Planungs­dokumente: Entwurf Landschaftsrahmenplan für den Planungsraum II - Online-Beteiligungsverfahren

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Inhaltsverzeichnis

Band 1

1.6. Sozio-ökonomische Situation

Der Planungsraum umfasst die Kreise Rendsburg-Eckernförde und Plön mit insgesamt 253 Gemeinden und die kreisfreien Städte Kiel und Neumünster.

Die Gesamtfläche des Planungsraumes (Landfläche) beträgt, gemäß Statistischem Jahrbuch Schleswig-Holstein 2016/2017, 3.462,62 km2, wovon 118,65 km2 auf Kiel, 71,63 km2 auf Neumünster, 2.189,15 km2 auf den Kreis Rendsburg-Eckernförde und 1.083,19 km2 auf den Kreis Plön entfallen (siehe Tabelle 2: Bevölkerung am 31.12.2015 nach Gemeinden und Kreisen).

Tabelle 2: Bevölkerung am 31. Dezember 2015 nach Kreisen (Statistisches Jahrbuch Schleswig-Holstein 2016/ 2017 des Statistischen Amtes für Hamburg und Schleswig-Holstein)

Kreisfreie Stadt/KreisEinwohner, gesamtEinwohner pro km2
Stadt Kiel246.3062.076
Stadt Neumünster79.1971.106
Kreis Plön128.304118
Kreis Rendsburg- Eckernförde270.378124
Planungsraum II, gesamt724.185209
Schleswig-Holstein2.858.714181

Am 31. Dezember 2015 wohnten 724.185 Menschen im betrachteten Planungsraum (siehe Tabelle 2: Bevölkerung am 31. Dezember 2015 nach Kreisen).

Die Einwohnerdichte liegt mit 209 Einwohnern pro km2 etwas über dem Landesdurchschnitt von 181 Einwohnern/ km2. Zwischen dem Verdichtungsraum

der Landeshauptstadt Kiel und den dünn besiedelten abgelegenen Gebieten südlich des Wittensees und des Nord-Ostsee-Kanals gibt es aber erhebliche Unterschiede in der Siedlungsdichte. In den Seebädern der Ostsee sowie den Erholungsorten kommen insbesondere in den Sommermonaten viele tausend Urlaubsgäste hinzu und erhöhen so die Bevölkerungszahlen temporär.

Tabelle 3: Bodenflächen am 31.Dezember 2015 nach Art der tatsächlichen Nutzung (Statistisches Jahrbuch Schleswig-Holstein 2016/2017 des Statistischen Amtes für Hamburg und Schleswig-Holstein, Berechnung in Prozent MELUND)

Kreis/ kreisfreie Stadt Boden-fläche insgesamtGebäude und Frei-flächeBetriebs-flächeVerkehrs-flächeErholungs-flächeFlächen anderer NutzungWasser-flächeWaldflächeLandwirt-schafts-fläche
Prozent Gesamt-flächeProzent Gesamt-fläche
ha
Stadt Kiel11.8653.863541.7407011641.132685 5,8%3.528 29,7%
Stadt Neumünster7.1632.3339874837772200319 4,5%3.017 42,1%
Plön108.3205.4553513.2861.23740011.37012.244 11,3%73.977 68,3%
Rendsburg-Eckernförde218.91512.5171.3659.3272.1421.4879.93125.411 11,6%156.734 71,6%
Planungs-raum II346.26324.1681.86815.1014.4572.12322.63338.659 11,2%237.256 68,5%
Schleswig-Holstein1.580.300110.7098.92969.93517.81924.22880.593167.229 10,6%1.100.858 69,7%

Die in Tabelle 3 dargestellten Daten zur Art der Bodennutzung im Planungsraum II haben den Stand vom 31. Dezember 2015. Der Anteil landwirtschaftlich genutzter Flächen liegt im Kreis Plön mit 68,3 Prozent leicht unter dem Landesdurchschnitt

von 70,3 Prozent und im Kreis Rendsburg-Eckernförde mit 71,7 Prozent leicht darüber. Mit 11,2 Prozent liegt der Waldanteil im Planungsraum nur leicht über dem Landesdurchschnitt von 10.7 Prozent (siehe Kapitel 2.2.3: Forstwirtschaft).

Tabelle 4: Erwerbstätige im Jahr 2014 nach Wirtschaftsbereichen (in Prozent) (Statistisches Jahrbuch Schleswig-Holstein 2016/2017 des Statistischen Amtes für Hamburg und Schleswig-Holstein)

Kreisfreie Stadt/ KreisLand- und Forst- Wirtschaft, FischereiProduzierendes GewerbeHandel, Gastgewerbe und VerkehrÜbrige Dienstleistungen
Kiel0,112,124,563,3
Neumünster0,118,732,248,2
Plön4,418,827,249,7
Rendsburg-Eckernförde4,119,426,649,9
Planungsraum II2,217,227,652,8
Schleswig-Holstein2,619,528,849,1

In den Kreisen Plön und Rendsburg-Eckernförde lag der Anteil der Erwerbstätigen in der Land- und Forstwirtschaft sowie der Fischerei mit 4,4 und 4,1 Prozent über dem Landesdurchschnitt von 2,6 Prozent. In der Landeshauptstadt Kiel liegt der Anteil der Beschäftigten im Produzierenden Gewerbe deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Bei den Dienstleistungen liegt dieser Beschäftigungsanteil hingegen deutlich über dem Landesdurchschnitt. Die Verteilung der Erwerbstätigen für die übrigen Wirtschaftsbereiche ergibt sich aus Tabelle 4: Erwerbstätige im Jahr 2014 nach Wirtschaftsbereichen (in Prozent).

