgebaut werden können.

Kolkerheide – Löwenstedtlund Der größte Teil der nutzbaren oberflächennahen Rohstoffe ist hier bereits abgebaut. Bei einem weiteren Kiesabbau ist sicherzustellen, dass die NSG „Löwenstedter Sandberge” und „Eichenkratt Schirlbusch” mit vorgesehenen Erweiterungsflächen nicht beeinträchtigt werden können. Ebenso sind die Fließgewässerauen mit Übergangsbereich von einem Abbau auszunehmen.

Hoxtrup und Ahrenshöft - Arlewatt Bei diesem Gebiet handelt es sich um einen Abbauschwerpunkt von Kies und Sand im Kreis Nordfriesland. Für Teilbereiche dieses Raumes liegen bereits auf örtlicher Ebene landschaftsplanerische Aussagen zum Kiesabbau vor, die zu beachten sind. Aus überörtlicher Naturschutzsicht ist bei einem weiteren Kiesabbau auf die Erhaltung der zahlreichen kleineren Waldflächen, der kleingekammerten Knicklandschaft (insbesondere im Bereich der Gemeinde Olderup) sowie der Niederungsbereiche von Arlau und Grenzau zu achten. Darüber hinaus sind in diesem Gebiet die Belange des archäologischen Denkmalschutzes besonders zu beachten.

Bondelum – Sollerup Bei möglichen Abbauvorhaben sind Beeinträchtigungen des angrenzenden „Ahrenviöler Westermoor” insbesondere durch Absenkung des Grundwassers auszuschließen.

Rantrum – Mildstedt Bei Abbauvorhaben in diesem Bereich sind insbesondere die Belange des Grundwasserschutzes sowie des archäologischen Denkmalschutzes zu beachten.

Kreis Schleswig-Flensburg

Böxlund/ Osterbylund Es handelt sich um begrenzte Vorkommen in teilweise enger Verzahnung mit nicht verwertbaren Bestandteilen (Lehm / Mergel) im Bereich des Endmoränenhügels. Der isoliert liegende Endmoränenzug ist unter Gesichtspunkten des Landschaftsschutzes von überörtlicher Bedeutung und in seiner gewachsenen geomorphologischen Ausprägung zu erhalten. Zudem sind Teile bereits als NSG, LSG oder als Naturdenkmal ausgewiesen. Das Gebiet ist Schwerpunkt des Schutzgebiets- und Biotopverbundsystems und hat besondere Bedeutung als Erholungsraum.

Die Räume sind für weitere Abbauvorhaben aus naturschutzfachlicher Sicht nicht geeignet. Im Bereich der Gemeinde Osterby ist noch ein Kiesabbau im Betrieb, der erweitert worden ist.

Handewitt/ Ellund Der östliche Teil - entlang der A 7 - des Gebietes ist weitgehend durch andere, gesicherte Nutzungen und Interessen (Bebauung, Infrastruktur, Naturschutz) belegt und für einen nennenswerten Abbau nicht mehr nutzbar. Im Bereich Ellund ist ein Kiesabbau lediglich kleinflächig östlich der Ortslage naturschutzfachlich vertretbar. Die historischen Knickstrukturen, die sternförmig auf den Ort zulaufen, sind zu erhalten. Das Tal der Meynau mit angrenzenden Flächen ist von Abbauvorhaben freizuhalten. Der Bereich zwischen Gottrupelfeld und Handewitt, beiderseits der Ortsverbindungsstraße Ellund - Handewitt ist für eine Bebauung vorgesehen. Abgesehen von Einzelfällen ist hier ein nennenswerter Abbau nicht mehr möglich.

Wanderup – Haurup – Weding Hier befindet sich ein Schwerpunktbereich des Kiesabbaus im Kreis Schleswig - Flensburg. Durch hoch anstehendes Grundwasser ist eine effektive Ausbeute nur im Nassabbauverfahren möglich, so dass verschiedene Kiesseen entstanden sind und entstehen werden und die dazu beitragen, die Lebensraumvielfalt des Vorgeestraumes zu erhöhen. In der Umgebung von Jarplund-Weding ist die Ausbeute abgeschlossen. Die Gebiete um Hüllerup und Haurup-Hoffnung bis Wanderup sind derzeit als Schwerpunktgebiete anzusehen. Die westlich und südöstlich anschließenden Gebiete mit Rohstoffvorkommen sind als zukünftige Erweiterungsgebiete denkbar. Der Raum südlich des Handewitter Forstes wird auch weiterhin schwerpunktmäßig für den Abbau der hier großräumig vorkommenden Kiese und Sande infrage kommen. Zur Steuerung des Kiesabbaus und der landschaftsgerechten Wiedereingliederung abgebauter Flächen wird an einem Kiesnachnutzungskonzept gearbeitet, das sowohl naturschützerische als auch naturverträgliche touristische sowie naherholungsbezogene Aspekte zusammenführen soll. Belange des Grundwasserschutzes sind hierbei besonders zu berücksichtigen.