Nachfolgende Aussagen sind für den Landschaftsrahmenplan besonders bedeutsam:

Der Planungsraum ist raumordnerisch unterschiedlich klassifiziert (siehe Landesentwicklungsplan und Regionalplan). Die Landeshauptstadt Kiel und die meisten angrenzenden Gemeinden sind Verdichtungsraum. Daran schließen sich die weiteren Gemeinden des Ordnungsraums um das Oberzentrum Kiel an. Um das Oberzentrum Neumünster, die Mittelzentren Rendsburg und Eckernförde und das Unterzentrum mit Teilfunktionen Plön sind „Stadt- und Umlandbereiche im ländlichen Raum“ ausgewiesen, die im Vergleich zum umliegenden ländlichen Raum stärker verdichtet sind. Der übrige Planungsraum ist dem ländlichen Raum zuzuordnen.

Von Hamburg ausgehend durchqueren zwei Landesentwicklungsachsen den Planungsraum:

Von Hamburg entlang der A 7 / A 215 über Neumünster Richtung Kiel bzw. über Rendsburg Richtung Flensburg.

Von der A 1 bei Bargteheide entlang der A 21 Richtung Kiel.

Gemäß § 24 Landesplanungsgesetz in Verbindung mit der Verordnung zum zentralörtlichen System vom 08. September 2009, geändert durch Verordnung vom 29. August 2014, sind im Planungsraum folgende Zentrale Orte und Stadtrandkerne festgelegt worden:

  • Oberzentrum: Kiel, Neumünster
  • Mittelzentren: Eckernförde, Rendsburg,
  • Unterzentren mit Teilfunktionen von Mittelzentren: Plön
  • Unterzentren: Bordesholm, Gettorf, Hohenweststedt, Lütjenburg, Nortorf, Preetz, Schönberg (Holstein),
  • Stadtrandkern I. Ordnung: Kiel-Friedrichsort, Kiel-Mettenhof, Heikendorf
  • Stadtrandkern II Ordnung: Altenholz, Büdelsdorf, Kiel-Suchsdorf, Kiel-Elmschenhagen, Kronshagen, Flintbek, Schwentinental
  • Ländliche Zentralorte: Felde, Hanerau-Hademarschen, Hohn, Owschlag, Selent, Wankendorf

Diese sind im Landesentwicklungsplan und im Regionalplan dargestellt.

Die zentralen Orte und Stadtrandkerne sind Schwerpunkte überörtlicher Infrastruktur- und Versorgungseinrichtungen sowie der wohnbaulichen und gewerblichen Entwicklung und sichern die dezentrale Konzentration der Siedlungsstruktur. Das Zentralörtliche System unterstützt die wirtschaftliche Tragfähigkeit von Versorgungseinrichtungen und stellt sicher, dass für alle Menschen in zumutbarer Entfernung überörtliche Versorgungseinrichtungen erreichbar sind.

Die Regionalentwicklung ist in starkem Maße auf die Entwicklung der eigenen regionalen Kräfte angewiesen. Damit sind ungenutzte Potenziale und Kapazitäten sowie wirtschaftliche, kulturelle und soziale Innovationen im Allgemeinen gemeint. Die Bedeutung des Wirtschaftsfaktors Tourismus zeigt bereits heute, dass dafür der Schutz und eine nachhaltige Nutzung der Vielfalt, Eigenart und Schönheit von Natur und Landschaft als Standortfaktoren oder als Image der Region eine wichtige Rolle spielen. Ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig ist der Abbau oberflächennaher Rohstoffe in Form der Kies- und Sandgewinnung (siehe Kapitel 2.2.6: Rohstoffgewinnung). Er hat zugleich erhebliche Auswirkungen auf den Naturhaushalt und das Landschaftsbild und sollte deshalb bereits auf übergeordneter Ebene geplant werden.

Beispiele für regionale Zusammenarbeit

AktivRegionen

Seit der EU-Förderperiode 2007-2013 wird der LEADER-Ansatz in Schleswig-Holstein flächendeckend über die sogenannte „AktivRegionen“ umgesetzt. Im Gebiet der Kreise Rendsburg-Eckernförde und Plön gib es die AktivRegionen Schlei-Ostsee, Hügelland am Ostseestrand (neue Bezeichnung: Eckernförder Bucht), Eider- und Kanalregion Rendsburg, Eider-Sorge-Treene, Mittelholstein, Ostseeküste und Schwentine- Holsteinische Schweiz. Zusammen mit den jeweiligen Akteuren vor Ort wurden von jeder AktivRegion integrierte Entwicklungsstrategien (IES) erarbeitet. Für die Umsetzung von LEADER wurden vier strategische Zielsetzungen als Schwerpunkte (SP) definiert: Klimawandel & Energie (verpflichtet) und die weiteren optionalen SP Nachhaltige Daseinsvorsorge, Wachstum & Innovation und Bildung. Um innerhalb der vier Schwerpunkte wirkungsvoll agieren und auch um messbare Ziele nachweisen zu können, bedarf es unterhalb der Schwerpunkte einer Fokussierung auf einige wenige (vier bis acht) Kernthemen, die je nach den regionsspezifischen Bedürfnissen von den LAGn erarbeitet und festgelegt werden. Die Genehmigung der IES erfolgte mit Wirkung zum 01.01.2015.

2. Grundlagen

2.1. Schutzgüter

Die im Folgenden aufgeführten Schutzgüter leiten sich aus der EU-Richtlinie über die Umweltverträglichkeit (UVP-RL 1985), bzw. aus dem Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) ab. Die Schutzgüter umfassen Boden, Wasser, Luft, biologische Vielfalt, Landschaft und Kulturgüter sowie Klima und das Schutzgut Fläche.

Des Weiteren wurden die Aspekte Licht und Lärm aufgenommen.