Stieglund- Rimmelsberg und Gravelund Im Bereich Rimmelsberg ist die Abbautätigkeit nahezu abgeschlossen. Die Bereiche Seeland und nördlich Janneby sind aus landschaftspflegerischer Sicht (markanter Höhenzug mit stark abfallendem Gelände zur Jerrisbek) für einen Abbau nicht in Anspruch zu nehmen, mit Ausnahme von Flächen, die nach näherer Prüfung des Einzelfalles zu einer Arrondierung bereits vorhandener Standorte führen.

Westerholz Ein Abbau ist hier wegen der kleinteilig strukturierten Kulturlandschaft sowie der exponierten Lage im unmittelbaren Küstenraum aus der Sicht des Naturschutzes und der Landschaftspflege sowie der Erholungsnutzung der Landschaft auszuschließen.

Munkwolstrup – Freienwill Aus Gründen des Landschaftsschutzes (isoliert liegender, markanter Höhenzug) sollte sich der Abbau lediglich auf den Bereich südlich Munkwolstrup beschränken. Weitere Abbauvorhaben wären hier nördlich der bereits genehmigten Bereiche denkbar. Die Grube bei Großsolt ist nahezu ausgebeutet. Der Talraum der Treene/ Kielstau mit Randbereichen ist von Abbauvorhaben freizuhalten.

Der Abbau findet nur noch im genehmigten Bestand statt. Geringe Erweiterungen haben in Abstimmung mit der Ausweisung des NSG „Obere Treenelandschaft“ stattgefunden.

Sankelmark Im Bereich der Lagerstätte südwestlich des Sankelmarker Sees findet seit zehn Jahren ein Abbau in geringem Umfang statt. Bei einem weiteren Abbau sind insbesondere denkmalschutzrechtliche Belange zu beachten.

Idstedt – Langsee Die Kiesabbauvorkommen im Bereich Idstedt sind nahezu erschöpft. Der Bereich am westlichen Langsee weist insgesamt eine hohe ökologische Wertigkeit auf, so dass Abbauvorhaben hier nicht stattfinden sollen. Das gesamte Gebiet zwischen K 44 und Langsee ist Teil des Biotopverbundsystemes. Lediglich im Bereich westlich Idstedtkirche, südlich der L 28, ist noch im beschränkten Umfang ein Abbau möglich.

Lürschau Der Kernbereich und mithin die Hälfte der Fläche ist als Gewerbegebiet (Interkommunales Gewerbegebiet –IKG- B-Plan Nummer 14 der Gemeinde Schuby) ausgewiesen und erschlossen worden. Von den an das Gewerbegebiet noch angrenzenden Restflächen dieses Kiesvorkommens sind zudem erhebliche Flächenanteile zusammenhängender Wald, so dass ein Abbau der Kiese und Sande hier allenfalls auf den verbleibenden Restflächen erfolgen kann.

Ahrenholz - Eigenwill Ein Abbau sollte sich hier auf die Flächen außerhalb des Gebietes, das die Voraussetzungen für eine Unterschutzstellung nach § 26 BNatSchG in Verbindung mit § 15 LNatSchG als LSG erfüllt, konzentrieren. Die ökologisch wertvollen Feuchtgrünlandflächen westlich der Autobahn sind dem Kiesabbau nicht zuzuführen. Somit verbleiben hier nur geringfügige Abbaumöglichkeiten, im Wesentlichen westlich der alten B 76 und nördlich der K 40.

Pulverholz Die Ziegelei hat den Betrieb eingestellt. Wesentliche Abbauflächenanteile sind ins Eigentum der Stiftung Naturschutz übergegangen. Verschiedene konkurrierende Nutzungsansprüche lassen für etwaige zukünftige Abbauvorhaben kaum Spielraum.

Schuby Der Bereich hat sich in den letzten Jahren zu einem Schwerpunktbereich des Kiesabbaus entwickelt. Aufgrund der geringen Abbauhöhe über dem Grundwasserspiegel sind hier die Belange des Grundwasserschutzes sowie im südlichen Bereich die Belange des archäologischen Denkmalschutzes besonders zu beachten. Außerdem sind die Entwicklungsvorstellungen der Gemeinden Schuby und Hüsby zu beachten.

Klein Rheide – Jagel - Selk Bei diesem Bereich handelt es sich um einen weiteren Abbauschwerpunkt von Kiesen und Sanden im Kreis Schleswig-Flensburg. Die Niederungsbereiche südlich Jagel sind aus Gründen des Naturschutzes und der Landschaftspflege von Abbauvorhaben freizuhalten. Die Flächen nördlich von Klein Rheide unterliegen im großen Umfang dem Umgebungsschutzbereich des Danewerks. Außerdem liegen sie in einem LSG. Westlich Lottorf sind Moor- und Niederungsgebiete betroffen, so dass Abbauvorhaben hier ebenfalls nicht stattfinden sollen. Auch die Flächen nördlich des Weges Klein Rheide - Fliegerhorst (Talrandflächen) sind aus landschaftsplanerischer Sicht für einen Abbau nicht geeignet.

Brodersby Die Fläche liegt in unmittelbarer Schleinähe im LSG „Nördliches Schleiufer”. Ferner sind Bereiche eines Natura 2000-Gebietes betroffen. Ein Bodenabbau ist hier auszuschließen.

Stadt Flensburg

Harrislee Die Lagerstätte ist größtenteils ausgebeutet. Für Erweiterungsflächen liegt darüber hinaus eine Genehmigung vor. Soweit über die derzeitige Darstellung als Tonlagerstätte hinausgehende Abbauplanungen bestehen, werden aus naturschutzfachlicher Sicht wegen angrenzendem Wertgrünland im Schutzgebiets- und Biotopverbundsystem (Verbundachse Stiftungsland Schäferhaus - Marienhölzung) und weiter südlich befindlichen ausgedehnten Wertgrünländereien mit Kleingewässern und Orchideenbeständen hierfür nur begrenzt Möglichkeiten gesehen. Alle Flächen stehen zudem unter Landschaftsschutz. Künftige Überlegungen für einen weiteren Abbau sollten sich daher allenfalls auf die derzeitigen Ackerflächen zwischen Ochsenweg und Marienhölzung richten.

Wiedereingliederung von Abbaubereichen Beim Abbau oberflächennaher mineralischer Rohstoffe werden die Anforderungen des Natur- und Umweltschutzes in besonderer Weise berührt. Das Wirkungsgefüge der natürlichen Grundlagen Boden, Wasser, Klima und Luft sowie der Lebensraum für Tiere und Pflanzen wird grundlegend verändert.

Abbauvorhaben sind so zu gestalten und durchzuführen, dass die natürlichen abiotischen und biotischen Faktoren so wenig wie möglich beansprucht und Veränderungen des Landschaftsbildes und des Naturhaushaltes ausgeglichen werden.

Bei neuen Eingriffen gemäß § 11a LNatSchG sind die Eingriffsbereiche nach Beendigung des Abbaus zu naturnahen Lebensräumen zu entwickeln (Renaturierung). Die Flächen sind nach Beendigung des Abbaus so zu hinterlassen, dass die Beeinträchtigungen des Naturhaushaltes und des Landschaftsbildes soweit wie möglich durch selbständige Renaturierungsprozesse ausgeglichen werden können. Hierbei ist im Regelfall auf eine Wiederaufbringung des Oberbodens zu verzichten. Durch die prägende Wirkung des ursprünglichen Rohbodens sollen wieder möglichst naturnahe Ökosysteme entstehen. Die Belange des Grundwasserschutzes sind dabei zu berücksichtigen. Im Einzelfall kann es auch sinnvoll sein, das ursprüngliche Geländerelief wiederherzustellen (beispielsweise zur Rekonstruktion eines beeinträchtigten Geotopes).

Bei Bodenabbaumaßnahmen in siedlungsnahen Bereichen sollte im Einzelfall geprüft werden, inwieweit die naturschutzfachliche Renaturierungs- und Eigenentwicklungsvorgabe ehemaliger Abbauflächen auch Erfordernissen der Naherholung und einer verbesserten Vernetzung mit dem Siedlungsflächen berücksichtigen kann.

Bei größeren zusammenhängenden Abbauvorhaben sollen die Grundzüge der Renaturierung bereits in Landschaftsplänen entwickelt werden. Der Nachweis der Kompensation bei den Einzelvorhaben ist als Teil der Genehmigung in landschaftspflegerischen Begleitplänen zu erbringen.

In Bereichen ohne naturschutzfachliche und rechtliche Restriktionen bestehen aus überörtlicher Sicht des Naturschutzes und der Landschaftspflege keine grundsätzlichen Bedenken gegen einen Rohstoffabbau. Die weiteren Entscheidungen bleiben den jeweiligen Planungen oder Vorhaben im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben vorbehalten.

Eine konkrete Ausweisung von Vorrang- und Vorbehaltsflächen für den Abbau oberflächennaher mineralischer Rohstoffe erfolgt im Zuge der Regionalplanung. Hier erfolgt eine Abwägung mit anderen raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen nach Maßgabe des LaPlaG, des §10 BNatSchG und § 6 Absatz 2 LNatSchG.